Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
IX B 220/09 KI-generiert

Reversal of tax election binding after assessment finality and missed objection deadline under § 172(1) No. 2(a) AO

Geschäftsnummer IX B 220/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Finance (BFH) rejected the taxpayers' complaint against the non-admission of their appeal, thereby upholding the lower court's decision in their favor. The dispute concerned whether taxpayers could change their election regarding special depreciation under the Promotion of Economic Development Act after the original income tax assessment had become final. The BFH held that such a change was not permissible because the taxpayers had already exercised their right in their tax return and the resulting assessment had become binding; the court ruled that while there is no initial deadline for exercising this specific tax election, it becomes irrevocable once the assessment is final. The decisive legal basis was Section 172(1) Sentence 1 No. 2(a) of the Fiscal Code (AO), which requires that any amended election to alter a prior decision must be declared before the expiration of the objection period regarding the original assessment, a procedural requirement the taxpayers failed to meet.

Legislator-Regeste

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§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; Reversal of tax election binding after assessment finality and missed objection deadline under § 172(1) No. 2(a) AO: The dispute concerned whether taxpayers could change their election regarding special depreciation under the Promotion of Economic Development Act after the original income tax assessment had become final. The BFH held that such a change was not permissible because the taxpayers had already exercised their right in their tax return and the resulting assessment had become binding; the court ruled that while there is no initial deadline for exercising this specific tax election, it becomes irrevocable once the assessment is final. The decisive legal basis was Section 172(1) Sentence 1 No. 2(a) of the Fiscal Code (AO), which requires that any amended election to alter a prior decision must be declared before the expiration of the objection period regarding the original assessment, a procedural requirement the taxpayers failed to meet.

Schlagwörter

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steuerrechtliche Abschreibung Einkommenssteuerveranlagung Fristversäumnis Rechte des Steuerpflichtigen Wahlanfechtungen Steuervorbescheid
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Volltext

Änderung von Wahlrechten nur vor Ablauf der Einspruchsfrist

[LEITSATZ] NV: Eine mit der Steuererklärung getroffene Wahl kann nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO nur geändert werden, wenn die geänderte Wahlentscheidung vor Ablauf der Einspruchsfrist erklärt wird .

[GRUENDE] 1

Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet. Weder ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) noch ist die --vorsorglich-- herausgehobene Rechtsfrage grundsätzlich bedeutsam (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).

2

Das angefochtene Urteil weicht nicht von der Rechtsprechung des BFH ab; es entspricht ihr vielmehr. Bei der Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach § 4 Abs. 1, 2 des Fördergebietsgesetzes werden dem Steuerpflichtigen Wahlrechte dem Grunde und der Höhe nach eröffnet; die Ausübung dieser Wahlrechte ist nicht an eine Frist gebunden. Hat der Steuerpflichtige jedoch sein Wahlrecht in der Einkommensteuererklärung ausgeübt und ist er aufgrund dessen bestandskräftig zur Einkommensteuer veranlagt worden, so hat er sein Wahlrecht ausgenutzt. Er ist infolge der Bestandskraft des Bescheids an die getroffene Wahl gebunden (so BFH-Urteil vom 12. Mai 2009 IX R 8/08, BFH/NV 2009, 1439). Das von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) zitierte, zu Veranlagungswahlrechten ergangene Urteil des BFH vom 3. Februar 1987 IX R 255/84 (BFH/NV 1987, 751) steht dazu nicht im Widerspruch, war dort wegen der Festsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung doch ein Ausüben oder Ändern der Wahlentscheidung noch möglich.

3

Wenn die Kläger überdies in Bezug auf Wahlrechte auf die Änderungsmöglichkeiten des § 172 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung (AO) verweisen, so ist diese Vorschrift --unabhängig von den Ausführungen der Vorinstanz-- schon deshalb nicht einschlägig und die damit verbundene Rechtsfrage nicht klärbar, weil die Kläger ihre Wahländerung nicht vor Ablauf der Einspruchsfrist in Bezug auf den ursprünglichen Einkommensteuerbescheid für das Streitjahr (vom 26. Juli 2001, mit dem sie bestandskräftig zur Einkommensteuer veranlagt wurden) erklärt haben (s. § 172 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a, 2. Halbsatz AO).