Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
X S 21/11 KI-generiert

Jurisdiction for suspension of enforcement after remand to lower tax court

Geschäftsnummer X S 21/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) issued a procedural order directing that the pending application for suspension of enforcement (AdV) be transferred to and decided by the lower Finance Court (FG), as the BFH was no longer the competent court of principal proceedings. The dispute arose from the taxpayer's non-admission appeal against three FG judgments dismissing income tax and trade tax assessments for the years 1997–2006; the BFH initially granted the appeal on procedural grounds (failure to take necessary evidence) and remanded the main proceedings to the FG. Relying on § 69 Abs. 3 Satz 1 FGO, the court held that upon remand, the FG automatically became the "court of the main proceedings," thereby assuming jurisdiction over the AdV application without requiring a separate motion to transfer. The FG is instructed to assess whether serious doubts exist regarding the legality of the administrative acts, potentially granting suspension in full or in part, possibly subject to a security deposit.

Legislator-Regeste

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§ 69 Abs. 3 Satz 1 FGO; Jurisdiction for suspension of enforcement after remand to lower tax court: The dispute arose from the taxpayer's non-admission appeal against three FG judgments dismissing income tax and trade tax assessments for the years 1997–2006; the BFH initially granted the appeal on procedural grounds (failure to take necessary evidence) and remanded the main proceedings to the FG. Relying on § 69 Abs. 3 Satz 1 FGO, the court held that upon remand, the FG automatically became the "court of the main proceedings," thereby assuming jurisdiction over the AdV application without requiring a separate motion to transfer. The FG is instructed to assess whether serious doubts exist regarding the legality of the administrative acts, potentially granting suspension in full or in part, possibly subject to a security deposit.

Schlagwörter

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Antrag auf Zulassung der Zwangsvollstreckung - Zuständigkeit prozessleitende Verfügungen Steuerveranlagungsverfahren hängiges Verfahren Urteilsvollstreckung nicht-administrative Streitigkeit
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 69 Abs. 3 Satz 1 FGO

Establishes that the Finance Court becomes the competent court for deciding the suspension of enforcement application after the main proceedings are remanded.

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Volltext

Abgabe eines AdV-Antrags an das FG bei Zurückverweisung im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren

[LEITSATZ]

NV: Wird ein AdV-Antrag zu einem beim BFH anhängigen Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde gestellt und führt die Nichtzulassungsbeschwerde wegen eines Verfahrensmangels des FG-Urteils zur Zurückverweisung an das FG, ist auch der AdV-Antrag --sofern der BFH noch nicht über ihn entschieden hat-- an das FG abzugeben, weil das FG mit der Zurückverweisung des Klageverfahrens zum "Gericht der Hauptsache" wird .

[TATBESTAND]

I. Das Finanzgericht (FG) hatte drei Klagen der Antragstellerin wegen Einkommensteuer 1997 und 1998, Einkommensteuer 1999 bis 2006 sowie Gewerbesteuermessbetrag 1997 bis 2006 als unbegründet abgewiesen. Die Antragstellerin hat hiergegen am 17. Dezember 2010 Nichtzulassungsbeschwerden eingelegt und am 27. Juni 2011 einen entsprechenden Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) gestellt.

Der erkennende Senat hat mit Beschlüssen vom 29.06.2011 die angefochtenen Urteile wegen eines Verfahrensmangels (Unterlassen einer notwendigen Beweisaufnahme) aufgehoben und die Rechtsstreitigkeiten an das FG zurückverwiesen.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

II. Der AdV-Antrag ist an das FG abzugeben.

Der Bundesfinanzhof (BFH) ist nicht mehr das für die Entscheidung über den AdV-Antrag zuständige "Gericht der Hauptsache" i.S. des § 69 Abs. 3 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), da der Senat die Hauptsacheverfahren mit Beschlüssen vom 29.6.2011 an das FG zurückverwiesen hat.

Mit dieser Zurückverweisung ist das FG zum Gericht der Hauptsache geworden und damit für die Entscheidung über den --ursprünglich beim BFH als damaligem Gericht der Hauptsache gestellten-- AdV-Antrag zuständig. Eines Antrags der Antragstellerin auf Abgabe des AdV-Verfahrens an das FG bedarf es nicht (vgl. zum Ganzen BFH-Beschluss vom 1. September 2005 IX S 9/05, BFH/NV 2006, 95, m.w.N.).

Das FG wird unter Beachtung der Gründe der zurückverweisenden Beschlüsse in den Hauptsacheverfahren zu prüfen haben, ob beim derzeitigen Stand des Verfahrens und der Sachverhaltsaufklärung --insbesondere unter Berücksichtigung des Umstands, dass die erforderliche Beweisaufnahme und -würdigung noch aussteht-- ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der angefochtenen Verwaltungsakte bestehen, die eine --ggf. teilweise und/ oder in Höhe eines Teilbetrags von einer Sicherheitsleistung abhängig zu machende-- AdV rechtfertigen können.