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2 BvR 1203/22 ECLI:DE:BVerfG:2022:rk20221216.2bvr120322 KI-generiert

Reimbursement of attorney’s fees after constitutional complaint declared moot due to favorable lower court amendment

Geschäftsnummer 2 BvR 1203/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court ordered the respondent state to reimburse the complainant’s necessary attorney’s fees and set the value of the legal matter at €10,000, granting the request for expense reimbursement as the constitutional complaint was declared moot. The dispute arose from a constitutional complaint challenging a procedural decision by the Lower Administrative Court, which had been rendered obsolete after that court modified its original ruling to grant legal aid on certain issues, thereby satisfying the complainant’s initial request. Under § 34a Abs. 3 BVerfGG, the court determined that reimbursement was equitable because the lower court’s subsequent action implicitly acknowledged the justification of the complainant’s original claim, applying the doctrine that when public authorities effectively remedy the grievance through their own acts, the constitutional complainant is entitled to cost recovery despite the absence of a losing opposing party in the constitutional proceedings.

Legislator-Regeste

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§ 34a Abs. 3 BVerfGG, § 34 Abs. 1 BVerfGG, § 14 Abs. 1 RVG, § 37 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 14 Abs. 1 RVG; Reimbursement of attorney’s fees after constitutional complaint declared moot due to favorable lower court amendment: The dispute arose from a constitutional complaint challenging a procedural decision by the Lower Administrative Court, which had been rendered obsolete after that court modified its original ruling to grant legal aid on certain issues, thereby satisfying the complainant’s initial request. Under § 34a Abs. 3 BVerfGG, the court determined that reimbursement was equitable because the lower court’s subsequent action implicitly acknowledged the justification of the complainant’s original claim, applying the doctrine that when public authorities effectively remedy the grievance through their own acts, the constitutional complainant is entitled to cost recovery despite the absence of a losing opposing party in the constitutional proceedings.

Schlagwörter

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Anwaltskosten Kostenersatz Klageänderung Streitgegenstand Verwaltungsbeschwerde Kostenrückforderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 49, 70
BVerfGE 49, 70 ) dar (vgl.
BVerfGE 66, 152
BVerfGE 85, 109
BVerfGE 85, 109 ; 87, 394 ).
BVerfGE 33, 247
BVerfGE 33, 247 ; Beschluss der 1.
2 BvR 2160/17
Reimbursement of costs in constitutional complaint following grant of legal aid in asylum proceedings
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 34a Abs. 3 BVerfGG

Provision cited in the orders to legally ground the reimbursement of the complainant's necessary attorney's fees.

§ 37 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 14 Abs. 1 RVG

Provision cited in the orders to determine the value of the subject matter of the legal activity.

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Volltext

Anordnung der Auslagenerstattung und Gegenstandswertfestsetzung nach Erledigterklärung einer Verfassungsbeschwerde

[TENOR]

Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem Beschwerdeführer seine notwendigen Auslagen zu erstatten.

Der Wert des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit wird auf 10.000 (in Worten: zehntausend) Euro festgesetzt.

[GRUENDE]

1. Über die Verfassungsbeschwerde ist nicht mehr zu entscheiden, weil der Beschwerdeführer das Verfassungsbeschwerdeverfahren mit Schriftsatz vom 25. Juli 2022 für erledigt erklärt hat.

2. Der Antrag auf Auslagenerstattung hat Erfolg.

a) Über die Auslagenerstattung ist gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG nach Billigkeitsgesichtspunkten zu entscheiden. Die Erstattung der Auslagen nach dieser Vorschrift stellt im Hinblick auf die Kostenfreiheit des Verfahrens (§ 34 Abs. 1 BVerfGG), den fehlenden Anwaltszwang und das Fehlen eines bei Unterliegen des Beschwerdeführers erstattungsberechtigten Gegners die Ausnahme von dem Grundsatz des Selbstbehalts der eigenen Auslagen (vgl. BVerfGE 49, 70 ) dar (vgl. BVerfGE 66, 152 ). Bei der Entscheidung über die Auslagenerstattung kann insbesondere dem Grund, der zur Erledigung geführt hat, wesentliche Bedeutung zukommen. So ist es billig, einer beschwerdeführenden Person die Erstattung ihrer Auslagen zuzuerkennen, wenn die öffentliche Gewalt von sich aus den mit der Verfassungsbeschwerde angegriffenen Akt beseitigt oder der Beschwer auf andere Weise abhilft, weil in diesem Fall ‒ falls keine anderweitigen Gründe ersichtlich sind ‒ davon ausgegangen werden kann, dass sie das Begehren der beschwerdeführenden Person selbst für berechtigt erachtet hat (vgl. BVerfGE 85, 109 ; 87, 394 ). Im Hinblick auf die Funktion und die Tragweite der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts findet eine überschlägige Beurteilung der Erfolgsaussicht der Verfassungsbeschwerde im Rahmen der Entscheidung über die Auslagenerstattung nicht statt (vgl. BVerfGE 33, 247 ; Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 7. Dezember 2017 - 2 BvR 2160/17 -).

b) Nach diesen Maßstäben entspricht es der Billigkeit, die Auslagenerstattung anzuordnen. Das Verwaltungsgericht hat den mit der Verfassungsbeschwerde angegriffenen Beschluss vom 7. Juli 2022 abgeändert und dem Prozesskostenhilfeantrag in Bezug auf bestimmte Klagegegenstände stattgegeben. Damit hat es zum Ausdruck gebracht, dass es das Begehren des Beschwerdeführers selbst für berechtigt erachtet hat.

3. Die Festsetzung des Gegenstandswerts beruht auf § 37 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 14 Abs. 1 RVG.