Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
V B 10/10 KI-generiert

Waiver of objection to violation of court’s duty to investigate facts in appeal proceedings

Geschäftsnummer V B 10/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Fiscal Court (BFH) dismissed the taxpayer’s complaint for leave to appeal, leaving the lower court’s decision in favor of the tax authority in force. The case involved a dispute over the VAT treatment of the operation of a golf course, where the taxpayer argued the Federal Finance Court (FG) had erred by distinguishing the case from prior BFH jurisprudence concerning the long-term rental of a gymnasium hall and by violating its duty to investigate facts (*Amtsermittlung*) under § 76 Abs. 1 FGO. The BFH held that no substantive legal divergence existed because the golf course operation, involving a variety of active services, was materially distinct from the passive rental of a building. Furthermore, the court ruled that the taxpayer waived the procedural objection regarding the duty to investigate facts by failing to raise it during the oral hearing before the FG, despite being professionally represented; according to established procedure (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO), a party loses the right to object to such procedural deficiencies if they participate in the proceedings without timely complaint.

Legislator-Regeste

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§ 76 Abs. 1 FGO, § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO, § 94 FGO, § 155 FGO, § 295 ZPO, § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO; Waiver of objection to violation of court’s duty to investigate facts in appeal proceedings: The case involved a dispute over the VAT treatment of the operation of a golf course, where the taxpayer argued the Federal Finance Court (FG) had erred by distinguishing the case from prior BFH jurisprudence concerning the long-term rental of a gymnasium hall and by violating its duty to investigate facts (*Amtsermittlung*) under § 76 Abs. 1 FGO. The BFH held that no substantive legal divergence existed because the golf course operation, involving a variety of active services, was materially distinct from the passive rental of a building. Furthermore, the court ruled that the taxpayer waived the procedural objection regarding the duty to investigate facts by failing to raise it during the oral hearing before the FG, despite being professionally represented; according to established procedure (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO), a party loses the right to object to such procedural deficiencies if they participate in the proceedings without timely complaint.

Schlagwörter

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Rechtsverzicht Untersuchungsgrundsatz Verfahrensrügen Rechte des Steuerpflichtigen Steuerverfahren Steuerverwaltung
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Volltext

Rügeerfordernis bei Verletzung der Sachaufklärungspflicht

[LEITSATZ]

NV: Der durch einen Steuerberater fachkundig vertretene Kläger kann im Beschwerdeverfahren nicht geltend machen, das FG habe die Sachaufklärungspflicht (§ 76 Abs. 1 FGO) verletzt, wenn er dies nicht bereits in der mündlichen Verhandlung vor dem FG gerügt hat.

[GRUENDE]

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Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

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1. Die Revision ist nicht nach § 115 Abs. 2 Nr. 2, Alt. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen, da die geltend gemachte Divergenz zum Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17. Dezember 2008 XI R 23/08 (BFHE 224, 162, BStBl II 2010, 208) nicht vorliegt. Der BFH hat in diesem Urteil unter II.2. ausgeführt, dass nach den Grundsätzen der höchstrichterlichen Rechtsprechung die langfristige Vermietung eines Turnhallengebäudes samt Betriebsvorrichtungen an einen einzigen Vertragspartner jedenfalls keine einheitliche steuerpflichtige Leistung ist. Sie sei mit den Umsätzen des Betreibers einer Sportanlage, der eine Vielzahl von unterschiedlichen Leistungen erbringt, nicht vergleichbar, da bei der Vermietung eines Turnhallengebäudes samt Betriebsvorrichtungen die "passive" Zurverfügungstellung des Gebäudes samt Betriebsvorrichtung und damit die steuerfreie Grundstücksvermietung der Leistung das maßgebliche Gepräge gibt.

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Das Finanzgericht (FG) hat seine Entscheidung unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das BFH-Urteil in BFHE 224, 162, BStBl II 2010, 208 darauf gestützt, dass der im vorliegenden Fall streitige Betrieb eines Golfplatzes nicht nur die passive Zurverfügungstellung eines Geländes, sondern eine Vielzahl weiterer Tätigkeiten umfasse. Somit liegt die geltend gemachte Abweichung nicht vor, da der vom FG beurteilte Sachverhalt sich in so bedeutsamer und wesentlicher Weise von dem Sachverhalt der angeblichen Divergenzentscheidung unterscheidet, dass durch einen vom BFH in der angeblichen Divergenzentscheidung aufgestellten Rechtssatz der Sachverhalt des FG nicht als mitentschieden gelten kann (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 12. Juni 2008 XI B 201/07, nicht veröffentlicht).

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2. Soweit die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) eine Verletzung der Sachaufklärungspflicht (§ 76 Abs. 1 FGO) als (verzichtbaren) Verfahrensmangel gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO in Gestalt des Unterlassens einer Amtsermittlung rügt, ist dieser Verstoß nicht gegeben. Ausweislich des Sitzungsprotokolls (zu dessen Beweiskraft s. § 94 FGO i.V.m. § 165 der Zivilprozessordnung --ZPO--) hat die Klägerin in der mündlichen Verhandlung weder einen Beweisantrag gestellt noch auf ihn oder anderweitige Aufklärungsmaßnahmen hingewirkt, obwohl spätestens aufgrund der Ladung erkennbar war, dass das FG eine mögliche Beweiserhebung oder weitere Aufklärungsmaßnahmen außerhalb der mündlichen Verhandlung nicht durchzuführen beabsichtigte. Gleichwohl hat die --in der mündlichen Verhandlung vor dem FG durch einen Steuerberater fachkundig vertretene-- Klägerin rügelos zur Sache verhandelt und damit ihr Rügerecht durch bloßes Unterlassen einer rechtzeitigen Rüge verloren (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO; ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 27. August 2008 IX B 207/07, BFH/NV 2008, 2022, m.w.N.).

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3. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begründung sieht der Senat gemäß § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO ab.