Failure to exhaust ordinary courts for constitutional review of pandemic travel restrictions
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint, rendering the accompanying request for interim relief moot, thereby upholding the challenged travel restrictions. The dispute involved a challenge to Section 5 of the Mecklenburg-Vorpommern State Corona Ordinance, which restricted travel to the region, where the complainant argued the measures violated fundamental rights without exhausting the administrative courts. The decision was grounded in procedural inadmissibility under § 90 Abs. 2 BVerfGG, specifically the failure to exhaust the ordinary legal remedies (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG) and the lack of grounds for immediate constitutional review (§ 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG). The Court held that exhausting the legal path was not unreasonable because the underlying legal and factual landscape, including recent regulatory amendments to exceptions and validity periods, had not been fully clarified by the specialized administrative courts, thus failing the requirement that higher court review be necessary to avoid unsecured factual and legal bases for constitutional adjudication.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Failure to exhaust ordinary courts for constitutional review of pandemic travel restrictions: The dispute involved a challenge to Section 5 of the Mecklenburg-Vorpommern State Corona Ordinance, which restricted travel to the region, where the complainant argued the measures violated fundamental rights without exhausting the administrative courts. The decision was grounded in procedural inadmissibility under § 90 Abs. 2 BVerfGG, specifically the failure to exhaust the ordinary legal remedies (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG) and the lack of grounds for immediate constitutional review (§ 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG). The Court held that exhausting the legal path was not unreasonable because the underlying legal and factual landscape, including recent regulatory amendments to exceptions and validity periods, had not been fully clarified by the specialized administrative courts, thus failing the requirement that higher court review be necessary to avoid unsecured factual and legal bases for constitutional adjudication.
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KI-generiertCited in the dispositive to declare the request for interim relief moot following the non-acceptance of the complaint.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen Beschränkungen von Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern gem § 5 der Corona-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern (juris: CoronaVV MV 5) - Unzulässigkeit mangels Rechtswegerschöpfung
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde richtet sich unmittelbar gegen § 5 der Corona-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern (Corona-LVO M-V) vom 23. April 2021 (GVOBl M-V 2021 S. 381), zuletzt geändert durch Verordnung der Landesregierung zur Änderung der Corona-LVO M-V und zur Aufhebung der 2. SARS-CoV-2-Quarantäne-VO vom 18. Mai 2021 (GVOBl M-V 2021 S. 562). Die Vorschrift regelt Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern.
Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Annahmegründe gemäß § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die Beschwerdeführerin nicht gemäß § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG zunächst den Rechtsweg erschöpft hat und über die Verfassungsbeschwerde nicht gemäß § 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG sofort zu entscheiden ist.
Die Rechtswegerschöpfung ist der Beschwerdeführerin trotz der von ihr genannten Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern nicht unzumutbar. Die Rechtswegerschöpfung kann im Einzelfall unzumutbar sein, wenn entgegenstehende Rechtsprechung des maßgeblichen Fachgerichts zu identischen Rechtsfragen gerade erst erging (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 22. Oktober 2020 - 1 BvQ 116/20 -, Rn. 6) und ausgeschlossen werden kann, dass von einer fachgerichtlichen Prüfung noch verbesserte Entscheidungsgrundlagen zu erwarten wären (vgl. BVerfGE 138, 261 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 15. Juli 2020 - 1 BvR 1630/20 -, Rn. 11). Entscheidend ist, ob die fachgerichtliche Klärung erforderlich ist, um zu vermeiden, dass das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidungen auf ungesicherter Tatsachen- und Rechtsgrundlage trifft (vgl. BVerfGE 150, 309 ; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 28. Dezember 2020 - 1 BvR 2692/20 -, Rn. 7).
Hier ist nicht ersichtlich, dass eine Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen durch eine fachgerichtliche Prüfung ausgeschlossen ist. Die einfachrechtliche Lage ist fachgerichtlich weder abschließend geklärt noch hinsichtlich ihrer Verfassungsmäßigkeit abschließend beurteilt. Die einfachrechtliche Lage und ihre Verfassungsmäßigkeit bemessen sich auch nach den Ausnahmen, die die Corona-LVO M-V für das Einreiseverbot vorsieht. Diese Ausnahmen wurden durch Verordnung vom 18. Mai 2021 geändert. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, dass sich das Oberverwaltungsgericht mit den Rechtsänderungen bereits befasst hätte. Die von ihr genannten Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts sind alle älter. Zudem hängt die verfassungsrechtliche Beurteilung des Einreiseverbots durch die Fachgerichte auch von der Dauer beziehungsweise Befristung der angegriffenen Maßnahme ab. Die Befristung des Einreiseverbots aus § 5 Corona-LVO M-V wurde ebenfalls durch die Verordnung vom 18. Mai 2021 bis zum 17. Juni 2021 verlängert. Die Beschwerdeführerin legt auch insoweit nicht dar, dass sich das Oberverwaltungsgericht damit bereits befasst hätte.
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.