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1 BvR 176/23, 1 BvR 178/23 ECLI:DE:BVerfG:2023:rk20230417.1bvr017623 KI-generiert

Inadequate pleading of self-affection and IT protection duty in constitutional complaints against source interception and online search norms.

Geschäftsnummer 1 BvR 176/23, 1 BvR 178/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court (BVerfG) declined to take the constitutional complaints into its jurisdiction, leaving the challenged provisions in force and effectively ruling against the complainants. The dispute centered on challenges to specific criminal procedure norms, including authorities for source interception of telecommunications and online search, as well as data protection regulations, where the complainants alleged violations of fundamental rights and a failure of the state to protect the integrity of information technology systems. The Court held that the complaints were inadmissible because the petitioners failed to demonstrate the possibility of a violation of their own fundamental rights in a manner sufficient to meet the adhesion requirements of § 23 BVerfGG, and specifically failed to adequately substantiate a breach of the legislative duty to protect IT systems by not engaging with existing protective regulations such as the data protection impact assessment requirements under § 500 Abs. 1 StPO in conjunction with § 67 BDSG.

Legislator-Regeste

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§ 100b StPO, § 92 BVerfGG, § 500 Abs. 1 StPO, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Inadequate pleading of self-affection and IT protection duty in constitutional complaints against source interception and online search norms: The dispute centered on challenges to specific criminal procedure norms, including authorities for source interception of telecommunications and online search, as well as data protection regulations, where the complainants alleged violations of fundamental rights and a failure of the state to protect the integrity of information technology systems. The Court held that the complaints were inadmissible because the petitioners failed to demonstrate the possibility of a violation of their own fundamental rights in a manner sufficient to meet the adhesion requirements of § 23 BVerfGG, and specifically failed to adequately substantiate a breach of the legislative duty to protect IT systems by not engaging with existing protective regulations such as the data protection impact assessment requirements under § 500 Abs. 1 StPO in conjunction with § 67 BDSG.

Schlagwörter

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ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Grundrechte Pflichtverletzung Verfassungsgerichtsbarkeit Strafanzeige Datenschutz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Procedural basis cited for the decision to omit further reasoning, applied in the final numbered order of the dispositive.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Erfolglose Verfassungsbeschwerden gegen Regelungen zur Quellen-TKÜ bzw zur Online-Durchsuchung sowie gegen §§ 48, 49 BDSG - Beschwerdebefugnis bzw Schutzpflichtverletzung nicht dargelegt

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

Gegenstand der Verfassungsbeschwerden sind insbesondere die mit Gesetz zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung des Strafverfahrens vom 17. August 2017 (BGBl I S. 3202) neu eingeführten und am 24. August 2017 in Kraft getretenen strafprozessualen Befugnisse zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung (§ 100a Abs. 1 Satz 2 und 3 StPO) und - nur die Beschwerdeführer zu I. - zur Online-Durchsuchung (§ 100b StPO). Die Beschwerdeführenden zu II. wenden sich darüber hinaus gegen die am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen §§ 48, 49 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) vom 30. Juni 2017 (BGBl I 2097).

Die Verfassungsbeschwerden sind nicht zur Entscheidung anzunehmen. Sie sind bereits unzulässig, weil die Beschwerdeführenden nicht die Möglichkeit aufgezeigt haben, in eigenen Grundrechten verletzt zu sein.

1. Soweit die Beschwerdeführenden eine Verletzung von Grundrechten in ihrer Abwehrdimension rügen, haben sie ihre Selbstbetroffenheit durch die angegriffenen Rechtsnormen nicht in einer den § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genügenden Weise aufgezeigt (vgl. dazu BVerfG, Urteil des Ersten Senats vom 26. April 2022 - 1 BvR 1619/17 -, Rn. 98 - BayVSG; Beschluss des Ersten Senats vom 9. Dezember 2022 - 1 BvR 1345/21-, Rn. 44 - Polizeiliche Befugnisse nach SOG MV).

2. Soweit die Beschwerdeführer zu I. darüber hinaus rügen, die in § 100a Abs. 1 Satz 2 und 3, § 100b StPO geschaffenen Befugnisse zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung und Online-Durchsuchung verletzten die staatliche Pflicht zum Schutz der Integrität und Vertraulichkeit informationstechnischer Systeme, legen sie die Möglichkeit einer Schutzpflichtverletzung nicht hinreichend dar.

Im Falle der Behauptung einer gesetzgeberischen Schutzpflichtverletzung ergeben sich spezifische Darlegungslasten dahingehend, dass über den Vortrag angeblicher Unzulänglichkeiten der Rechtslage hinaus der gesetzliche Regelungszusammenhang insgesamt erfasst sein muss, wozu - je nach Fallgestaltung - zumindest gehört, dass die einschlägigen Regelungen des als unzureichend beanstandeten Normkomplexes jedenfalls in Grundzügen dargestellt werden und begründet wird, warum vom Versagen der gesetzgeberischen Konzeption ausgegangen wird (vgl. BVerfGE 158, 170 - IT-Sicherheitslücken; BVerfG, Urteil des Ersten Senats vom 26. April 2022 - 1 BvR 1619/17 -, Rn. 111).

Diesen Darlegungsanforderungen genügt die Verfassungsbeschwerde nicht. Die Beschwerdeführer befassen sich nicht mit bestehenden Regelungen zum Schutz informationstechnischer Systeme, die hier grundrechtsschützende Wirkung entfalten könnten. Sie hätten insbesondere näher auf § 500 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 67 BDSG eingehen müssen, wonach möglicherweise auch beim Offenhalten einer Sicherheitslücke eine Datenschutz-Folgenabschätzung vorzunehmen ist (vgl. dazu BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 9. Dezember 2022 - 1 BvR 1345/21 -, Rn. 67).

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.