Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
IX B 156/11 KI-generiert

Eigenheimzulage: No legitimate expectation from initial grant to block revocation or amendment

Geschäftsnummer IX B 156/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) dismissed the plaintiff's complaint, rejecting the request for leave to appeal against the lower court's decision, thereby upholding the financial authority's position. The dispute concerned the plaintiff's attempt to prevent the revocation or amendment of a previously granted home-ownership allowance (Eigenheimzulage) by invoking the doctrine of legitimate expectation (Vertrauensschutz). The court held that the issuance of such an allowance does not create a protective trust norm that would bind the tax authorities against subsequent corrections under the principles of good faith. Regarding the alleged divergence from other supreme courts, the BFH ruled that the plaintiff's failure to specifically cite and contrast the relevant case law, relying instead on a general reference to "extensive jurisprudence" of other supreme federal courts, was insufficient to establish a divergence requiring unified legal interpretation. Consequently, no decision was necessary to ensure uniform jurisprudence, and the complaint was rejected as procedurally insufficient and legally unfounded.

Legislator-Regeste

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§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO; Eigenheimzulage: No legitimate expectation from initial grant to block revocation or amendment: The dispute concerned the plaintiff's attempt to prevent the revocation or amendment of a previously granted home-ownership allowance (Eigenheimzulage) by invoking the doctrine of legitimate expectation (Vertrauensschutz). The court held that the issuance of such an allowance does not create a protective trust norm that would bind the tax authorities against subsequent corrections under the principles of good faith. Regarding the alleged divergence from other supreme courts, the BFH ruled that the plaintiff's failure to specifically cite and contrast the relevant case law, relying instead on a general reference to "extensive jurisprudence" of other supreme federal courts, was insufficient to establish a divergence requiring unified legal interpretation. Consequently, no decision was necessary to ensure uniform jurisprudence, and the complaint was rejected as procedurally insufficient and legally unfounded.

Schlagwörter

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Vollstreckung eines deutschen Versäumnisurteils deutsches Steuerrecht Aufhebung des kantonalen Entscheids Gültigkeit des Testaments deutsches Bundesverfassungsgericht Vertrauensschutz
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Volltext

Kein Vertrauensschutz bei Festsetzung von Eigenheimzulage - keine Divergenz bei nur pauschalen Hinweisen auf höchstrichterliche Rechtsprechung

[LEITSATZ] 1. NV: Durch eine (auch antragsgemäße) Festsetzung der Eigenheimzulage wird kein Vertrauenstatbestand geschaffen, der die Finanzbehörde nach Treu und Glauben an der Aufhebung oder Änderung des Bescheids finden könnte.

2. NV: Der pauschale Hinweis auf nicht näher zitierte umfangreiche höchstrichterliche Rechtsprechung anderer oberster Bundesgerichte reicht für die Darlegung wie Annahme einer Divergenz nicht aus.

[GRUENDE] 1

Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Zum Teil entspricht ihre Begründung nicht den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im Übrigen liegen die von der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) geltend ge-machten Zulassungsgründe auch nicht vor.

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1. Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO. Abgesehen von einer fehlenden Auseinandersetzung mit der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist die Frage nach dem Vertrauensschutz im Zusammenhang mit der Festsetzung der Eigenheimzulage geklärt. Denn durch eine (auch antragsgemäße) Festsetzung der Eigenheimzulage wird kein Vertrauenstatbestand geschaffen, der die Finanzbehörde nach Treu und Glauben an der Aufhebung oder Änderung des Bescheids hindern könnte (vgl. BFH-Beschluss vom 26. September 2003 III B 144/02, BFH/NV 2004, 163; BFH-Urteil vom 22. Februar 2007 IX R 26/05, BFHE 217, 373, BStBl II 2007, 859 a.E.), wie auch die Aufhebungsund Änderungsvorschriften des § 11 Abs. 4 und Abs. 5 des Eigenheimzulagengesetzes zeigen (vgl. BFH-Urteile vom 10. Mai 2007 IX R 42/06, BFH/NV 2007, 2078; vom 11. Mai 2010 IX R 35/09, BFH/NV 2010, 1621).

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Zudem beachtet die Klägerin nicht hinreichend, dass die Finanzbehörde im Interesse des Anspruchsberechtigten an einer beschleunigten Bewilligung zunächst von näheren Ermittlungen freigestellt bleiben soll (vgl. BFH-Urteile vom 7. Juli 2005 IX R 66/04, BFH/NV 2006, 256; vom 27. Juni 2006 IX R 17/05, BFH/NV 2007, 876). Im Übrigen handelt es sich bei Fragen zur Eigenheimzulage um --grundsätzlich nicht mehr bedeutsames-- ausgelaufenes Recht (vgl. BFH-Beschlüsse vom 17. Juni 2010 IX B 37/10, BFH/NV 2010, 1620; vom 13. Oktober 2011 IX B 97/11, BFH/NV 2012, 179).

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Entsprechend ist auch keine BFH-Entscheidung zur Fortbildung des Rechts i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. FGO erforderlich.

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2. Ebenso ist eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alt. FGO in Gestalt einer Divergenz weder hinreichend dargelegt noch erforderlich. Dazu hätte die Klägerin die tragenden Erwägungen der angefochtenen Entscheidung und (vermeintlicher) Divergenzentscheidungen so herausarbeiten und gegenüberstellen müssen, dass eine Abweichung im Grundsätzlichen erkennbar wird (vgl. BFH-Beschlüsse vom 19. Mai 2010 IX B 11/10, BFH/NV 2010, 1648; vom 23. August 2011 IX B 63/11, BFH/NV 2012, 53). Das ist nicht geschehen. Weder eine Abweichung in der Würdigung von Tatsachen noch bloße Subsumtionsfehler des Finanzgerichts noch der pauschale Hinweis auf nicht näher zitierte "umfangreiche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, des Bundessozialgerichts und des Bundesarbeitsgerichts", die im (angeblichen) "Widerspruch zur Rechtsprechung des BFH" stehe, reichen für die Annahme einer Divergenz aus.

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3. Im Übrigen ergeht der Beschluss nach § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO ohne weitere Begründung.