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1 BvQ 50/22 ECLI:DE:BVerfG:2022:qk20220810.1bvq005022 KI-generiert

Interim suspension of child return enforcement: commencement of constitutional complaint deadline upon appointment of a procedural guardian

Geschäftsnummer 1 BvQ 50/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court (BVerfG) repeated its interim injunction, extending the suspension of enforcement of the child return order to Spain until September 9, 2022, in favor of the mother-applicant. The dispute concerned the enforceability of a German district court decision recognizing a Spanish court order for the return of a child to the father, where the mother had filed a constitutional complaint. The key legal issue was whether the one-month filing deadline for the constitutional complaint under § 93(1) BVerfGG had expired for the child, who was subsequently appointed a procedural guardian (Verfahrensbeistand) by the district court on August 9, 2022. Relying on § 32(1) and § 32(6) sentence 2 BVerfGG, the Court held that the deadline for a constitutional complaint filed by a procedural guardian begins upon the guardian's knowledge of the challenged decisions, analogous to the rules for substitute guardians (Ergänzungspfleger), as established in prior BVerfG case law. Consequently, the enforcement was suspended to preserve the child's right to submit a timely constitutional complaint.

Legislator-Regeste

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§ 93 Abs 1 BVerfGG, § 32 Abs. 1 BVerfGG, § 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG; Interim suspension of child return enforcement: commencement of constitutional complaint deadline upon appointment of a procedural guardian: Die Voraussetzungen des § 32 Abs. 1 BVerfGG liegen aus den Gründen des Beschlusses der Kammer vom 1. August 2022 weiterhin vor.

Schlagwörter

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gesetzliche Verfahrensfrist Zulassung der Zwangsvollstreckung Beistandsbestellung Rückkehrrecht Rückführung des Kindes bedingter Strafvollzug

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 75, 201
jeweils zur Ergänzungspflegschaft BVerfGE 75, 201 ; 99, 145 ; BVerfG, Beschluss der 1.
1 BvR 1465/05
Juli 2006 - 1 BvR 1465/05 -, Rn.
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Volltext

Wiederholung einer einstweiligen Anordnung: Aussetzung der Vollstreckung einer Kindesrückführung nach Spanien - zum Beginn der Monatsfrist (§ 93 Abs 1 BVerfGG) im Falle der Bestellung eines Verfahrensbeistands

[TENOR]

Die einstweilige Anordnung vom 1. August 2022, wonach die Vollstreckung aus dem Beschluss des Amtsgerichts Bamberg vom 21. März 2022 - 0206 FH 1/22 - bis zum 11. August 2022 ausgesetzt wird, wird mit der Maßgabe wiederholt, dass die Vollstreckung aus dem vorgenannten Beschluss des Amtsgerichts bis zum 9. September 2022 ausgesetzt bleibt.

[GRUENDE]

1. Die Kammer hat mit Beschluss vom 1. August 2022 die Vollstreckung aus dem Beschluss des Amtsgerichts Bamberg vom 21. März 2022, in dem festgestellt wird, dass die Antragstellerin aufgrund der Entscheidung des Gerichts 1. Instanz Nr. 79 von Madrid vom 23. September 2021 verpflichtet sei, ihren Sohn an dessen in Spanien lebenden Vater herauszugeben, bis zum 11. August 2022 ausgesetzt. Die Befristung erfolgte vor dem Hintergrund des möglichen Fristablaufs für eine noch zu erhebende Verfassungsbeschwerde der Antragstellerin, der Mutter des betroffenen Kindes. Mit Beschluss vom 9. August 2022 hat das Amtsgericht Bamberg dem Kind nunmehr eine Verfahrensbeiständin bestellt.

2. Die Voraussetzungen des § 32 Abs. 1 BVerfGG liegen aus den Gründen des Beschlusses der Kammer vom 1. August 2022 weiterhin vor.

Um auch dem betroffenen Kind die Möglichkeit einer durch die Verfahrensbeiständin für das Kind zu erhebenden Verfassungsbeschwerde zu erhalten und mögliche Verletzungen in Grundrechten oder grundrechtsgleichen Rechten geltend machen zu können (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 1. August 2022 - 1 BvQ 50/22 -, Rn. 34), bedarf es der Wiederholung der einstweiligen Anordnung (vgl. § 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG) mit der aus der Beschlussformel ersichtlichen Maßgabe. Eine solche Verfassungsbeschwerde wäre nicht von vornherein wegen Versäumung der Frist nach § 93 Abs. 1 BVerfGG unzulässig. Wie bei der Erhebung einer Verfassungsbeschwerde im fremden Namen durch einen Ergänzungspfleger kommt es auch bei Verfahrensbeistandschaft für den Beginn des Fristlaufs grundsätzlich auf deren Kenntnis von den anzugreifenden fachgerichtlichen Entscheidungen an (vgl. jeweils zur Ergänzungspflegschaft BVerfGE 75, 201 ; 99, 145 ; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 18. Juli 2006 - 1 BvR 1465/05 -, Rn. 27).

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.