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XI R 16/08 KI-generiert

VAT liability for foreign supplier: Existence of a branch not dependent on commercial register entry

Geschäftsnummer XI R 16/08
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) overturned the lower court's decision and remanded the case for further proceedings, ruling in favor of the taxpayer (plaintiff). The dispute concerned the validity of a liability assessment issued by the tax office under § 51 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 55 UStDV for VAT debts of a foreign (Polish) supplier that provided goods to a German corporate customer in 1997 and 1998. The tax office had initially established liability based on the finding that the supplier was foreign-based and lacked a registered branch in Germany, dismissing the argument that a branch existed because it was not entered in the commercial register and no application for registration was found. The BFH held that the lower court erred by relying determinatively on the absence of a commercial register entry or an attempt to register to conclude that a branch or place of business did not exist, establishing that such formal requirements are not the sole criteria for determining the existence of a branch for VAT purposes.

Legislator-Regeste

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§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO; VAT liability for foreign supplier: Existence of a branch not dependent on commercial register entry: The dispute concerned the validity of a liability assessment issued by the tax office under § 51 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 55 UStDV for VAT debts of a foreign (Polish) supplier that provided goods to a German corporate customer in 1997 and 1998. The tax office had initially established liability based on the finding that the supplier was foreign-based and lacked a registered branch in Germany, dismissing the argument that a branch existed because it was not entered in the commercial register and no application for registration was found. The BFH held that the lower court erred by relying determinatively on the absence of a commercial register entry or an attempt to register to conclude that a branch or place of business did not exist, establishing that such formal requirements are not the sole criteria for determining the existence of a branch for VAT purposes.

Schlagwörter

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deutsches Steuerrecht Mehrwertsteuerpflicht des Steuerpflichtigen Haftung des Importeurs Einbezug der Mehrwertsteuer subsidiäre Haftung deutsche Marke
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO

Procedural rule applied to order the remand of the case to the lower court for further proceedings and decision.

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Volltext

(Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 8.9.2010 XI R 15/08 - Besteuerung im Abzugsverfahren bei im Ausland ansässigem Unternehmer, hier Haftungsvoraussetzungen für Umsatzsteuer)

[TATBESTAND] 1

I. Die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) ist aufgrund mehrfacher Umwandlungen Rechtsnachfolgerin der X-GmbH (im Folgenden: GmbH). Die GmbH bezog in den Streitjahren 1997 und 1998 Werklieferungen der I, einer Kapitalgesellschaft polnischen Rechts. Ihre Geschäftsleitung und Sitz befanden sich in Polen. Generalbevollmächtigter der I in Deutschland war ein Herr F.

2

Im Anschluss an eine Außenprüfung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt --FA--) die Auffassung, dass I im Ausland ansässig sei. Er erließ unter dem Datum des 29. April 2002 gegenüber der Klägerin einen auf § 51 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 55 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung 1993 (UStDV) in der in den Streitjahren geltenden Fassung gestützten Haftungsbescheid wegen von I geschuldeter Umsatzsteuer der Streitjahre 1997 und 1998.

3

In der Einspruchsentscheidung setzte das FA die Haftungsschuld herab. Im Übrigen hatte der Einspruch keinen Erfolg. Das FA war der Ansicht, eine Zweigniederlassung i.S. des § 51 Abs. 3 UStDV liege mangels Eintragung im Handelsregister nicht vor. Es sei nicht einmal ein Antrag auf Eintragung gestellt worden. Darüber hinaus sei unklar, ob die von I angegebenen Örtlichkeiten ihr überhaupt zuzurechnen seien.

4

Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegründet ab. Zur Begründung verwies es auf sein Urteil vom selben Tage in dem Verfahren 10 K 614/03, von dem es eine Ablichtung beifügte.

5

Mit ihrer Revision macht die Klägerin geltend, I habe im Inland eine Betriebsstätte unterhalten und die Voraussetzungen einer Zweigniederlassung seien erfüllt. Außerdem sei das beklagte FA nicht zuständig gewesen und der Erlass des im Ermessen des FA liegenden Haftungsbescheids damit unwirksam.

6

Wegen der weiteren Einzelheiten verweist die Klägerin auf die --in Kopie beigefügte-- Revisionsbegründung in dem Revisionsverfahren XI R 15/08, das das Urteil des FG Köln in dem Verfahren 10 K 614/03 betrifft.

7

Die Klägerin beantragt sinngemäß,

das angefochtene Urteil und den Haftungsbescheid aufzuheben.

8

Das FA beantragt,

die Revision als unbegründet zurückzuweisen.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE] 9

II. 1. Die Revision der Klägerin ist begründet. Sie führt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zurückverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Das FG hat bei seiner Entscheidung, I habe keine Zweigstelle im Inland unterhalten, zu Unrecht entscheidend darauf abgestellt, dass die Errichtung einer Zweigstelle nicht im Handelsregister eingetragen gewesen sei und I sich auch nicht um eine Eintragung bemüht habe.

10

Wegen der Einzelheiten der Begründung verweist der Senat auf sein Urteil vom 8.9.2010 in dem Verfahren XI R 15/08.