Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 BvR 1948/20 ECLI:DE:BVerfG:2020:rk20200928.1bvr194820 KI-generiert

Mandatory courtroom face masks under sitting police powers: proportionality of pandemic health restrictions against professional freedom

Geschäftsnummer 1 BvR 1948/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Constitutional Court (BVerfG) refused to accept the constitutional complaint and rendered the request for interim relief moot, thereby upholding the lower court's sitting police order and allowing the respondent to prevail. The dispute concerned a lawyer's challenge to a mandatory requirement to wear a mouth-nose covering in the courtroom during a trial, citing the ongoing pandemic. The Court found the complaint inadmissible due to its late filing and insufficient substantiation under §§ 93, 92, and 23 BVerfGG, noting that the complainant failed to demonstrate that the restriction on professional freedom under Article 12(1) Basic Law was disproportionate. The mandate was deemed suitable and necessary to protect public health, as no equally effective but milder measures were apparent, and the complainant did not adequately allege that wearing the mask was physically impossible for health reasons.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG, Art. 12 Abs. 1 GG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Mandatory courtroom face masks under sitting police powers: proportionality of pandemic health restrictions against professional freedom: The dispute concerned a lawyer's challenge to a mandatory requirement to wear a mouth-nose covering in the courtroom during a trial, citing the ongoing pandemic. The Court found the complaint inadmissible due to its late filing and insufficient substantiation under §§ 93, 92, and 23 BVerfGG, noting that the complainant failed to demonstrate that the restriction on professional freedom under Article 12(1) Basic Law was disproportionate. The mandate was deemed suitable and necessary to protect public health, as no equally effective but milder measures were apparent, and the complainant did not adequately allege that wearing the mask was physically impossible for health reasons.

Schlagwörter

KI-generiert
Maskentragpflicht Polizei und öffentliche Ordnung verfassungsmässige Anforderung Gesundheitswesen Vorführung vor der Behörde medizinische Zwangsbehandlung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BVerfGE 90, 22
BVerfGE 103, 89
BVerfGE 103, 89 ; m.w.N.; stRspr).
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 40 Abs. 3 GOBVerfG

Procedural rule cited in the dispositive to declare the application for interim relief moot following the refusal to accept the constitutional complaint.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Nichtannahmebeschluss: Wegen Verfristung und fehlender Substantiierung unzulässige Verfassungsbeschwerde gegen Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung im Gerichtssaal aufgrund sitzungspolizeilicher Anordnung

[TENOR]

1. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

2. Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

[GRUENDE]

I. Die Beschwerdeführerin richtet sich als Prozessbevollmächtigte gegen die sitzungspolizeiliche Anordnung, im Gerichtssaal wegen der gegenwärtig andauernden Covid-19-Pandemie eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen.

II. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Annahmegründe nach § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor, weil die Verfassungsbeschwerde mangels Zulässigkeit keine Aussicht auf Erfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 ). Ungeachtet ihrer Verfristung (vgl. § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG) genügt die Verfassungsbeschwerde nicht den Anforderungen an ihre Begründung gemäß § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG.

Die Beschwerdeführerin legt insbesondere nicht dar, dass das Gericht Bedeutung und Tragweite von Art. 12 Abs. 1 GG grundlegend verkannt haben könnte (vgl. BVerfGE 103, 89 ; m.w.N.; stRspr).

Die Anordnung des Gerichts beruht auf erkennbar vernünftigen Gründen des Gemeinwohls. Da nach den gegenwärtigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung das Infektionsrisiko verringern kann (vgl. Robert-Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 19/2020 vom 7. Mai 2020; ferner RKI, FAQ: Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit zu beachten?, https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/ gesamt.html, abgerufen am 22. September 2020), ist die Anordnung auch geeignet, mögliche Infektionen im Gerichtssaal zu verhindern oder zumindest die Wahrscheinlichkeit hierfür zu senken. Es ist auch kein gleich geeignetes, milderes Mittel ersichtlich, da eine Mund- und Nasenbedeckung in geschlossenen Räumen einen höheren Schutz vor Infektionen bieten dürfte als das bloße Einhalten eines Abstands und das Belüften der Räumlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdeführerin nicht aufgezeigt, dass die Anordnung in Hinblick auf eine geringfügige Belastung einerseits und die Gefahren einer Ansteckung andererseits nicht angemessen erscheint. Insbesondere hat die Beschwerdeführerin nicht hinreichend dargelegt und konkretisiert, dass und warum es ihr aus gesundheitlichen Gründen unmöglich wäre, eine Mund- und Nasenbedeckung während der zeitlich begrenzten Dauer einer Verhandlung zu tragen.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.