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IX B 30/17 ECLI:DE:BFH:2017:B.190617.IXB30.17.0 KI-generiert

Admissibility of revision: substantiation of general significance and waiver of procedural objections for failure to challenge refusal of evidence

Geschäftsnummer IX B 30/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Finance Court (BFH) dismissed the taxpayers' non-admission complaint, ordering them to bear the costs of the proceedings, thereby leaving the Hessian Finance Court's judgment in force. The dispute concerned the admissibility of an appeal against a tax assessment involving income from rental and leasing property, specifically challenging the court's refusal to grant revision on grounds of fundamental significance, legal development, and procedural error for allegedly violating the duty to investigate the facts by not ordering requested evidence (such as witness hearings or expert opinions). The BFH ruled that the complaint failed because the taxpayers did not substantively formulate a specific legal question of general interest required under § 115 Abs. 2 Nr. 1 and 2 FGO, and the issue regarding intent to earn a surplus during long-term vacancy was already settled by existing precedent. Furthermore, the alleged procedural error was deemed waived under § 155 FGO in conjunction with § 295 ZPO because the tax-properly represented plaintiff failed to lodge a specific objection to the lower court's refusal to take evidence during the oral hearing, instead proceeding without objection.

Legislator-Regeste

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Admissibility of revision: substantiation of general significance and waiver of procedural objections for failure to challenge refusal of evidence: The dispute concerned the admissibility of an appeal against a tax assessment involving income from rental and leasing property, specifically challenging the court's refusal to grant revision on grounds of fundamental significance, legal development, and procedural error for allegedly violating the duty to investigate the facts by not ordering requested evidence (such as witness hearings or expert opinions). The BFH ruled that the complaint failed because the taxpayers did not substantively formulate a specific legal question of general interest required under § 115 Abs. 2 Nr. 1 and 2 FGO, and the issue regarding intent to earn a surplus during long-term vacancy was already settled by existing precedent. Furthermore, the alleged procedural error was deemed waived under § 155 FGO in conjunction with § 295 ZPO because the tax-properly represented plaintiff failed to lodge a specific objection to the lower court's refusal to take evidence during the oral hearing, instead proceeding without objection.

Schlagwörter

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Eintreten auf Revision Zulässigkeit der Steuerbeschwerde Rügeversäumnis des Beschwerdeführers Zulässigkeit der Vorfrage Einreichung des angefochtenen Entscheids formeller Mangel der Rechtsschrift
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Volltext

Grundsätzliche Bedeutung - Verfahrensfehler

[LEITSATZ] 1. NV: Bei den Zulassungsgründen des § 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 FGO sind substantielle und konkrete Angaben darüber erforderlich, weshalb eine Entscheidung des Revisionsgerichts über eine bestimmte Rechtsfrage aus Gründen der Rechtsklarheit, der Rechtsfortbildung oder der Einheitlichkeit der Rechtsprechung im allgemeinen Interesse liegt .

2. NV: Wird eine Verletzung der Sachaufklärungspflicht als (verzichtbarer) Verfahrensmangel in Gestalt des Übergehens von Beweisanträgen gerügt, verliert der --fachkundig vertretene-- Kläger sein Rügerecht schon durch rügelose Verhandlung zur Sache .

[TENOR] Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 17. Januar 2017 1 K 1411/16 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.

[GRUENDE] 1

Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

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Die von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) vorgebrachten Zulassungsgründe liegen nicht vor bzw. sind nicht in der nach § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) erforderlichen Weise dargelegt.

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1. Soweit die Kläger die Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) und zur Fortbildung des Rechts (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) begehren, genügt ihr Vorbringen nicht den sich aus § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO ergebenden Anforderungen an die Darlegung von Revisionszulassungsgründen. Bei den Zulassungsgründen des § 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 FGO sind substantielle und konkrete Angaben darüber erforderlich, weshalb eine Entscheidung des Revisionsgerichts über eine bestimmte Rechtsfrage aus Gründen der Rechtsklarheit, der Rechtsfortbildung oder der Einheitlichkeit der Rechtsprechung im allgemeinen Interesse liegt (vgl. Gräber/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8. Aufl., § 116 Rz 32 und 38, m.w.N.). In der Beschwerdeschrift der Kläger fehlt es sowohl an der Formulierung einer Rechtsfrage als auch an Darlegungen dazu, weshalb die Rechtsfrage aus Gründen der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt.

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Im Übrigen ist die Frage, ob und wann bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung bei längerfristigem Leerstand einer Wohnung von einer Überschusserzielungsabsicht des Steuerpflichtigen auszugehen und wie diese darzulegen ist, in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) geklärt (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 11. Dezember 2012 IX R 14/12, BFHE 239, 453, BStBl II 2013, 279; vom 13. Januar 2015 IX R 46/13, BFH/NV 2015, 668, und vom 16. Februar 2016 IX R 1/15, BFH/NV 2016, 1261).

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2. Soweit die Kläger eine Verletzung der Sachaufklärungspflicht (§ 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) rügen, weil das Finanzgericht (FG) von ihnen angebotene Beweise nicht erhoben hat, liegt ein Verfahrensfehler (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) nicht vor. Ausweislich des Sitzungsprotokolls der mündlichen Verhandlung (zu dessen Beweiskraft s. § 94 FGO i.V.m. § 165 der Zivilprozessordnung --ZPO--) wurde kein Beweisantrag gestellt oder seitens der Kläger auf ihn oder andere Aufklärungsmaßnahmen hingewirkt, obwohl spätestens aufgrund der Ladung erkennbar war, dass das FG eine mögliche Beweiserhebung (durch Vernehmung der schriftsätzlich benannten Zeugen, Einholung eines Sachverständigengutachtens oder Durchführung eines Ortstermins) nicht durchzuführen beabsichtigte. Zudem hat der mittels Videokonferenz an der mündlichen Verhandlung teilnehmende Prozessbevollmächtigte der Kläger sich dazu nicht weiter geäußert, sondern rügelos zur Sache verhandelt. Damit haben die Kläger ihr Rügerecht durch bloßes Unterlassen einer rechtzeitigen Rüge verloren (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO).

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3. Von einer weiter gehenden Begründung wird gemäß § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.