Constitutional admissibility of challenging EU free movement denials as violations of general freedom of action and effective legal protection
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Constitutional Court denied the constitutional complaint without merits review and rejected the application for legal aid, leaving the lower court judgments affirming the denial of EU freedom of movement rights in force. The complainants, a family of Romanian nationals from the Roma ethnic group, challenged domestic decisions declaring their non-entitlement to EU free movement, the immediate enforceability of those decisions, and the refusal of interim relief, arguing that the German courts violated their general freedom of action (Art. 2 Abs. 1 GG) by misapplying EU Treaty provisions on free movement, and additionally alleged breaches of effective legal protection, the right to a statutory judge, and the prohibition of discrimination under the Charter of Fundamental Rights. The court held that the complaint failed to meet the strict substantiation requirements for constitutional review, as it did not demonstrate a specific violation of fundamental rights distinct from mere errors in the application of ordinary EU law, nor did it substantiate the claims of procedural or discriminatory violations with sufficient detail to prove that the contested decisions rested on a fundamentally erroneous conception of constitutional rights.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 2 Abs. 1 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 21 GRCh, § 92 BVerfGG, § 121 Abs. 2 ZPO, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional admissibility of challenging EU free movement denials as violations of general freedom of action and effective legal protection: The complainants, a family of Romanian nationals from the Roma ethnic group, challenged domestic decisions declaring their non-entitlement to EU free movement, the immediate enforceability of those decisions, and the refusal of interim relief, arguing that the German courts violated their general freedom of action (Art. 2 Abs. 1 GG) by misapplying EU Treaty provisions on free movement, and additionally alleged breaches of effective legal protection, the right to a statutory judge, and the prohibition of discrimination under the Charter of Fundamental Rights. The court held that the complaint failed to meet the strict substantiation requirements for constitutional review, as it did not demonstrate a specific violation of fundamental rights distinct from mere errors in the application of ordinary EU law, nor did it substantiate the claims of procedural or discriminatory violations with sufficient detail to prove that the contested decisions rested on a fundamentally erroneous conception of constitutional rights.
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KI-generiertProcedural rule cited in the dispositive to declare the application for an interim injunction moot upon the non-acceptance of the constitutional complaint.
Costs and legal aid provisions cited in the dispositive reasoning to reject the application for legal aid and appointment of counsel due to lack of prospects of success.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Unzulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde mangels Darlegung eines spezifischen Grundrechtsverstoßes bei Anwendung von Unionsrecht
[TENOR]
1. Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung von Herrn Rechtsanwalt (…) wird abgelehnt.
2. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
3. Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
[GRUENDE]
Die Beschwerdeführer sind eine Familie mit rumänischer Staatsangehörigkeit, die der Volksgruppe der Roma angehört. Sie wenden sich gegen Feststellungen des Nichtbestehens ihres unionsrechtlichen Freizügigkeitsrechts und deren sofortige Vollziehbarkeit sowie die Versagung hiergegen gerichteten gerichtlichen Eilrechtsschutzes.
Die Beschwerdeführer machen als Verletzung ihrer allgemeinen Handlungsfreiheit gemäß Art. 2 Abs. 1 GG geltend, der in den angegriffenen Entscheidungen liegende Eingriff in ihre Unionsbürgerrechte auf Freizügigkeit gemäß Art. 20 und 21 AEUV habe die im Unionsrecht normierten und anerkannten Grenzen dieser Freizügigkeitsrechte nicht beachtet. Außerdem rügen sie eine Verletzung effektiven Rechtsschutzes gemäß Art. 19 Abs. 4 GG und eine Verletzung des Rechts auf den gesetzlichen Richter gemäß Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG sowie eine Verletzung des Rechts auf Nichtdiskriminierung gemäß Art. 21 GRCh.
1. Es kann offen bleiben, ob aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Prüfung von Grundrechten der Europäischen Grundrechtecharta (vgl. BVerfGE 152, 152 ; 152, 216 ; 156, 182 ; 158, 1 ) folgt, dass - wie die Beschwerdeführer meinen - Verstöße gegen Art. 20, 21 AEUV in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 GG als Verletzung der allgemeinen Handlungsfreiheit vor dem Bundesverfassungsgericht geltend gemacht werden können.
2. Denn einen solchen Verstoß legen die Beschwerdeführer nicht den Anforderungen an eine Verfassungsbeschwerde entsprechend dar.
a) Richtet sich eine Verfassungsbeschwerde gegen gerichtliche Entscheidungen, bedarf es nach § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG in der Regel einer ins Einzelne gehenden argumentativen Auseinandersetzung mit diesen Entscheidungen und ihren jeweiligen Begründungen (vgl. BVerfGE 140, 229 ; 149, 346 ; BVerfGK 14, 402 ). Dabei muss ein Beschwerdeführer detailliert darlegen, dass die Entscheidungen auf dem gerügten Grundrechtsverstoß beruhen (vgl. BVerfGE 89, 48 ) und insofern alle die Entscheidungen tragenden Gründe substantiiert in Zweifel ziehen (vgl. BVerfGE 105, 252 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 14. Mai 2021 - 2 BvR 1336/20 -, Rn. 10).
Fachgerichtliche Entscheidungen sind durch das Bundesverfassungsgericht nur daraufhin zu prüfen, ob sie Fehler erkennen lassen, die auf einer grundsätzlich unrichtigen Anschauung von der Bedeutung der Grundrechte beruhen (vgl. BVerfGE 25, 28 ; 30, 173 ; 79, 69 ; 99, 145 ). Zweifel oder auch Fehler bei der Anwendung des einfachen Rechts begründen für sich genommen noch keinen Verfassungsverstoß (vgl. BVerfGE 13, 318 ; 18, 85 ; 70, 93 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 28. Juni 1993 - 1 BvR 1346/89 -, juris, Rn. 4).
b) Die Verfassungsbeschwerde macht eine fehlerhafte Anwendung des Unionsrechts durch die deutschen Gerichte geltend, erläutert jedoch nicht, inwieweit darin ein spezifischer Grundrechtsverstoß liegen soll. Die Ausführungen zur Verletzung des Art. 19 Abs. 4 GG und des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG genügen den Substantiierungsanforderungen nicht. Sie können auch die geltend gemachte Verletzung von Grundrechten der Grundrechtecharta nicht begründen.
Soweit die Beschwerdeführer eine Verletzung des Art. 21 GRCh rügen, bleibt die Verfassungsbeschwerde pauschal, auch wenn die Annahme plausibel ist, dass Sinti und Roma - wie vorgetragen - vielfältigen Diskriminierungserfahrungen ausgesetzt sein können.
Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung von Herrn Rechtsanwalt (…) ist abzulehnen, weil die Verfassungsbeschwerde aus den genannten Gründen keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (vgl. § 114 Abs. 1 Satz 1, § 121 Abs. 2 ZPO).
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.