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X S 14/15 (PKH) KI-generiert

Legal aid application filed after procedural stage closure: no retroactive grant for concluded non-admission complaint

Geschäftsnummer X S 14/15 (PKH)
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) rejected the applicant's motion for legal aid (PKH), finding no procedural fees were to be charged. The applicant had filed a motion for legal aid to cover costs of a non-admission complaint, which the BFH had previously successful and remanded the underlying tax case back to the Finance Court. The court held that legal aid is granted prospectively for each separate procedural stage; therefore, it cannot be awarded retroactively for a procedural stage that was already concluded before the motion was submitted. The applicant could not reinterpret the motion as applying to the pending second-instance proceedings because the application explicitly referenced only the file number and arguments of the concluded non-admission complaint. The decision rests on § 142 of the Fiscal Courts Act (FGO) in conjunction with § 119(1) sentence 1 of the Code of Civil Procedure (ZPO), which mandates separate legal aid grants for each legal step and limits their effect to future proceedings, barring retroactive awards for closed instances unless the motion was timely filed during the active proceeding.

Legislator-Regeste

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Legal aid application filed after procedural stage closure: no retroactive grant for concluded non-admission complaint: The applicant had filed a motion for legal aid to cover costs of a non-admission complaint, which the BFH had previously successful and remanded the underlying tax case back to the Finance Court. The court held that legal aid is granted prospectively for each separate procedural stage; therefore, it cannot be awarded retroactively for a procedural stage that was already concluded before the motion was submitted. The applicant could not reinterpret the motion as applying to the pending second-instance proceedings because the application explicitly referenced only the file number and arguments of the concluded non-admission complaint. The decision rests on § 142 of the Fiscal Courts Act (FGO) in conjunction with § 119(1) sentence 1 of the Code of Civil Procedure (ZPO), which mandates separate legal aid grants for each legal step and limits their effect to future proceedings, barring retroactive awards for closed instances unless the motion was timely filed during the active proceeding.

Schlagwörter

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rückwirkender Entzug der Rechtspflege Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege Ablehnung des Gesuchstellers Nichteintreten wegen Kostenvorschusses unanfechtbarer Entscheid Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege
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Volltext

Keine Prozesskostenhilfe-Bewilligung auf einen erst nach Abschluss der Instanz eingereichten PKH-Antrag

[LEITSATZ] NV: Auch wenn eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH Erfolg hatte und zur Zurückverweisung der Sache an das FG geführt hat, kann auf einen erst nach Abschluss des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens gestellten PKH-Antrag keine PKH für die abgeschlossene Rechtsmittelinstanz mehr gewährt werden .

[TENOR] Der Antrag wird abgelehnt.

Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei.

[TATBESTAND] 1

I. Der erkennende Senat hat auf die am 15. Februar 2013 eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde des Antragstellers mit Beschluss vom 20. November 2013 ein klageabweisendes Urteil des Finanzgerichts (FG) aufgehoben und die Sache wegen eines Verfahrensmangels an das FG zurückverwiesen. Dort ist sie im zweiten Rechtsgang noch anhängig. Am 22. Mai 2015 hat der Antragsteller beim Bundesfinanzhof (BFH) "wegen Nichtzulassung der Revision" unter Angabe des Aktenzeichens des Verfahrens über die Nichtzulassungsbeschwerde und unter Bezugnahme auf die Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde Prozesskostenhilfe (PKH) beantragt.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE] 2

II. Der Antrag auf Bewilligung von PKH hat keinen Erfolg, weil das gerichtliche Verfahren in der Instanz, auf die der Antrag sich bezieht, im Zeitpunkt seines Eingangs bereits abgeschlossen war.

3

Die Bewilligung von PKH erfolgt für jeden Rechtszug gesondert (§ 142 der Finanzgerichtsordnung --FGO-- i.V.m. § 119 Abs. 1 Satz 1 der Zivilprozessordnung --ZPO--) und wirkt grundsätzlich nur für die Zukunft. Deshalb kann auf einen nach Beendigung der Instanz eingereichten Antrag PKH nicht mehr bewilligt werden. Der Abschluss der Instanz steht der PKH-Bewilligung nur dann nicht entgegen, wenn der Antrag mit allen erforderlichen Unterlagen noch während des laufenden Verfahrens gestellt worden war, das Gericht darüber aber nicht entschieden hat (vgl. zum Ganzen BFH-Beschluss vom 7. August 1984 VII B 27/84, BFHE 141, 494, BStBl II 1984, 838, unter 1.b; Zöller/Geimer, ZPO, 30. Aufl., § 117 Rz 2b).

4

Nach diesen Grundsätzen scheidet eine rückwirkende PKH-Bewilligung für das Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde vorliegend aus, weil der PKH-Antrag erstmals lange nach Abschluss des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde gestellt worden ist.

5

Der PKH-Antrag kann auch nicht dahingehend ausgelegt werden, dass er sich auf das noch anhängige Klageverfahren im zweiten Rechtszug bezieht. Einer solchen Auslegung des von einem Prozessbevollmächtigten gestellten Antrags steht sein klarer Wortlaut sowie die Bezugnahme (ausschließlich) auf das Aktenzeichen der Nichtzulassungsbeschwerde und deren Begründung entgegen.

6

Eine Kostenentscheidung war nicht zu treffen. In Ermangelung eines Gebührentatbestands nach dem Kostenverzeichnis zum Gerichtskostengesetz (GKG) werden keine Gerichtskosten erhoben (§ 3 Abs. 2 GKG). Kosten, die dem Gegner entstanden sind, werden nicht erstattet (§ 142 FGO i.V.m. § 118 Abs. 1 Satz 4 ZPO).