Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
27 W (pat) 67/11 KI-generiert

Retraited appeal and non-refundability of flat procedural fee under German Trademark Act

Geschäftsnummer 27 W (pat) 67/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Bundespatentgericht (BPatG) dismissed the applicant's request for a refund of the appeal fee, thereby denying the applicant's relief and affirming the retention of the paid amount. The dispute concerned a withdrawal of an appeal against the refusal of a word mark registration for lack of distinctiveness; after paying the EUR 200 appeal fee and subsequently withdrawing the appeal, the applicant sought the fee's return as an appropriate cost restitution within the scope of the costs decision. The court held that under Section 71(3) of the German Trademark Act (MarkenG), the appeal fee is a flat procedural fee that lapses upon the filing of the appeal and is not subject to return upon subsequent withdrawal, as it does not constitute consideration for a substantive decision. The refund was refused because no procedural errors in the prior administrative proceedings were identified, and holding the fee was not considered inequitable given that the applicant had already submitted a reasoned appeal and received judicial notice of the appeal's low prospects of success.

Legislator-Regeste

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§ 71 Abs. 3 MarkenG; Retraited appeal and non-refundability of flat procedural fee under German Trademark Act: The dispute concerned a withdrawal of an appeal against the refusal of a word mark registration for lack of distinctiveness; after paying the EUR 200 appeal fee and subsequently withdrawing the appeal, the applicant sought the fee's return as an appropriate cost restitution within the scope of the costs decision. The court held that under Section 71(3) of the German Trademark Act (MarkenG), the appeal fee is a flat procedural fee that lapses upon the filing of the appeal and is not subject to return upon subsequent withdrawal, as it does not constitute consideration for a substantive decision. The refund was refused because no procedural errors in the prior administrative proceedings were identified, and holding the fee was not considered inequitable given that the applicant had already submitted a reasoned appeal and received judicial notice of the appeal's low prospects of success.

Schlagwörter

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deutsche Marke Markenverfahren Vollstreckung eines deutschen Versäumnisurteils deutsches Bürgerliches Gesetzbuch Löschung der Marke Beschwerderückzug
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Volltext

Markenbeschwerdeverfahren – "Radio Chemnitz - Wir lieben Chemnitz" – Beschwerdegebühr ist pauschale Verfahrensgebühr – Gebühr verfällt mit Einlegung der Beschwerde - keine Rückzahlung der Beschwerdegebühr bei Rücknahme der Beschwerde

[TENOR] In der Beschwerdesache

…

betreffend die Markenanmeldung 30 2008 010 335.3

(hier: Antrag auf Rückzahlung der Beschwerdegebühr)

hat der 27. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts durch den Vorsitzenden Richter Dr. Albrecht, den Richter Kruppa und die Richterin Werner am 11. Oktober 2012

beschlossen:

Der Antrag auf Rückzahlung der Beschwerdegebühr wird zurückgewiesen.

[GRUENDE] I.

1

Die Markenstelle für Klasse 41 des Deutschen Patentund Markenamts hat die angemeldete Wortmarke Nr. 30 2008 010 335.3 mit zwei Beschlüssen vom 28. Juli 2009 und vom 2. Mai 2011, von denen letzterer im Erinnerungsverfahren ergangen ist, aufgrund fehlender Unterscheidungskraft zurückgewiesen. Gegen den ihrem anwaltlichen Vertreter am 9. Mai 2010 zugestellten Erinnerungsbeschluss hat die Anmelderin mit Schriftsatz vom 3. Juni 2011, eingegangen beim Deutschen Patentund Markenamt am 6. Juni 2011, Beschwerde eingelegt und am selben Tag die Beschwerdegebühr i. H. v. 200,00 € bezahlt. Die Beschwerde hat sie dann mit Schriftsatz vom 12. August 2011 begründet.

2

Nach weiterer Stellungnahme mit Schriftsatz vom 15. Februar 2012 und richterlichem Hinweis vom 12. September 2012 hat die Anmelderin die Beschwerde mit Schriftsatz vom 1. Oktober 2012 zurückgenommen und beantragt, ihr im Rahmen der Kostenentscheidung eine angemessene Gebührenrückerstattung zuzusprechen.

II.

3

Der Antrag, im Rahmen der Kostenentscheidung der Beschwerdeführerin eine angemessene Gebührenrückerstattung zuzusprechen, ist als zulässiger Antrag der Anmelderin auf Rückzahlung der Beschwerdegebühr auszulegen, § 71 Abs. 3 MarkenG.

4

Dieser Antrag ist allerdings unbegründet.

5

Mit der Einlegung der Beschwerde ist die Beschwerdegebühr verfallen. Daran ändert auch die spätere Rücknahme der Beschwerde nichts (vgl. Ströbele/Hacker, MarkenG, 10. Aufl., § 71 Rn. 42; Ingerl/Rohnke, MarkenG, 3. Aufl., § 71 Rn. 36 m. w. Nachw.).

6

Dass es vorliegend aufgrund besonderer Umstände unbillig wäre, die Beschwerdegebühr einzubehalten, ist nicht ersichtlich.

7

Insbesondere nach Einreichung der Beschwerdebegründung und entsprechendem eingehenden Hinweis des Senats zu den mangelnden Erfolgsaussichten der Beschwerde ist ein Anlass für die Rückzahlung der Beschwerdegebühr gemäß § 71 Abs. 3 MarkenG nicht zu erkennen.

8

Die Beschwerdegebühr ist keine Gegenleistung für eine Sachentscheidung, sondern eine pauschale Verfahrensgebühr (Ingerl/Rohnke, a. a. O., § 71 Rn. 36 m. w. Nachw.). Ein Grund für die Rückzahlung kann sich nur aus dem vorgelagerten patentamtlichen Verfahren, nicht aber aus dem Beschwerdeverfahren ergeben. Verfahrensfehler der Markenstelle hat die Anmelderin nicht geltend gemacht; sie sind auch nicht erkennbar.

9