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VIII R 48/11 KI-generiert

Applying § 126a FGO to decide on merits by order when lower court judgment is voided by a subsequent administrative act leaving the substantive dispute unaffected

Geschäftsnummer VIII R 48/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance dismissed the plaintiff's revision by order pursuant to § 126a FGO, upholding the tax office's position and determining that the plaintiff's claim was substantively unfounded. The case involved a tax dispute where the lower court's judgment was rendered based on an administrative assessment notice that had been subsequently replaced by a modified notice, thereby voiding the original proceedings' procedural foundation. Although the revision was formally dismissed due to this procedural defect, the court exercised its authority under §§ 121 and 100 FGO to decide the merits directly without remanding the case, as the substantive dispute remained unaffected and the judge unanimously concluded the revision lacked merit. The decisive legal basis was the application of § 126a FGO, which permits a decision by order in revision proceedings when the lower court judgment is void due to procedural reasons (such as a changed administrative act) but the substantive outcome is clear and a formal hearing is deemed unnecessary, resulting in costs allocated to the plaintiff under § 135(2) FGO.

Legislator-Regeste

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§ 126a FGO; Applying § 126a FGO to decide on merits by order when lower court judgment is voided by a subsequent administrative act leaving the substantive dispute unaffected: NV: Ist ein FG-Urteil aus verfahrensrechtlichen Gründen aufzuheben, weil ihm ein Änderungsbescheid nachfolgt, der den Sachstreit jedoch nicht berührt, kann der BFH unter den Voraussetzungen des § 126a FGO über die Revision durch Beschluss entscheiden.

Schlagwörter

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Revision eines Entscheids prozessleitende Verfügungen materielle Mängel administrative Entlassung Gesuch an eine Behörde Steuerveranlagungsverfahren
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Volltext

(Beschlussverfahren gemäß § 126a FGO nach Änderungsbescheid)

[LEITSATZ]

NV: Ist ein FG-Urteil aus verfahrensrechtlichen Gründen aufzuheben, weil ihm ein Änderungsbescheid nachfolgt, der den Sachstreit jedoch nicht berührt, kann der BFH unter den Voraussetzungen des § 126a FGO über die Revision durch Beschluss entscheiden.

[GRUENDE]

Das angefochtene Urteil ist aus verfahrensrechtlichen Gründen aufzuheben. Ihm liegt ein nicht mehr existierender Bescheid zu Grunde, nachdem am 1. Dezember 2011 ein Änderungsbescheid ergangen ist. Dies hat zur Folge, dass auch das Urteil des Finanzgerichts (FG) keinen Bestand haben kann (ständige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile vom 21. Dezember 1993 VIII R 13/89, BFHE 174, 328, BStBl II 1994, 734; vom 11. April 2012 VIII R 28/09, BFHE 237, 100, BStBl II 2012, 496; vom 6. August 2013 VIII R 11/10, BFH/NV 2014, 27, sowie Urteile des Bundesfinanzhofs vom 23. Januar 2003 IV R 71/00, BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43; vom 28. August 2003 IV R 20/02, BFHE 203, 143, BStBl II 2004, 10).

Da der Sachstreit durch die Bescheidänderung nicht berührt wird und der Kläger und Revisionskläger (Kläger) auch keinen weitergehenden Antrag gestellt hat, bedarf es keiner Zurückverweisung gemäß § 127 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an das FG. Der Senat entscheidet aufgrund seiner Befugnis aus den §§ 121 und 100 FGO in der Sache selbst (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO) gemäß § 126a FGO. Die Vorschrift des § 126a FGO ist auch dann anwendbar, wenn das angefochtene Urteil zwar --wie im Streitfall-- wegen Auswechslung des Verfahrensgegenstandes aus verfahrensrechtlichen Gründen im Revisionsverfahren aufzuheben ist, der erkennende Senat aber bei seiner nach den §§ 121 und 100 FGO in der Sache selbst zu treffenden Entscheidung einstimmig das Revisionsbegehren materiell-rechtlich für unbegründet und eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich hält.

Diese Voraussetzungen sind im Streitfall gegeben. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.