Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
III R 83/09 KI-generiert

Constitutional validity of lowering the age limit for tax-dependent children and associated transitional rules

Geschäftsnummer III R 83/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) dismissed the plaintiff's revision, affirming the validity of the administrative decision to terminate child benefit payments and leaving the lower court rulings in force. The dispute concerned a civil servant's challenge to the cessation of child benefits for her son, who turned 25 in January 2008, arguing that the legislative lowering of the age limit for tax consideration of children in education constituted unconstitutional unauthentic retroactivity. The court held that the son exceeded the statutory age limit under § 32 para. 4 sentence 1 no. 2 EStG (2008) and that the transitional rule in § 52 para. 40 sentence 7 EStG did not apply to him; the court confirmed that the reduction of the age threshold from 27 to 25 years and the associated transitional provisions by the 2007 Tax Amendment Act were compatible with the German Basic Law, explicitly stating that potential constitutional issues regarding civil service pay and benefits remained irrelevant to the tax law assessment.

Legislator-Regeste

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§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--, § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG 2008, § 52 Abs. 40 Satz 7, § 32 Abs. 1 und Abs. 4 i.V.m. § 63 Abs. 1 Nr. 1 EStG; Constitutional validity of lowering the age limit for tax-dependent children and associated transitional rules: The dispute concerned a civil servant's challenge to the cessation of child benefits for her son, who turned 25 in January 2008, arguing that the legislative lowering of the age limit for tax consideration of children in education constituted unconstitutional unauthentic retroactivity. The court held that the son exceeded the statutory age limit under § 32 para. 4 sentence 1 no. 2 EStG (2008) and that the transitional rule in § 52 para. 40 sentence 7 EStG did not apply to him; the court confirmed that the reduction of the age threshold from 27 to 25 years and the associated transitional provisions by the 2007 Tax Amendment Act were compatible with the German Basic Law, explicitly stating that potential constitutional issues regarding civil service pay and benefits remained irrelevant to the tax law assessment.

Schlagwörter

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Kindesalter verfassungsmässige Schranken Rechtskraft der Veranlagungsverfügung Übergangsvorschriften Leistungskürzung statutarische Leistung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--

Procedural basis cited in the dispositive for dismissing the revision as unfounded.

§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG 2008

Substantive legal basis determining that the child exceeded the age limit and thus could no longer be considered for benefit purposes.

§ 52 Abs. 40 Satz 7

Transitional rule cited to establish that the specific conditions for grandfathering were not met.

§ 32 Abs. 1 und Abs. 4 i.V.m. § 63 Abs. 1 Nr. 1 EStG

Statutory provisions governing the eligibility of the child for benefits, cited to confirm the cessation of entitlement.

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Volltext

Absenkung der Altersgrenze für die Berücksichtigung von Kindern

[LEITSATZ]

Die Absenkung der Altersgrenze für die Berücksichtigung von Kindern in der Berufsausbildung, einer Übergangs- oder Wartezeit oder einem Freiwilligendienst durch das StÄndG 2007 war ebenso wie die dazu getroffene Übergangsregelung mit dem GG vereinbar (Bestätigung des Senatsurteils vom 17. Juni 2010 III R 35/09 nach Nichtannahme der dagegen gerichteten Verfassungsbeschwerde mit Beschluss vom 22. Oktober 2012 2 BvR 2875/10).

[TATBESTAND]

I. Die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) ist als Beamtin des gehobenen Dienstes des Landes Niedersachsen tätig. Ihr am 8. Januar 1983 geborener Sohn absolvierte vom 1. August 2000 bis zum 31. Juli 2003 eine Ausbildung. Im Anschluss daran erlangte er durch den Besuch einer Fachoberschule Mitte des Jahres 2005 die Fachhochschulreife. Seit dem Wintersemester 2005/2006 studiert er an einer Hochschule.

Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) hob mit Bescheid vom 23. November 2007 die Kindergeldfestsetzung gemäß § 70 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ab dem 1. Februar 2008 auf. Zur Begründung verwies sie auf die Absenkung der Altersgrenze in § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG durch Art. 1 Nr. 11 des Steueränderungsgesetzes 2007 vom 19. Juli 2006 (BGBl I 2006, 1652).

Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, der Sohn der Klägerin habe im Januar 2008 das 25. Lebensjahr vollendet; gegen die Absenkung der Altersgrenze bestünden keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Das Urteil ist veröffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 359.

Zur Begründung ihrer Revision trägt die Klägerin vor, die Herabsetzung der Altersgrenze enthalte für Kindergeldberechtigte eine unechte Rückwirkung, die verfassungsrechtlich unzulässig sei. Durch die nicht vorhersehbare Absenkung der Altersgrenze werde sie durch den Verlust des Kindergeldes sowie dessen besoldungs- und beihilferechtliche Folgen erheblich belastet.

Die Klägerin beantragt sinngemäß, das FG-Urteil sowie die Einspruchsentscheidung vom 4. Februar 2008 und den Aufhebungsbescheid vom 23. November 2007 aufzuheben.

Die Familienkasse beantragt, die Revision zurückzuweisen.

Das Verfahren war durch Senatsbeschluss vom 28. Juni 2011 bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) über die Verfassungsbeschwerde 2 BvR 2875/10 gegen das Urteil des Senats vom 17. Juni 2010 III R 35/09 (BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176) ausgesetzt worden. Die Beteiligten haben sich mit einer Entscheidung ohne mündliche Verhandlung einverstanden erklärt.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

II. Die Revision ist unbegründet und zurückzuweisen (§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).

1. Der Sohn der Klägerin hat im Januar 2008 das 25. Lebensjahr vollendet und damit die Altersgrenze des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG 2008 überschritten. Die Übergangsregelung in § 52 Abs. 40 Satz 7 setzt die Vollendung des 24. Lebensjahres im Veranlagungszeitraum 2006 voraus und ist deshalb auf den Sohn der Klägerin nicht anzuwenden. Er kann daher nach § 32 Abs. 1 und Abs. 4 i.V.m. § 63 Abs. 1 Nr. 1 EStG ab Februar 2008 nicht mehr als Kind berücksichtigt werden.

2. Gegen die Absenkung der Altersgrenze vom 27. auf das 25. Lebensjahr und die dazu getroffene Übergangsregelung bestehen, wie der Senat mit Urteil in BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176 entschieden hat, keine verfassungsrechtlichen Bedenken; die gegen dieses Urteil gerichtete Verfassungsbeschwerde hat das BVerfG mit Beschluss vom 22. Oktober 2012 2 BvR 2875/10 nicht zur Entscheidung angenommen.

Für die Beurteilung der Verfassungsmäßigkeit der Herabsetzung der Altersgrenze ist unerheblich, ob die sich daraus ergebenden Folgen für die Beamtenbesoldung und -beihilfe ebenfalls verfassungsgemäß sind (Senatsurteil in BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176, unter II.2.a bb (3)). Denn eine etwaige Verfassungswidrigkeit --z.B. wegen eines Verstoßes gegen Art. 33 Abs. 5 des Grundgesetzes-- könnte auch anders als durch die (Wieder-)Heraufsetzung der Altersgrenze behoben werden, etwa indem der Gesetzgeber besoldungsrechtlich neben den nach § 32 Abs. 4 EStG zu berücksichtigenden Kindern auch ältere Kinder einbezieht, die sich noch in Ausbildung befinden und an die nach § 33a Abs. 1 EStG abziehbarer Unterhalt geleistet wird.