Constitutional complaint inadmissible due to lack of substantiation regarding service of the underlying ruling to counsel and insufficient identification of constitutional violation.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to admit the constitutional complaint, rendering the motion for interim relief moot, thereby leaving the challenged lower court decision in force. The dispute arose from a criminal proceeding where the complainant challenged a decision of the regional court, submitting the constitutional complaint on April 27, 2021, against a ruling dated March 24, 2021, which the complainant stated was served to her on March 27, 2021. The Court held that the complaint was inadmissible primarily because the petitioner failed to sufficiently substantiate compliance with the one-month filing deadline under § 93(1) sentence 1 BVerfGG by omitting any information regarding the date of service to her legal representative, and secondarily because she failed to demonstrate a constitutional violation as required by §§ 23(1) sentence 2 and 92 BVerfGG; consequently, the pending application for reinstatement to the previous status was rendered unnecessary.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 23 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Constitutional complaint inadmissible due to lack of substantiation regarding service of the underlying ruling to counsel and insufficient identification of constitutional violation: The dispute arose from a criminal proceeding where the complainant challenged a decision of the regional court, submitting the constitutional complaint on April 27, 2021, against a ruling dated March 24, 2021, which the complainant stated was served to her on March 27, 2021. The Court held that the complaint was inadmissible primarily because the petitioner failed to sufficiently substantiate compliance with the one-month filing deadline under § 93(1) sentence 1 BVerfGG by omitting any information regarding the date of service to her legal representative, and secondarily because she failed to demonstrate a constitutional violation as required by §§ 23(1) sentence 2 and 92 BVerfGG; consequently, the pending application for reinstatement to the previous status was rendered unnecessary.
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KI-generiertProcedural basis cited in the dispositive to declare the motion for interim relief moot upon the non-admission of the constitutional complaint.
Volltext
Nichtannahme einer jedenfalls mangels hinreichender Substantiierung unzulässigen Verfassungsbeschwerde - Zweifel bzgl der Darlegungen zur Einhaltung der Monatsfrist (§ 93 Abs 1 S 1 BVerfGG) bei unvollständigem Vortrag zur Zustellung der angegriffenen Entscheidung
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, ohne dass es einer Entscheidung über den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bedarf.
Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
[GRUENDE]
1. Es bestehen bereits Bedenken, ob die Beschwerdeführerin - auch unter Berücksichtigung ihres Antrags auf Wiedereinsetzung - die Einhaltung der Monatsfrist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG hinreichend substantiiert aufgezeigt hat. Die allgemeine Begründungslast des § 23 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG verlangt von einem Beschwerdeführer im Zweifelsfall die schlüssige Darlegung, dass die einmonatige Frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG zur Erhebung und Begründung der Verfassungsbeschwerde eingehalten ist (vgl. BVerfGK 14, 468 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 24. Februar 2021 - 2 BvR 428/18 -, Rn. 2; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 29. April 2021 - 2 BvR 1543/20 -, Rn. 6). In Strafsachen werden Entscheidungen regelmäßig sowohl dem Verteidiger als auch dem Beschuldigten bekanntgegeben. Daher ist substantiierter Vortrag zu allen Zugangszeitpunkten - oder die Klarstellung, dass der Beschluss nur einem der Beteiligten bekanntgegeben wurde - jedenfalls dann erforderlich, wenn sich die Einhaltung der Monatsfrist nicht ohne Weiteres aus den vorgelegten Unterlagen ergibt (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 24. Februar 2021 - 2 BvR 428/18 -, Rn. 8; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 29. April 2021 - 2 BvR 1543/20 -, Rn. 7).
Die Beschwerdeführerin trägt nur vor, dass der mit der Verfassungsbeschwerde vom 27. April 2021 angegriffene Beschluss des Landgerichts Konstanz vom 24. März 2021 ihr selbst am 27. März 2021 zugegangen ist. Vortrag dazu, ob und wann die Entscheidung ihrem im fachgerichtlichen Verfahren mandatierten Verteidiger bekanntgegeben wurde, lässt sie vermissen. Den vorgelegten Unterlagen ist lediglich zu entnehmen, dass der angegriffene Beschluss des Landgerichts Konstanz am 25. März 2021 ausgefertigt wurde. Ein Zugang der Entscheidung beim Verteidiger vor dem 27. März 2021 mag fraglich sein, kann aber ohne nähere Angaben der Beschwerdeführerin auch nicht ausgeschlossen werden.
2. Die Verfassungsbeschwerde ist aber jedenfalls unzulässig, weil die Beschwerdeführerin einen Verfassungsverstoß nicht hinreichend substantiiert im Sinne der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG aufgezeigt hat.
3. Einer Entscheidung über den Antrag auf Wiedereinsetzung bedarf es daher nicht.
4. Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.