Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
V B 67/10 KI-generiert

BFH admissibility: § 62(4) FGO representation requirement prevails over procedural incapacity defense

Geschäftsnummer V B 67/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Fiscal Court (BFH) dismissed the appeal as inadmissible, leaving the lower court's judgment in force. The case involved a dispute where a Prokurist (Managing Director) filed an appeal on behalf of a corporate plaintiff, raising the question of whether the appellant could rely on his own procedural incapacity to validate the filing made by a representative who lacked the statutory right to act in court proceedings. The court held that under Section 62(4) of the Fiscal Court Order (FGO), parties before the BFH must be represented by specific qualified legal professionals (e.g., lawyers, tax consultants), and this formal requirement applies regardless of any doubt regarding the representative's personal procedural capacity. Consequently, the court applied the doctrine that a party invoking procedural incapacity is deemed capable for the purpose of that specific dispute; however, a complaint filed personally by a non-qualified individual, or by a representative lacking the specific professional status required by Section 62(4) FGO, is procedurally defective and must be dismissed as inadmissible without needing to resolve underlying questions about the representative's mental capacity.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 62 Abs. 4 FGO, § 62 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 FGO; BFH admissibility: § 62(4) FGO representation requirement prevails over procedural incapacity defense: The case involved a dispute where a Prokurist (Managing Director) filed an appeal on behalf of a corporate plaintiff, raising the question of whether the appellant could rely on his own procedural incapacity to validate the filing made by a representative who lacked the statutory right to act in court proceedings. The court held that under Section 62(4) of the Fiscal Court Order (FGO), parties before the BFH must be represented by specific qualified legal professionals (e.g., lawyers, tax consultants), and this formal requirement applies regardless of any doubt regarding the representative's personal procedural capacity. Consequently, the court applied the doctrine that a party invoking procedural incapacity is deemed capable for the purpose of that specific dispute; however, a complaint filed personally by a non-qualified individual, or by a representative lacking the specific professional status required by Section 62(4) FGO, is procedurally defective and must be dismissed as inadmissible without needing to resolve underlying questions about the representative's mental capacity.

Schlagwörter

KI-generiert
Wiederherstellung der versäumten Frist ungenügende amtliche Verteidigung unzureichende Rückkehrgarantien posttraumatische Symptome orthopädische Beeinträchtigungen Bewilligungsverweigerung
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Prozessfähigkeit des Prozessbevollmächtigten

[LEITSATZ] 1. NV: Ein Beteiligter, der sich in einem Revisionsverfahren auf seine Prozessunfähigkeit beruft, ist für den Streit über seine Prozessfähigkeit als prozessfähig zu behandeln.

2. NV: Auch eine prozessunfähige Person muss sich nach § 62 Abs. 4 FGO vor dem BFH durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer als Bevollmächtigten vertreten lassen. Daher ist eine Beschwerde, die ein nach § 62 Abs. 4 FGO nicht postulationsfähiger Kläger persönlich einlegt, selbst dann als unzulässig zu verwerfen, wenn Zweifel an seiner Prozessfähigkeit bestehen.

[GRUENDE] 1

Die Beschwerde ist unzulässig.

2

1. Vor dem Bundesfinanzhof (BFH) muss sich jeder Beteiligte, sofern es sich nicht um eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder um eine Behörde handelt, durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer als Bevollmächtigten vertreten lassen; zur Vertretung berechtigt sind auch Gesellschaften i.S. des § 3 Nr. 2 und 3 des Steuerberatungsgesetzes, die durch solche Personen handeln (§ 62 Abs. 4 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Im Streitfall ist die Beschwerde nicht von einer solchen Person oder Gesellschaft eingelegt worden; die Beschwerde ist daher als unzulässig zu verwerfen.

3

2. Für die Entscheidung über die Beschwerde ist es unerheblich, ob der Prokurist M, der für die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin), die Beschwerde gemäß § 62 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 FGO eingelegt hat, prozessfähig ist. Zwar ist ein Beteiligter, der sich in einem Revisionsverfahren auf seine Prozessunfähigkeit beruft, für den Streit über seine Prozessfähigkeit als prozessfähig zu behandeln (vgl. BFH-Urteil vom 3. Dezember 1971 III R 44/68, BFHE 105, 230, BStBl II 1972, 541). Doch muss sich auch eine prozessunfähige Person nach § 62 Abs. 4 FGO vor dem BFH durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer als Bevollmächtigten vertreten lassen. Daher ist eine Beschwerde, die ein nach § 62 Abs. 4 FGO nicht postulationsfähiger Kläger persönlich einlegt, auch dann als unzulässig zu verwerfen, wenn Zweifel an seiner Prozessfähigkeit bestehen (vgl. BFH-Urteil vom 25. August 2000 IV B 66/00, juris). Dementsprechend ist eine Beschwerde, die durch einen nach § 62 Abs. 4 FGO nicht postulationsfähigen Vertreter eingelegt wird, im Hinblick auf diesen Mangel unzulässig, ohne dass Zweifel an der Prozessfähigkeit des Vertreters aufzuklären sind. Daher war nicht zu entscheiden, ob M als prozessunfähig anzusehen ist.