Right to be heard violated by refusal of post-hearing written brief deadline where claims were foreseeable
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Finance (BFH) dismissed the taxpayers' non-acceptance complaint as unfounded, leaving the lower court judgment in force and ordering the taxpayers to bear the costs of the appellate proceedings. The dispute centered on a procedural challenge alleging a violation of the right to be heard, specifically whether the finance court's refusal to grant a deadline for submitting written arguments after introducing new evidence on local rental practices constituted a procedural defect. The court held that granting a deadline merely to allow parties to prepare and substantiate claims on anticipated legal issues, rather than to react to surprising judicial findings, does not violate the right to be heard. The decision is grounded in Section 115(2) No. 3 of the Fiscal Courts Code in conjunction with Article 103(1) of the German Basic Law, Sections 96(2) and 119 No. 3 of the Fiscal Courts Code, and established case law regarding the distinction between procedural deadlines for substantive preparation and those for reacting to new evidence.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 135 Abs. 2 FGO; Right to be heard violated by refusal of post-hearing written brief deadline where claims were foreseeable: The dispute centered on a procedural challenge alleging a violation of the right to be heard, specifically whether the finance court's refusal to grant a deadline for submitting written arguments after introducing new evidence on local rental practices constituted a procedural defect. The court held that granting a deadline merely to allow parties to prepare and substantiate claims on anticipated legal issues, rather than to react to surprising judicial findings, does not violate the right to be heard. The decision is grounded in Section 115(2) No. 3 of the Fiscal Courts Code in conjunction with Article 103(1) of the German Basic Law, Sections 96(2) and 119 No. 3 of the Fiscal Courts Code, and established case law regarding the distinction between procedural deadlines for substantive preparation and those for reacting to new evidence.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertBasis for the cost allocation in the dispositive, assigning the costs of the complaint proceedings to the plaintiffs.
Volltext
Nichtzulassungsbeschwerde - Verletzung rechtlichen Gehörs bei Nichtgewährung einer Schriftsatzfrist
[LEITSATZ]
NV: Soll ein in der mündlichen Verhandlung beantragter Schriftsatznachlass nicht dazu dienen, auf überraschende Ermittlungen des FG zu reagieren, sondern lediglich dazu, auch schon vor der mündlichen Verhandlung möglichen und angesichts der streitigen Rechtsfragen angezeigten Tatsachenvortrag vorzubringen und zu belegen, so verletzt die Nichtgewährung des Schriftsatznachlasses nicht das rechtliche Gehör .
[TENOR]
Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 11. August 2015 3 K 1471/13 wird als unbegründet zurückgewiesen.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.
[GRUENDE]
Die Beschwerde hat keinen Erfolg.
Die Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) erachten es zu Unrecht als verfahrensfehlerhaft (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung --FGO-- i.V.m. Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, §§ 96 Abs. 2, 119 Nr. 3 FGO), dass das Finanzgericht (FG) im Vorfeld der mündlichen Verhandlung selbst eine Internetrecherche und Augenscheinseinnahme eines einschlägigen Gastgeberjournals zur entscheidungserheblichen Frage des Vorliegens ortsüblicher Vermietungszeiten durchgeführt, in der mündlichen Verhandlung eingeführt und hierzu den beantragten Schiftsatzfristnachlass nicht gewährt hat. Denn damit, dass es auf das Vorliegen ortsüblicher Vermietungszeiten ankommt, mussten die fachkundig vertretenen Kläger schon wegen der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) rechnen. Gleichwohl haben sie hierzu nichts vorgetragen. Das FG hat in der mündlichen Verhandlung mitgeteilt, dass seine Ermittlungen ergeben hätten, dass es im relevanten Bereich keine weitere, auf dem üblichen Markt angebotene Ferienwohnung gebe. Neben dem Internet hat das FG hierbei das einschlägige Gastgeberjournal herangezogen. Hierzu konnten die Kläger in der mündlichen Verhandlung hinreichend Stellung nehmen. Dass das FG keine Schriftsatzfrist gewährte, um den Klägern erneut Gelegenheit zu geben, eigene Recherchen zu ortsüblichen Vermietungszeiten anzustellen, stellt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Denn die Frist hätte nicht dazu gedient, auf überraschende Ermittlungen des FG zu reagieren, sondern lediglich dazu, auch schon vor der mündlichen Verhandlung möglichen und angezeigten Sachvortrag vorzubringen und zu belegen (BFH-Beschluss vom 10. Dezember 2012 VI B 135/12, BFH/NV 2013, 569, Rz 8, m.w.N.).
Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.