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2 BvR 146/23 ECLI:DE:BVerfG:2023:rk20230222.2bvr014623 KI-generiert

Constitutional complaint against continued pre-trial detention: procedural supersession, exhaustion of legal remedies, and substantiation requirements

Geschäftsnummer 2 BvR 146/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court dismissed the constitutional complaint without further examination, rendering the request for interim relief moot. The case involved a challenge to the continued validity of pre-trial detention orders issued by a higher regional court, where the complainant argued against the ongoing necessity of the custody. The court found the complaint inadmissible on multiple procedural grounds: the initial challenge to the November 2022 detention order was procedurally superseded, the subsequent challenge to the January 2023 decision failed due to the non-exhaustion of the judicial hierarchy (specifically the failure to file a hearing objection under § 33a Code of Criminal Procedure), and the submission lacked the required substantive substantiation and proof of timely filing within the statutory period. The court cited §§ 23, 92, and 93 of the Federal Constitutional Court Act regarding formal requirements and jurisdiction, as well as the requirement to submit material evidence, such as police records referenced by the lower court, to allow for effective review.

Legislator-Regeste

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Constitutional complaint against continued pre-trial detention: procedural supersession, exhaustion of legal remedies, and substantiation requirements: Die Verfassungsbeschwerde ist auch im Übrigen unzulässig, weil der Beschwerdeführer gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts vom 2. Januar 2023 keine Anhörungsrüge gemäß § 33a Strafprozessordnung erhoben und damit den fachgerichtlichen Rechtsweg nicht erschöpft hat (vgl. BVerfGE 122, 190 ; 126, 1 ; 134, 106 ).

Schlagwörter

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Untersuchungshaft verfassungsmässige Anforderung verfahrensrechtliche Fragen Normenkontrolle Zuständigkeitsgründe Strafprozessordnung

Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 139, 245
zu den Voraussetzungen der prozessualen Überholung BVerfGE 139, 245 ; 149, 293 ).
BVerfGE 122, 190
BVerfGE 122, 190 ; 126, 1 ; 134, 106 ).
2 BvR 1004/13
Constitutional complaint inadmissibility: Start of filing deadline upon multiple notifications and failure to substantiate timely filing
2 BvR 428/18
Constitutional complaint inadmissibility for failure to prove timely filing when decision served under § 145a StPO
BVerfGE 93, 266
BVerfGE 93, 266 ; 149, 346 ; BVerfGK 5, 170 ; vgl.
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Volltext

Nichtannahmebeschluss mit Tenorbegründung: Unzulässige Verfassungsbeschwerde gegen Fortdauer von Untersuchungshaft - teils prozessuale Überholung, iÜ mangelnde Rechtswegerschöpfung sowie unzureichende Beschwerdebegründung

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Soweit sie den Haftbefehl des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 14. November 2022 zum Gegenstand hat, ist sie bereits deshalb unzulässig, weil sie sich gegen eine prozessual überholte Haftentscheidung richtet, bei der weder dargetan noch aus sich heraus ersichtlich ist, dass ein fortbestehendes Bedürfnis an der Klärung der Verfassungsmäßigkeit dieser Entscheidung besteht (vgl. zu den Voraussetzungen der prozessualen Überholung BVerfGE 139, 245 ; 149, 293 ).

Die Verfassungsbeschwerde ist auch im Übrigen unzulässig, weil der Beschwerdeführer gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts vom 2. Januar 2023 keine Anhörungsrüge gemäß § 33a Strafprozessordnung erhoben und damit den fachgerichtlichen Rechtsweg nicht erschöpft hat (vgl. BVerfGE 122, 190 ; 126, 1 ; 134, 106 ).

Die Verfassungsbeschwerde entspricht außerdem nicht den formalen Begründungs- und Substantiierungsanforderungen der § 23 Absatz 1 Satz 2, § 92 Bundesverfassungsgerichtsgesetz, was ebenfalls zur Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde führt. Die Einhaltung der Frist zur Erhebung und Begründung der Verfassungsbeschwerde gemäß § 93 Absatz 1 Bundesverfassungsgerichtsgesetz ist weder aus sich heraus noch aus dem Beschwerdevorbringen nachvollziehbar, weil der Beschwerdeführer nicht mitgeteilt hat, ob und wann der Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 2. Januar 2023 seinen drei anderen im fachgerichtlichen Verfahren mandatierten Verteidigern zugegangen ist. (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 12. Juni 2014 - 2 BvR 1004/13 -, Rn. 6-13; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 24. Februar 2021 - 2 BvR 428/18 -, Rn. 5-8).

Zudem hat der Beschwerdeführer zu den Akten genommene polizeiliche Vermerke nicht vorgelegt, auf die das Oberlandesgericht zur Begründung des dringenden Tatverdachts ausdrücklich Bezug nimmt. Der Vortrag des Beschwerdeführers ermöglicht dem Bundesverfassungsgericht daher nicht die Prüfung der Verfassungsbeschwerde ohne weitere Ermittlungen (vgl. BVerfGE 93, 266 ; 149, 346 ; BVerfGK 5, 170 ; vgl. auch EGMR, Mork v. Germany, Urteil vom 9. Juni 2011, Nr. 31047/04, 43386/08, § 39, NJW 2012, S. 2093 ).

Auch inhaltlich zeigt der Beschwerdeführer einen Verfassungsverstoß nicht hinreichend substantiiert auf, wenngleich eine tiefergreifende verfassungsrechtliche Überprüfung aufgrund des lückenhaften Beschwerdevortrags nicht möglich ist.

Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

[GRUENDE]

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.