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IX R 53/09 KI-generiert

Effect of insolvency proceedings on the validity of a lower court judgment in tax assessment partnership disputes

Geschäftsnummer IX R 53/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) overturned the lower court’s judgment and remanded the case for renewed proceedings, effectively allowing the taxpayers’ revision and nullifying the initial decision. The dispute concerned the correct apportionment of special depreciation rates under the Foster Region Act for a developer’s community partnership for the tax years 1998 and 1999. The decisive legal issue was the procedural validity of the lower court’s judgment rendered without knowledge that a provisional insolvency proceedings had been opened for one of the necessary co-parties in the assessment partnership. The BFH held that the opening of insolvency proceedings automatically interrupted the civil litigation under §§ 155 FGO and 240 ZPO, meaning the prior judgment lacked legal effect; the case was remanded to await the resumption or conclusion of the insolvency proceedings before a new decision could be made.

Legislator-Regeste

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§§ 155 FGO, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO; Effect of insolvency proceedings on the validity of a lower court judgment in tax assessment partnership disputes: The dispute concerned the correct apportionment of special depreciation rates under the Foster Region Act for a developer’s community partnership for the tax years 1998 and 1999. The decisive legal issue was the procedural validity of the lower court’s judgment rendered without knowledge that a provisional insolvency proceedings had been opened for one of the necessary co-parties in the assessment partnership. The BFH held that the opening of insolvency proceedings automatically interrupted the civil litigation under §§ 155 FGO and 240 ZPO, meaning the prior judgment lacked legal effect; the case was remanded to await the resumption or conclusion of the insolvency proceedings before a new decision could be made.

Schlagwörter

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Steuerveranlagungsverfahren Zahlungsunfähigkeit Wirkungen des Urteils zivilrechtliche Revision steuerrechtliche Abschreibung "Vorläufige Geltung"
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO

Basis for the court's order to set aside the judgment and remand the case for renewed oral hearing and decision.

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Volltext

Entscheidung über Revision bei Insolvenzverfahren - Unterbrechung eines Klageverfahrens bei Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens

[LEITSATZ]

NV: Einem finanzgerichtlichen Urteil, das in Unkenntnis der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen eines Feststellungsbeteiligten ergeht, kommt keine Rechtswirkung zu; es ist aus Gründen der Rechtsklarheit im Revisionsverfahren aufzuheben.

[TATBESTAND]

I. Das Verfahren betrifft die Höhe von Sonderabschreibungen nach dem Fördergebietsgesetz in den Streitjahren 1998 und 1999. Eigentümer des betroffenen Grundstücks sind die Beteiligten der Bauträgergemeinschaft X in Y. Über einen dieser Beteiligten, die Beigeladene zu 1, wurde das Insolvenzverfahren am 1. Juli 2009 und damit vor der Entscheidung des Finanzgerichts (FG) vom 20. Oktober 2009 eröffnet.

Gegen das Urteil des FG haben die Kläger und Revisionskläger (Kläger) Revision eingelegt, die sie auf die Verletzung materiellen Rechts stützen.

Die Kläger beantragen sinngemäß,

die Bescheide über die einheitliche und gesonderte Feststellung von Einkünften der Bauträgergemeinschaft X für die Jahre 1998 und 1999 dahingehend zu ändern, dass die betragsmäßig festgestellten Sonderabschreibungen mit einem AfA-Satz von 40 % anzusetzen sind.

Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt) beantragt,

die Revision zurückzuweisen.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

II. Die Revision ist begründet, sie führt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zurückverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).

1. Das in Unkenntnis des Insolvenzverfahrens über das Vermögen eines Feststellungsbeteiligten ergangene Urteil des FG entfaltet keine Rechtswirkung und ist aus Gründen der Rechtsklarheit aufzuheben (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. Juni 2009 V B 23/08, BFH/NV 2009, 1819). Bereits vor Ergehen des finanzgerichtlichen Urteils war das Klageverfahren gemäß §§ 155 FGO, 240 der Zivilprozessordnung unterbrochen. Denn am 1. Juli 2009 war über das Vermögen des Beigeladenen zu 1 ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden und ein allgemeines Verfügungsverbot verhängt worden (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 30. September 2004 IV B 42/03, BFH/NV 2005, 365). Die Folge der Verfahrensunterbrechung gilt auch in einem Verfahren über einen Bescheid über die einheitliche und gesonderte Feststellung von Einkünften einer Bauträgergemeinschaft (vgl. zum Gewinnfeststellungsbescheid für eine GbR BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 365). Denn die Gemeinschafter sind hier notwendige Streitgenossen.

2. Der Rechtsstreit ist an das FG zurückzuverweisen, das eine erneute Entscheidung zu treffen haben wird, sobald das Verfahren nach den für das Insolvenzverfahren geltenden Vorschriften aufgenommen oder beendet worden ist (vgl. BFH-Beschluss vom 20. Oktober 2003 V B 67/03, BFH/NV 2004, 349).