IX B 61/12
The Federal Court of Finance (BFH) dismissed the plaintiff's complaint, ruling that the lower tax court did not commit a procedural error by refusing to reschedule a hearing. The dispute concerned a procedural motion to adjourn a trial date because the plaintiff's designated legal representative was unavailable; the plaintiff argued that the rescheduling refusal violated its rights and justified revision, but the BFH rejected these claims. The court held that the absence of a specific process agent is not a significant reason for changing a court date if the hearing can be competently attended by another member of the same law firm, as a two-week period is generally sufficient for such a colleague to familiarize themselves with the case. The decisive legal basis is § 115 Abs. 2 of the Fiscal Court Law (FGO), under which mere substantive disagreement with the lower court's outcome does not warrant a revision appeal, and established case law dictates that substituting a colleague within the same firm is presumptively reasonable after two weeks unless specific circumstances make it unreasonable.
Terminverlegung
[LEITSATZ] NV: Die Verhinderung des Prozessvertreters ist kein erheblicher Grund für eine Terminverlegung, wenn der Termin durch ein anderes Mitglied der mit der Prozessführung beauftragten Sozietät sachgerecht wahrgenommen werden kann. Hierfür genügt regelmäßig eine Einarbeitungszeit von zwei Wochen.
[GRUENDE] 1
Die Beschwerde hat keinen Erfolg.
2
Soweit die Klägerin und Beschwerdeführerin Rechtsverletzungen seitens des Finanzgerichts (FG) geltend macht, werden damit keine Revisionszulassungsgründe i.S. von § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) dargelegt. Die Berufung auf eine materiell-rechtliche Unrichtigkeit der finanzgerichtlichen Entscheidung kann die Revisionszulassung nicht rechtfertigen.
3
Das FG hat auch nicht verfahrensfehlerhaft entschieden. Die Verhinderung des Prozessvertreters ist kein erheblicher Grund für eine Terminänderung, wenn der Termin durch ein anderes Mitglied der mit der Prozessführung beauftragten Sozietät sachgerecht wahrgenommen werden kann, es sei denn, dass die Wahrnehmung des Termins durch einen anderen als den sachbearbeitenden Prozessvertreter nicht zumutbar ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 4. August 2004 VII B 240, 241/03, BFH/NV 2005, 218). Grundsätzlich ist aber nach zweiwöchiger Einarbeitungszeit die Vertretung durch ein anderes Mitglied der bevollmächtigten Sozietät zumutbar (BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2008 IX B 143/08, BFH/NV 2009, 547). Auch im Streitfall sind keine Gründe ersichtlich, weswegen die Wahrnehmung des Termins durch einen anderen als den sachbearbeitenden Prozessvertreter nicht zumutbar gewesen wäre.