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1 BvR 2351/20 ECLI:DE:BVerfG:2020:rk20201022.1bvr235120 KI-generiert

Inadmissibility of recusal motions based solely on prior judicial involvement in related cases

Geschäftsnummer 1 BvR 2351/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court dismissed the applicant’s constitutional complaint without taking it up for decision and ruled that the applicant’s motions for recusal against three judges were inadmissible and dismissed as such, leaving the prior procedural status unchanged. The dispute involved a constitutional complaint where the applicant attempted to bias judges who had previously decided on other matters concerning the same applicant. The Court held that the recusal motions were manifestly inadmissible because they merely referenced prior proceedings without providing substantive reasons suitable to raise a concern of bias under the Federal Constitutional Court Act, and the constitutional complaint itself was deemed inadmissible, with the application for interim relief rendered moot. The decisive legal basis included the requirements for recusal under Articles 18 and 19 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), the admissibility standards for recusal motions, and the dismissal criteria under Article 93a of the BVerfGG.

Legislator-Regeste

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§ 18 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG, § 19 BVerfGG, § 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Inadmissibility of recusal motions based solely on prior judicial involvement in related cases: The dispute involved a constitutional complaint where the applicant attempted to bias judges who had previously decided on other matters concerning the same applicant. The Court held that the recusal motions were manifestly inadmissible because they merely referenced prior proceedings without providing substantive reasons suitable to raise a concern of bias under the Federal Constitutional Court Act, and the constitutional complaint itself was deemed inadmissible, with the application for interim relief rendered moot. The decisive legal basis included the requirements for recusal under Articles 18 and 19 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), the admissibility standards for recusal motions, and the dismissal criteria under Article 93a of the BVerfGG.

Schlagwörter

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Ausstandsbegehren Befangenheit des Richters verfassungsmässige Anforderung konnexe Verfahren Trennungsklage Wandelungsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 BvR 887/09
April 2009 - 1 BvR 887/09 -, Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 40 Abs. 3 GOBVerfG

Cited in the dispositive to declare the application for interim relief moot following the non-acceptance of the constitutional complaint.

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Volltext

Nichtannahme einer unzulässigen Verfassungsbeschwerde - Verwerfung offensichtlich unzulässiger Ablehnungsgesuche

[TENOR]

Die Ablehnungsgesuche gegen die Richter Paulus und Christ und die Richterin Härtel werden als unzulässig verworfen.

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

[GRUENDE]

1. Die Ablehnungsgesuche gegen die Richter Paulus und Christ und die Richterin Härtel sind unzulässig.

Ein Ablehnungsgesuch, das keine Begründung oder lediglich Ausführungen enthält, die zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeignet sind, ist unzulässig. Bei offensichtlicher Unzulässigkeit bedarf es keiner dienstlichen Stellungnahme des abgelehnten Richters; dieser ist auch von der Entscheidung über das offensichtlich unzulässige Ablehnungsgesuch nicht ausgeschlossen (vgl. BVerfGK 8, 59 ).

Die offensichtliche Unzulässigkeit ergibt sich daraus, dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Ablehnungsgesuchs lediglich auf vorige ihn betreffende Verfahren verwiesen hat, über die die abgelehnten Richter der 2. Kammer des Ersten Senats entschieden haben. Dieser pauschale Verweis ist offensichtlich ungeeignet, einen Ausschluss nach § 18 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG in Betracht zu ziehen. Die bloße Mitwirkung an einer Entscheidung in einem vorangegangenen Verfassungsbeschwerdeverfahren desselben Beschwerdeführers kann auch die Besorgnis der Befangenheit im Sinne des § 19 BVerfGG offensichtlich nicht begründen (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 22. April 2009 - 1 BvR 887/09 -, Rn. 3).

2. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor; die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.