Tax treatment of payments under pre-death inheritance waivers: rejection of revenue from capital loan for gratuitous succession-law contracts
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Finance (BFH) dismissed the non-admission complaint filed by the tax office, thereby upholding the lower court’s judgment that excluded specific payments from income tax; the taxpayer prevailed. The dispute concerned whether payments made pursuant to a pre-death waiver of inheritance and forced share rights constituted taxable income under § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG, which taxes income from the loan of capital. The court held that such waivers are gratuitous succession-law contracts not subject to income tax, and since the waiver itself does not involve a loan of capital, the lower court’s factual finding that no separate capital loan with consideration existed was a matter of fact, not a legal error of principle. Although the complaint also raised a separate issue regarding potential double taxation between income and gift tax, the BFH did not reach this question because the lower court’s decision was supported by multiple alternative grounds, each independently sufficient to sustain the outcome, and the complaint failed to demonstrate a specific legal deficiency for each individual ground.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG, § 135 Abs. 2 FGO; Tax treatment of payments under pre-death inheritance waivers: rejection of revenue from capital loan for gratuitous succession-law contracts: The dispute concerned whether payments made pursuant to a pre-death waiver of inheritance and forced share rights constituted taxable income under § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG, which taxes income from the loan of capital. The court held that such waivers are gratuitous succession-law contracts not subject to income tax, and since the waiver itself does not involve a loan of capital, the lower court’s factual finding that no separate capital loan with consideration existed was a matter of fact, not a legal error of principle. Although the complaint also raised a separate issue regarding potential double taxation between income and gift tax, the BFH did not reach this question because the lower court’s decision was supported by multiple alternative grounds, each independently sufficient to sustain the outcome, and the complaint failed to demonstrate a specific legal deficiency for each individual ground.
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Volltext
Erb- und Pflichtteilverzichtsvertrag - Nichtzulassungsbeschwerde gegen Urteil mit Doppelbegründung
[LEITSATZ]
1. NV: Es ist höchstrichterlich geklärt, dass der vor Eintritt des Erbfalls erklärte Erbverzicht und/oder Pflichtteilsverzicht ein erbrechtlicher --bürgerlich-rechtlich wie steuerrechtlich unentgeltlicher-- Vertrag ist, welcher der Regulierung der Vermögensnachfolge dienen soll und nicht der Einkommensteuer unterliegt .
2. NV: Ob Zahlungen aufgrund eines solchen Vertrages einen Zinsanteil enthalten, ist eine Frage des Einzelfalls und daran zu messen, ob der Zahlung eine Kapitalüberlassung gegen Entgelt i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG zugrunde liegt .
[GRUENDE]
Die Beschwerde ist unbegründet. Entgegen der Auffassung des Beklagten und Beschwerdeführers (Finanzamt --FA--) hat die Beschwerdebegründung weder eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung aufgeworfen noch deutlich gemacht, dass eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung erforderlich ist.
Mit Entscheidungen vom 20. November 2012 VIII R 57/10 (juris) und vom 9. Februar 2010 VIII R 43/06 (BFHE 229, 104, BStBl II 2010, 818) ist höchstrichterlich geklärt, dass der vor Eintritt des Erbfalls erklärte Erb- und/oder Pflichtteilsverzicht ein erbrechtlicher --bürgerlich-rechtlich wie steuerrechtlich unentgeltlicher-- Vertrag ist, welcher der Regulierung der Vermögensnachfolge dienen soll und nicht der Einkommensteuer unterliegt. Ob Zahlungen aufgrund eines solchen Vertrages einen Zinsanteil enthalten, ist eine Frage des Einzelfalls und daran zu messen, ob der Zahlung eine Kapitalüberlassung gegen Entgelt i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zugrunde liegt. Das Finanzgericht (FG) hat seine Entscheidung auf der Grundlage der vorzitierten Rechtsprechung getroffen und ist nach Würdigung der Gesamtumstände des Einzelfalls zu dem Schluss gekommen, eine Kapitalüberlassung gegen Entgelt i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG sei nicht gegeben. Wenn das FA sich gegen diese Auffassung des FG wendet, erhebt es im Ergebnis Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils. Ein Revisionszulassungsgrund wird damit nicht dargelegt, denn das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gewährleisten.
Auf die ferner mit der Beschwerdeschrift für grundsätzlich bedeutsam erachtete Frage, ob die Ertragsbesteuerung für den Fall zurücktreten muss, dass tatbestandlich ein und derselbe Vorgang sowohl der Einkommensteuer als auch der Schenkungssteuer unterliegt, kommt es daher nicht an. Denn ist das Urteil des FG --wie hier-- auf mehrere Begründungen gestützt, von denen jede für sich allein das Entscheidungsergebnis trägt, so muss mit der Beschwerde für jede dieser Begründungen ein Zulassungsgrund i.S. von § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) schlüssig dargelegt werden (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschlüsse vom 5. November 1998 VIII B 18/98, BFH/NV 1999, 513; vom 12. Mai 2000 IV B 74/99, BFH/NV 2000, 1133; vom 16. Juli 2001 V B 44/01, BFH/NV 2001, 1620; Gräber/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., § 116 Rz 28). Diese Voraussetzungen erfüllt die Beschwerde --wie vorstehend dargelegt-- nicht.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.