Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VIII B 170/10 KI-generiert

Taxation of partner in professional partnership: Divergence claim rejected where lower court correctly applied BFH "Abfärbewirkung" doctrine to distinguish professional activities

Geschäftsnummer VIII B 170/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) dismissed the taxpayer's appeal against the non-allowance of her case for revision, ruling in favor of the tax administration. The dispute concerned whether a community pharmacy's activities were sufficiently distinguishable from the professional activities of the taxpayer, a partner in a pharmacy society, for tax purposes (the "Abfärbewirkung" doctrine). The Tax Court (FG) had denied the relevant tax benefit, finding the activities indistinguishable. The BFH held that no divergence from established BFH case law existed, as the FG explicitly relied on the controlling 1998 BFH decision and merely applied its legal principles to the specific facts of the case; such an error in application does not constitute a sufficient legal question to warrant the allowance of revision under § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO, unless the error is of significant weight, damages public trust in jurisprudence, or is objectively arbitrary, none of which were present.

Legislator-Regeste

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§ 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO, § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO, § 115 FGO; Taxation of partner in professional partnership: Divergence claim rejected where lower court correctly applied BFH "Abfärbewirkung" doctrine to distinguish professional activities: The dispute concerned whether a community pharmacy's activities were sufficiently distinguishable from the professional activities of the taxpayer, a partner in a pharmacy society, for tax purposes (the "Abfärbewirkung" doctrine). The Tax Court (FG) had denied the relevant tax benefit, finding the activities indistinguishable. The BFH held that no divergence from established BFH case law existed, as the FG explicitly relied on the controlling 1998 BFH decision and merely applied its legal principles to the specific facts of the case; such an error in application does not constitute a sufficient legal question to warrant the allowance of revision under § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO, unless the error is of significant weight, damages public trust in jurisprudence, or is objectively arbitrary, none of which were present.

Schlagwörter

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Partnerschaftsgesellschaft Rechtslehre öffentlich-rechtliche Leistung öffentliche Finanzen Berufskammer Begründung einer Praxisänderung
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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde: Abfärbewirkung, Divergenz

[LEITSATZ]

1. NV: Eine Divergenz zur Rechtsprechung des BFH ist nicht gegeben, wenn das FG erkennbar von der Rechtsauffassung des BFH zur sog. Abfärbewirkung ausgegangen ist und sich dabei sogar ausdrücklich auf die von der Klägerin in Bezug genommene Entscheidung des BFH vom 19. Februar 1998 IV R 11/97 (BStBl II 1998, 603) berufen hat.

2. NV: Eine fehlerhafte Anwendung der Rechtsprechungsgrundsätze auf die Besonderheiten des Streitfalles reicht grundsätzlich nicht für die Zulassung der Revision gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO aus.

[GRUENDE]

1

1. Von der Darstellung des Tatbestandes sieht der Senat gemäß § 116 Abs. 5 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ab.

2

2. Der Senat kann offenlassen, ob die Beschwerdebegründung den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgründen i.S. von § 115 Abs. 2 i.V.m. § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entspricht, denn jedenfalls ist die Beschwerde unbegründet.

3

Entgegen der Auffassung der Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) erfordert insbesondere die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung keine Entscheidung des Bundesfinanzhofs --BFH-- (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 30. August 2001 IV B 79, 80/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837; Gräber/Ruban, Finanzgerichtsgerichtsordnung, 7. Aufl., § 115 Rz 54, m.w.N.). Das Finanzgericht (FG) hat seiner Entscheidung keinen abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt, der mit der von der Klägerin angeführten Rechtsprechung des BFH nicht übereinstimmt. Tatsächlich ist das FG erkennbar von der Rechtsauffassung des BFH zur sog. Abfärbewirkung ausgegangen und hat sich dabei sogar ausdrücklich auf die von der Klägerin in Bezug genommene Entscheidung des BFH vom 19. Februar 1998 IV R 11/97 (BFHE 186, 37, BStBl II 1998, 603) berufen. Nach Würdigung der Gesamtumstände des Streitfalls ist das FG dann zu dem Schluss gekommen, die Tätigkeit der Apothekengesellschaft sei von derjenigen der Klägerin nicht abgrenzbar.

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Demgemäß könnte allenfalls eine fehlerhafte Anwendung der Rechtsprechungsgrundsätze auf die Besonderheiten des Streitfalls vorliegen. Das reicht aber grundsätzlich für die Zulassung der Revision gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO nicht aus.

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Eine unrichtige Rechtsanwendung im Einzelfall könnte allenfalls dann zur Zulassung der Revision führen, wenn dieser Fehler von erheblichem Gewicht und zudem geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu beschädigen oder aber, wenn die Entscheidung des FG objektiv willkürlich ist (vgl. Lange in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 115 FGO Rz 201, 204; Gräber/ Ruban, a.a.O., § 115 Rz 55 und 68). Dafür bestehen jedoch keine Anhaltspunkte.