Cost allocation for a withdrawn hearing complaint in trademark proceedings: inapplicability of ZPO cost rules and absence of statutory fees
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Patent Court (BPatG) dismissed the applicant's request to impose the costs of the hearing complaint (Anhörungsrüge) proceedings on the trademark holder, ruling that the request was rejected without court fees or reimbursement of extrajudicial expenses. The dispute arose in a trademark opposition proceeding where the applicant sought cost allocation after the trademark holder withdrew its hearing complaint against a prior interim order. The court held that a separate cost decision under § 91 ZPO was unavailable because no party "lost" the interim proceedings, and §§ 97, 516 ZPO were inapplicable as a hearing complaint is not an appellate remedy; furthermore, no specific court fees arise upon withdrawal under Nr. 1700 GKG Kostenverzeichnis, and no statutory basis exists for extrajudicial expenses under § 19 I 2 Nr. 5 b) RVG.
Legislator-Regeste
KI-generiert§§ 82 MarkenG, § 91 ZPO, §§ 82 MarkenG, 91 ff., 97, 516 III ZPO, Nr. 1700 Kostenverzeichnis zum GKG, § 19 I 2 Nr. 5 b) RVG; Cost allocation for a withdrawn hearing complaint in trademark proceedings: inapplicability of ZPO cost rules and absence of statutory fees: The dispute arose in a trademark opposition proceeding where the applicant sought cost allocation after the trademark holder withdrew its hearing complaint against a prior interim order. The court held that a separate cost decision under § 91 ZPO was unavailable because no party "lost" the interim proceedings, and §§ 97, 516 ZPO were inapplicable as a hearing complaint is not an appellate remedy; furthermore, no specific court fees arise upon withdrawal under Nr. 1700 GKG Kostenverzeichnis, and no statutory basis exists for extrajudicial expenses under § 19 I 2 Nr. 5 b) RVG.
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KI-generiertCited in the dispositive to establish that a separate cost allocation decision is not required and no legal basis exists for imposing costs on the defendant.
Cited to confirm that no court fees are generated when a hearing complaint is withdrawn.
Cited to confirm that no extrajudicial expenses are to be fixed or reimbursed.
Volltext
Markenbeschwerdeverfahren – "M BVG MetroBus (Wort-Bild-Marke)/METRO (Wort-Bild-Marke)" – Kostenentscheidung – zum Antrag auf Auferlegung der Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge - Rücknahme der Anhörungsrüge – Gerichtsgebühren entstehen nicht - im Sinne der Kostenfestsetzung notwendige außergerichtliche Auslagen entstehen nicht
[TENOR]
In der Beschwerdesache
betreffend die Marke 305 37 550
hat der 26. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 14. März 2012 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Dr. Fuchs Wissemann sowie des Richters Reker und des Richters am Landgericht Hermann
beschlossen:
Der Antrag der Beschwerdeführerin, der Markeninhaberin die Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge aufzuerlegen, wird gerichtsgebührenfrei ohne Erstattung außergerichtlicher Auslagen zurückgewiesen.
[GRUENDE]
Die Gegenvorstellung der Markeninhaberin vom 22. Dezember 2011 gegen den Beschluss des Senates vom 23. November 2011 hat diese mit Schriftsatz vom 1. Februar 2012 zurückgenommen.
Die Beschwerdeführerin hält an ihrem dieses (Zwischen-) Verfahren betreffenden Kostenantrag vom 3. Januar 2012 mit der Ansicht fest, bei ihr sei insoweit zu erstattender Aufwand entstanden.
Die Markeninhaberin weist darauf hin, dass schon gesonderte Kosten nicht entstehen.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist vorliegend kein Raum, gesondert über die Kosten zulasten einer Partei zu entscheiden, denn aus §§ 82 MarkenG, 91 ff., 97, 516 III ZPO folgt, dass eine solche Entscheidung nicht geboten und eine entsprechende Rechtsgrundlage nicht gegeben ist.
Denn eine Kostenverteilung nach Unterliegen, wie sie die vom BGH in ständiger Rechtsprechung herangezogene Vorschrift des § 91 ZPO erfordert (vgl. BGH X ZR 165/07 vom 18.1.2011 zitiert nach juris), kann mangels einer entsprechenden gerichtlichen Entscheidung nicht zugunsten der Beschwerdeführerin vorgenommen werden, da kein prozessuales Verlieren vorliegt.
Eine (analoge) Anwendung der §§ 97, 516 III ZPO kommt nicht in Betracht, da es sich bei der Anhörungsrüge nicht um ein Rechtsmittel handelt (vgl. Baumbach ZPO 70. Aufl. § 321 a Rn. 49, § 97 Rn. 20).
Im Übrigen entstehen auch keine besonderen Gebühren, deren Auferlegung auf eine Seite aus Billigkeits- oder anderen Erwägungen notwendig (vgl. zu diesem Gedanken BPatG 27 W (pat) 211/09) oder möglich wäre. Wie die Markeninhaberin zutreffend ausführt, entstehen Gerichtsgebühren nach Nr. 1700 Kostenverzeichnis zum GKG im Fall der Rücknahme einer Anhörungsrüge nicht. Auch im Sinne der Kostenfestsetzung notwendige außergerichtliche Auslagen entstehen nicht, wie sich aus § 19 I 2 Nr. 5 b) RVG ergibt (vgl. auch Zöller ZPO 29. Aufl. § 321 a Rn. 20, Stein/Jonas ZPO 22. Aufl. § 321 a Rn. 66 f., Münchner Kommentar ZPO 3. Aufl. § 321 a Rn. 18 f.).
Dr. Fuchs-Wissemann
Reker
Hermann