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V B 40/15 KI-generiert

Intra-community supply: Exclusion of non-documentary proof of material requirements under § 6a Abs. 3 UStG

Geschäftsnummer V B 40/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Finance Court (BFH) dismissed the plaintiff’s complaint for non-admission of appeal, upholding the lower tax court’s judgment, which ruled that the taxpayer failed to prove the material requirements for intra-community supply exemptions. The dispute centered on whether a taxpayer could satisfy the evidentiary burden for tax exemption on vehicle supplies by presenting evidence from a foreign vehicle registry (an informal inquiry) instead of complying with the mandatory formal documentation rules. The court held that, absent a demonstrated impossibility or unreasonable burden to provide statutory records, the neutral treatment and proportionality principles do not allow for alternative forms of proof, such as external registry queries or witness testimony, to substitute for the specific book and voucher requirements defined in § 6a Abs. 3 UStG in conjunction with §§ 17a ff. UStDV; therefore, the requested evidentiary measure was excluded by material law, rendering the lower court’s refusal to conduct the evidence gathering legally correct and not a procedural error.

Legislator-Regeste

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§ 6a Abs. 3 UStG, § 135 Abs. 2 FGO; Intra-community supply: Exclusion of non-documentary proof of material requirements under § 6a Abs. 3 UStG: The dispute centered on whether a taxpayer could satisfy the evidentiary burden for tax exemption on vehicle supplies by presenting evidence from a foreign vehicle registry (an informal inquiry) instead of complying with the mandatory formal documentation rules. The court held that, absent a demonstrated impossibility or unreasonable burden to provide statutory records, the neutral treatment and proportionality principles do not allow for alternative forms of proof, such as external registry queries or witness testimony, to substitute for the specific book and voucher requirements defined in § 6a Abs. 3 UStG in conjunction with §§ 17a ff. UStDV; therefore, the requested evidentiary measure was excluded by material law, rendering the lower court’s refusal to conduct the evidence gathering legally correct and not a procedural error.

Schlagwörter

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Beweisanforderungen Abgabenbefreiungen offensichtliches Versehen Verhältnismässigkeitserfordernisse Ausschluss eines Zeugen Fremdes Recht
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 135 Abs. 2 FGO

Provision cited to justify the allocation of the costs of the complaint proceedings to the plaintiff.

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Volltext

Innergemeinschaftliche Lieferungen

[LEITSATZ]

NV: Der Unternehmer darf den ihm obliegenden sicheren Nachweis der materiellen Tatbestandsmerkmale einer innergemeinschaftlichen Lieferung auch jenseits der formellen Voraussetzungen gemäß § 6a Abs. 3 UStG i.V.m. §§ 17a ff. UStDV grundsätzlich nicht in anderer Weise als durch Belege und Aufzeichnungen führen (Folgeentscheidung zum BFH-Urteil vom 19. März 2015 V R 14/14, BFHE 250, 248, BStBl II 2015, 912).

[TENOR]

Die Beschwerde der Klägerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 5. Februar 2015 3 K 45/14 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

[GRUENDE]

Die Beschwerde der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) ist unbegründet.

1. Die Klägerin macht mit ihrer Beschwerde geltend, dass die Revision nach § 119 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen sei, da das Finanzgericht (FG) "ohne rechtliches Gehör einen Beweisantrag übergangen" habe. Sie habe beantragt, mittels Auskunft des italienischen Fahrzeugregisters Beweis zu der Frage zu erheben, ob die PKW, die Gegenstand der streitigen innergemeinschaftlichen Lieferung waren, in Italien zum Straßenverkehr zugelassen worden sind. Das FG habe nicht erklärt, dass es dem Beweisantrag nicht nachgehen wollte.

2. Demgegenüber hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 19. März 2015 V R 14/14 (BFHE 250, 248, BStBl II 2015, 912, Leitsatz) entschieden, dass der Unternehmer den ihm obliegenden sicheren Nachweis der materiellen Tatbestandsmerkmale einer innergemeinschaftlichen Lieferung auch jenseits der formellen Voraussetzungen gemäß § 6a Abs. 3 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) i.V.m. §§ 17a ff. der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV) grundsätzlich nicht in anderer Weise als durch Belege und Aufzeichnungen führen darf.

Der BFH hat dies damit begründet, dass der Neutralitätsgrundsatz die Steuerbefreiung zwar auch dann gebietet, wenn der Steuerpflichtige die formellen Anforderungen an den Nachweis der innergemeinschaftlichen Lieferung nicht oder nicht vollständig erfüllt, die Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung dann aber unbestreitbar feststehen müssen und dass der Unternehmer auch unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes grundsätzlich nicht berechtigt ist, den ihm obliegenden sicheren Nachweis der materiellen Anforderungen in anderer Weise als durch Belege und Aufzeichnungen zu führen. Somit kommt ein Beweis durch Zeugen als Ersatz für den gesetzlich vorgesehenen Buch- und Belegnachweis grundsätzlich nicht in Betracht, und zwar weder von Amts wegen (§ 76 Abs. 1 FGO) noch auf Antrag. Nur wenn der Formalbeweis ausnahmsweise nicht oder nicht zumutbar geführt werden kann, gebietet es der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, den Nachweis auch in anderer Form zuzulassen (BFH-Urteil in BFHE 250, 248, BStBl II 2015, 912, unter II.3.).

Danach scheidet die von der Klägerin beantragte Beweiserhebung bereits wegen § 6a Abs. 3 UStG i.V.m. §§ 17a ff. UStDV und damit aus Gründen des materiellen Rechts aus.

Der beantragte Beweis wäre nur zu erheben gewesen, wenn der Klägerin die Einhaltung der § 6a Abs. 3 UStG i.V.m. §§ 17a ff. UStDV "nicht zumutbar" war. Hierfür liegen keine Anhaltspunkte vor. Damit ist das Urteil nicht verfahrensfehlerhaft, sondern in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht ergangen, das die von der Klägerin gewünschte Art der Beweisführung --abgesehen vom Ausnahmetatbestand der Unzumutbarkeit-- nicht vorsieht (zur Abgrenzung von materiellem Recht und Verfahrensrecht vgl. auch allgemein BFH-Urteil vom 23. April 2013 VIII R 4/10, BFHE 241, 42, BStBl II 2013, 615).

3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.