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2 BvQ 18/21 ECLI:DE:BVerfG:2021:qk20210312.2bvq001821 KI-generiert

Reimbursement of attorney fees in constitutional interim proceedings denied for lack of evident success prospects

Geschäftsnummer 2 BvQ 18/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court (BVerfG) dismissed the applicant's request for an order of necessary expense reimbursement and rejected the request for subject matter value assessment, leaving no costs awarded. The case arose after the applicant declared its application for an interim injunction under § 32 BVerfGG moot following a ruling by the Cologne Administrative Court that addressed the underlying dispute; the applicant then sought reimbursement of attorney's fees and a specific value assessment for the constitutional proceedings. The court held that reimbursement under § 34a Abs. 3 BVerfGG is discretionary based on equity and requires the interim application to have had evident prospects of success, which was not established given doubts about the substantiation of the alleged violation of Article 19 Abs. 4 GG, as the administrative court's decision relied on facts emerging after the constitutional application was filed; additionally, the request for subject matter value assessment was found to lack legal interest due to the statutory minimum value under § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG.

Legislator-Regeste

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§ 32 BVerfGG, § 34a Abs. 3 BVerfGG, Art. 19 Abs. 4 GG, § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG; Reimbursement of attorney fees in constitutional interim proceedings denied for lack of evident success prospects: The case arose after the applicant declared its application for an interim injunction under § 32 BVerfGG moot following a ruling by the Cologne Administrative Court that addressed the underlying dispute; the applicant then sought reimbursement of attorney's fees and a specific value assessment for the constitutional proceedings. The court held that reimbursement under § 34a Abs. 3 BVerfGG is discretionary based on equity and requires the interim application to have had evident prospects of success, which was not established given doubts about the substantiation of the alleged violation of Article 19 Abs. 4 GG, as the administrative court's decision relied on facts emerging after the constitutional application was filed; additionally, the request for subject matter value assessment was found to lack legal interest due to the statutory minimum value under § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG.

Schlagwörter

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Anwaltskosten Kostenersatz Streitgegenstand ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen hängiges Verfahren Nothilfe nach BV

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 32 BVerfGG

Identifies the underlying procedure (interim injunction) for which the reimbursement of necessary expenses is being adjudicated.

§ 34a Abs. 3 BVerfGG

Provides the legal basis for the court's discretion to order the reimbursement of necessary expenses following the declination of the application.

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Volltext

Ablehnung eines Antrags auf Anordnung der Auslagenerstattung nach Erledigterklärung eines Eilantrags

[TENOR]

Der Antrag auf Anordnung der Erstattung der notwendigen Auslagen für das Verfahren nach § 32 BVerfGG wird abgelehnt.

Der Antrag auf Gegenstandswertfestsetzung wird verworfen.

[GRUENDE]

1. Die Antragstellerin hat mit Schreiben vom 5. März 2021 den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung für erledigt erklärt, nachdem das Verwaltungsgericht Köln am 5. März 2021 einem auf den 4. März 2021 datierenden neuen Antrag der Antragstellerin auf Erlass einer Zwischenverfügung entsprach. Sie beantragt nunmehr die Erstattung der Auslagen nach § 34a Abs. 3 BVerfGG und die Festsetzung des Gegenstandswerts der anwaltlichen Tätigkeit.

2. Der Antrag auf Anordnung der Auslagenerstattung hat keinen Erfolg.

Angesichts der Erledigung ist nur noch gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG nach Billigkeit über die Auslagenerstattung für das Verfahren nach § 32 BVerfGG zu entscheiden (vgl. BVerfGE 87, 394 ; 89, 91 ; 133, 37 ). Für das Verfahren nach § 32 BVerfGG gilt dabei im Grundsatz dasselbe wie im jeweils zugrundeliegenden Hauptsacheverfahren (vgl. Lenz/Hansel, BVerfGG, 3. Aufl. 2020, § 34a Rn. 45). Daher ist eine Gesamtwürdigung aller bekannten Umstände vorzunehmen (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 28. Oktober 2019 - 2 BvR 962/19 -, juris, Rn. 2). Eine überschlagsmäßige Würdigung der Erfolgsaussichten, wie sie im fachgerichtlichen Verfahren im Erledigungsfall üblich ist, findet im verfassungsgerichtlichen Verfahren grundsätzlich nicht statt. Eine Auslagenerstattung aufgrund Billigkeit kommt insbesondere nur dann in Betracht, wenn ausnahmsweise die Erfolgsaussichten im Verfahren nach § 32 BVerfGG ohne Weiteres unterstellt werden können (vgl. für das Verfassungsbeschwerdeverfahren BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 23. September 2020 - 1 BvR 1378/20 -, Rn. 2).

Nach diesem Maßstab entspricht eine Auslagenerstattung hier nicht der Billigkeit. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln vom 5. März 2021 berücksichtigt maßgeblich tatsächliche Umstände, die erst nach Stellung des Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gemäß § 32 BVerfGG eintraten. Es liegt daher gerade nicht auf der Hand, dass der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung erfolgreich gewesen wäre. Vielmehr bestehen nicht ohne Weiteres auszuschließende Zweifel an der hinreichenden Substantiierung der geltend gemachten Verletzung von Art. 19 Abs. 4 GG.

3. Für die beantragte Festsetzung des Gegenstandswerts besteht angesichts des eingreifenden Mindestgegenstandswerts gemäß § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG kein Rechtsschutzbedürfnis (vgl. zur Verfassungsbeschwerde BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 25. Mai 1999 - 2 BvR 1790/94 -, NJW 2000, S. 1399).

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.