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2 BvR 375/15 ECLI:DE:BVerfG:2020:rk20201130.2bvr037515 KI-generiert

Admissibility of constitutional complaint by public entity: ineligibility for Art. 19(4) GG legal protection and failure to substantiate Art. 103(1) GG hearing claim

Geschäftsnummer 2 BvR 375/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court refused to accept the constitutional complaint for decision, thereby upholding the lower administrative courts' dismissal of the municipality's claims. The dispute concerned a municipal entity's challenge against a district levy assessment for the fiscal year 2010, where it alleged violations of its right to legal protection under Article 19(4) of the German Basic Law and its right to be heard under Article 103(1). The Court held the complaint inadmissible on two grounds: first, local public bodies are generally not entitled to invoke the fundamental right to effective legal protection under Article 19(4) GG; second, the complaint failed to demonstrate a violation of the right to be heard under Article 103(1) GG, as the complainant merely disputed the material legal evaluation of the administrative court, which is not required to adopt the party's specific legal viewpoint, and thus did not meet the substantive requirements of § 23 Abs. 1 and § 92 of the Federal Constitutional Court Act.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, Art. 19 Abs. 4 GG, Art. 103 Abs. 1 GG, § 92 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Admissibility of constitutional complaint by public entity: ineligibility for Art. 19(4) GG legal protection and failure to substantiate Art. 103(1) GG hearing claim: Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör Verwaltungsbeschwerde Abgabestreitigkeit verfassungsmässige Anforderung Grundrechte Verfassungsbeschwerde im Ausland

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 129, 108
BVerfGE 129, 108 ; BVerfG, Beschluss der 2.
2 BvR 2203/18
Trust persons of a citizens' initiative lack standing under Art. 19(4) and Art. 3(1) Basic Law as municipal organs
BVerfGE 6, 45
BVerfGE 6, 45 ; 61, 82 ).
BVerfGE 64, 1
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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Parallelentscheidung

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

Die Beschwerdeführerin und Klägerin des Ausgangsverfahrens ist eine kreisangehörige Gemeinde im Land Brandenburg. Sie wendet sich gegen die Kreisumlage für das Haushaltsjahr 2010.

Die von ihr gegen den Kreisumlagebescheid erhobene Klage wies das Verwaltungsgericht Potsdam ab. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg lehnte mit Beschluss vom 4. Dezember 2014 den Antrag auf Zulassung der Berufung ab. Die hiergegen eingelegte Anhörungsrüge wies das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit Beschluss vom 28. Januar 2015 zurück.

I. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist.

1. Hinsichtlich der Rüge einer Verletzung von Art. 19 Abs. 4 GG ist die Beschwerdeführerin bereits nicht beschwerdeberechtigt. Gebietskörperschaften und deren Organe können sich grundsätzlich nicht auf die Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG berufen (vgl. BVerfGE 129, 108 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 22. Februar 2019 - 2 BvR 2203/18 -, Rn. 19 ff.).

2. Hinsichtlich der geltend gemachten Verletzung des grundrechtsähnlichen Rechts des Art. 103 Abs. 1 GG ist die Beschwerdeführerin zur Erhebung einer Verfassungsbeschwerde zwar grundsätzlich befugt (vgl. BVerfGE 6, 45 ; 61, 82 ). Die Verfassungsbeschwerde genügt jedoch offensichtlich nicht den Anforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG.

Die Möglichkeit einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäß Art. 103 Abs. 1 GG ist nach dem Vortrag der Beschwerdeführerin nicht erkennbar. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin beschränken sich im Ergebnis auf die Darlegung, das Oberverwaltungsgericht habe ihrem Vortrag materiell-rechtlich nicht die richtige Bedeutung beigemessen. Die Beschwerdeführerin verkennt damit, dass Art. 103 Abs. 1 GG das Gericht zwar verpflichtet, Ausführungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen, nicht aber der Rechtsansicht der Beschwerdeführerin zu folgen (vgl. BVerfGE 64, 1 ; 87, 1 ).

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.