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V B 129/09 KI-generiert

Inadmissibility of complaint against denial of legal aid and nullity application under §§ 128(2), 134 FGO

Geschäftsnummer V B 129/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance dismissed the appellant's complaint, holding it inadmissible and leaving the lower court's denial of legal aid in force. The dispute concerned an appellant's challenge to the Tax Court's rejection of her application for legal aid (PKH) in a tax litigation case, where she subsequently filed a "nullity action" against that denial, which was also dismissed by the Tax Court. The court ruled that appeals against decisions denying legal aid are explicitly prohibited under § 128 (2) of the Fiscal Court Code (FGO), and this prohibition extends to nullity applications under § 134 FGO in conjunction with § 578 ZPO, as such procedures cannot revive a denial that lacks material res judicata. The court further declined to reinterpret the complaint as a non-admission appeal against the merits judgment, adhering to the principle that legally represented parties must be taken at their word, and noted that the attorney’s withdrawal of representation was ineffective for procedural purposes as no new counsel had been appointed per § 62 (4), § 155 FGO.

Legislator-Regeste

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§ 128 Abs. 2 FGO, § 134 FGO, § 578 ZPO, §§ 134 FGO, § 155 FGO; Inadmissibility of complaint against denial of legal aid and nullity application under §§ 128(2), 134 FGO: The dispute concerned an appellant's challenge to the Tax Court's rejection of her application for legal aid (PKH) in a tax litigation case, where she subsequently filed a "nullity action" against that denial, which was also dismissed by the Tax Court. The court ruled that appeals against decisions denying legal aid are explicitly prohibited under § 128 (2) of the Fiscal Court Code (FGO), and this prohibition extends to nullity applications under § 134 FGO in conjunction with § 578 ZPO, as such procedures cannot revive a denial that lacks material res judicata. The court further declined to reinterpret the complaint as a non-admission appeal against the merits judgment, adhering to the principle that legally represented parties must be taken at their word, and noted that the attorney’s withdrawal of representation was ineffective for procedural purposes as no new counsel had been appointed per § 62 (4), § 155 FGO.

Schlagwörter

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Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege formelle Nichtigkeit Steuerstreitverfahren gesetzliche Vertretung Rechtskraft Ausschlusskriterien
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Volltext

Beschwerde gegen Ablehnung eines Nichtigkeitsantrages - Wirksamkeit der Kündigung der Vertretungsvollmacht im Anwaltsprozess - Keine Wiederaufnahme eines PKH-Verfahrens

[LEITSATZ]

NV: Die Beschwerde gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe ist gem. § 128 Abs. 2 FGO unzulässig. Dasselbe gilt für die auf dasselbe wirtschaftliche Ziel gerichtete Beschwerde gegen die Zurückweisung eines Nichtigkeitsantrages gegen die Ablehnung eines Antrags auf Gewährung von Prozesskostenhilfe nach § 134 FGO i.V.m. § 578 ZPO.

[TATBESTAND]

1

I. Das Finanzgericht (FG) hatte mit Beschluss vom 9. Juli 2009 (1 K 1327/05) den Antrag der Antragstellerin, Klägerin und Beschwerdeführerin (Beschwerdeführerin) auf Gewährung von Prozesskostenhilfe (PKH) für das Verfahren 1 K 1327/05 zurückgewiesen. Mit Urteil vom 9. Juli 2009 hat das FG die Klage abgewiesen. Die hiergegen eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hat der Senat mit Beschluss vom 1. Juli 2010 V B 108/09 als unbegründet zurückgewiesen.

2

Gegen die Zurückweisung des PKH-Antrages hat die Beschwerdeführerin am 31. August 2009 beim FG "Nichtigkeitsklage" erhoben.

3

Das FG wies die als Nichtigkeitsantrag gedeutete "Nichtigkeitsklage" mit Beschluss vom 24. September 2009 zurück.

4

Hiergegen wendet sich die durch einen Rechtsanwalt vertretene Beschwerdeführerin mit der Beschwerde und beantragt, dem PKH-Antrag stattzugeben und das Verfahren fortzuführen.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

5

II. 1. Die Beschwerde ist nicht statthaft. Gemäß § 128 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) können Beschlüsse über die Ablehnung von PKH nicht mit der Beschwerde angefochten werden. Dies gilt auch für die Ablehnung eines Nichtigkeitsantrages gemäß § 134 FGO i.V.m. § 578 der Zivilprozessordnung (ZPO), der auf dasselbe Ziel gerichtet ist. Im Übrigen kann die Wiederaufnahme eines abgewiesenen PKH-Antrages nicht über die Vorschriften der §§ 134 FGO i.V.m. § 578 ZPO erreicht werden, weil ein Wiederaufnahmeantrag voraussetzt, dass die Entscheidung der materiellen Rechtskraft fähig ist, woran es bei einem Beschluss über die Zurückweisung eines PKH-Antrages fehlt (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. März 1998 XI S 32/97, BFH/NV 1998, 1252).

6

2. Eine Umdeutung der von einem fachkundigen Prozessvertreter erhobenen Beschwerde in eine Nichtzulassungsbeschwerde scheidet aus. Es ist ein Gebot der Rechtssicherheit, Rechtskundige beim Wort zu nehmen (z.B. BFH-Beschluss vom 4. November 2008 V B 114/08, BFH/NV 2009, 400, m.w.N.).

7

3. Der Bevollmächtigte hat zwar mit Schriftsatz vom 28. Januar 2010 mitgeteilt, dass er die Beschwerdeführerin nicht mehr vertrete. Die Kündigung der Vollmacht erlangt jedoch gemäß § 62 Abs. 4, § 155 FGO erst Wirksamkeit mit der Anzeige der Bestellung eines anderen Prozessbevollmächtigten (BFH-Urteil vom 13. Januar 1977 V R 87/76, BFHE 121, 20, BStBl II 1977, 238). Diese ist bisher nicht erfolgt.