Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2 BvR 1949/18 ECLI:DE:BVerfG:2021:rk20210203.2bvr194918 KI-generiert

Constitutional complaint against speed violation fine: failure to substantiate fair procedure and information access claims under §§ 23, 92 BVerfGG

Geschäftsnummer 2 BvR 1949/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court refused to accept the constitutional complaint for review, leaving the underlying fine for a speed limit violation and the lower court’s denial of appeal admissibility in force. The complainant challenged the conviction and the denial of leave to appeal, alleging violations of the right to a fair procedure and access to information not contained in the procedural files, as well as breaches of the general right of personality and the rule of law. However, the court found the complaint inadmissible under §§ 23(1) sentence 2 and 92 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG) because it failed to meet the requirement for a substantiated and coherent argumentation, specifically by neglecting to engage with the specific constitutional implications of the attacked judicial decisions and by improperly relying on references to earlier procedural submissions without independent constitutional argumentation.

Legislator-Regeste

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Art. 20 Abs. 3 GG, § 92 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint against speed violation fine: failure to substantiate fair procedure and information access claims under §§ 23, 92 BVerfGG: The complainant challenged the conviction and the denial of leave to appeal, alleging violations of the right to a fair procedure and access to information not contained in the procedural files, as well as breaches of the general right of personality and the rule of law. However, the court found the complaint inadmissible under §§ 23(1) sentence 2 and 92 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG) because it failed to meet the requirement for a substantiated and coherent argumentation, specifically by neglecting to engage with the specific constitutional implications of the attacked judicial decisions and by improperly relying on references to earlier procedural submissions without independent constitutional argumentation.

Schlagwörter

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Geschwindigkeitsüberschreitung Verletzung von Verfahrensrechten verfassungsmässige Schranken Normenkontrolle Verfassungsbeschwerde im Ausland Rechtsstaat

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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2 BvR 1616/18
Access to non-accusation measurement data in speeding proceedings as a component of the right to a fair trial
BVerfGE 112, 304
BVerfGE 112, 304 ; 129, 269 ).
BVerfGE 81, 208
BVerfGE 81, 208 ; 89, 155 ; 99, 84 ; 108, 370 ; 113, 29 ).
BVerfGE 82, 43
BVerfGE 82, 43 ; 86, 122 ; 88, 40 ; 105, 252 ; 140, 229 ).
BVerfGE 78, 320
BVerfGE 78, 320 ; 99, 84 ; 115, 166 ).
BVerfGE 77, 170
BVerfGE 77, 170 ; 99, 84 ; 101, 331 ; 123, 186 ; 140, 229 ; 142, 234 ).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Cited as the procedural basis for omitting a further reasoned decision in the non-acceptance order.

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Volltext

Nichtannahme einer mangels hinreichender Substantiierung unzulässigen Verfassungsbeschwerde

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

I. Der Beschwerdeführer wendet sich mit der Verfassungsbeschwerde unter anderem gegen eine Verurteilung im Bußgeldverfahren wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung und die Ablehnung seines Antrags auf Zulassung der Rechtsbeschwerde. Er rügt insbesondere eine Verletzung seiner Rechte aus Art. 103 Abs. 1 und aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG. Zur Begründung führt er insbesondere an, ihm sei kein Zugang zu den von ihm begehrten Informationen gewährt worden.

II. Ungeachtet dessen, dass sich aus dem Recht auf ein faires Verfahren auch ein Informationszugang zu außerhalb der Bußgeldakte befindlichen Informationen ergeben kann (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 12. November 2020 - 2 BvR 1616/18 -), erweist sich die Verfassungsbeschwerde hier als unzulässig. Sie genügt nicht den Begründungsanforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG (vgl. BVerfGE 112, 304 ; 129, 269 ).

1. Eine § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genügende Begründung setzt voraus, dass der die Rechtsverletzung enthaltende Vorgang substantiiert und schlüssig vorgetragen wird (vgl. BVerfGE 81, 208 ; 89, 155 ; 99, 84 ; 108, 370 ; 113, 29 ). Bei einer gegen eine gerichtliche Entscheidung gerichteten Verfassungsbeschwerde hat sich der Beschwerdeführer mit dieser in der Regel ins Einzelne gehend inhaltlich auseinanderzusetzen (vgl. BVerfGE 82, 43 ; 86, 122 ; 88, 40 ; 105, 252 ; 140, 229 ). Es muss deutlich werden, inwieweit durch die angegriffene Maßnahme das bezeichnete Grundrecht verletzt sein soll (vgl. BVerfGE 78, 320 ; 99, 84 ; 115, 166 ). Liegt zu den mit der Verfassungsbeschwerde aufgeworfenen Fragen bereits Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vor, so ist der behauptete Grundrechtsverstoß in Auseinandersetzung mit den vom Bundesverfassungsgericht entwickelten Maßstäben zu begründen (vgl. BVerfGE 77, 170 ; 99, 84 ; 101, 331 ; 123, 186 ; 140, 229 ; 142, 234 ).

2. Diesen Anforderungen genügt die Verfassungsbeschwerde nicht. So fehlt es der Beschwerdeschrift an jeglicher verfassungsrechtlich-argumentativer Auseinandersetzung mit den einzelnen angegriffenen Entscheidungen. Soweit der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer auf vorangegangene Schriftsätze im Instanzenweg verweist, genügt auch dies nicht den Anforderungen an ein substantiiertes Vorbringen im Verfassungsbeschwerdeverfahren. Zum einen enthalten die in Bezug genommenen Dokumente ebenfalls keinen verfassungsrechtlich-argumentativen Vortrag zum konkreten Verfahren. Zum anderen ist es nicht Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts, aufgrund eines Hinweises auf frühere Schriftsätze den dortigen Vortrag auf verfassungsrechtlich relevante Lebenssachverhalte hin zu untersuchen. Es macht insofern keinen Unterschied, ob der Beschwerdeführer auf einen Anhang hinweist, dem er vorangegangene Schriftsätze und übrige Bestandteile der Verfahrensakte beigegeben hat, oder ob er versucht, diese in die Beschwerdeschrift zu integrieren (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 20. Juni 2007 - 2 BvR 1042/07 -, Rn. 6 f.; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 20. März 2012 - 2 BvR 1382/09 -, Rn. 3).

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.