Constitutional complaint against distant venue for disabled employee rejected for failure to prove compliance with monthly filing deadline
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to admit the constitutional complaint, rendering the application for interim relief moot, thereby leaving the lower court’s jurisdictional ruling in force. The dispute involved a heavily disabled employee challenging a reference of his labor law case to an employment court located 600 km away, arguing that the transfer constituted an unmanageable hardship despite the existence of a previously established venue. The court deemed the complaint inadmissible not for substantive lack of merit, but for procedural failure: the petitioner did not demonstrate compliance with the one-month filing deadline prescribed by § 93(1) sentence 1 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), failing to provide the required proof of the date of service of the challenged judgment, given that the complaint was received more than two months after the lower court’s decision.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 48 ArbGG, § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 93 Abs. 1 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint against distant venue for disabled employee rejected for failure to prove compliance with monthly filing deadline: The dispute involved a heavily disabled employee challenging a reference of his labor law case to an employment court located 600 km away, arguing that the transfer constituted an unmanageable hardship despite the existence of a previously established venue. The court deemed the complaint inadmissible not for substantive lack of merit, but for procedural failure: the petitioner did not demonstrate compliance with the one-month filing deadline prescribed by § 93(1) sentence 1 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), failing to provide the required proof of the date of service of the challenged judgment, given that the complaint was received more than two months after the lower court’s decision.
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KI-generiertApplied in the dispositive to declare the application for interim relief moot as a consequence of the non-acceptance of the constitutional complaint.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Verfassungsbeschwerde in einer arbeitsrechtlichen Sache mangels Darlegungen zur Wahrung der Monatsfrist (§ 93 Abs 1 S 1 BVerfGG) unzulässig
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
[GRUENDE]
I. Der Beschwerdeführer wendet sich dagegen, dass sein arbeitsrechtlicher Rechtsstreit nicht im Gerichtsbezirk seines ehemaligen gewöhnlichen Arbeitsortes stattfindet, sondern an das 600 km entfernte Arbeitsgericht Saarland verwiesen worden ist. Aufgrund seiner Schwerbehinderung liege in der Verweisung eine unzumutbare Härte.
II. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist. Sie genügt offensichtlich nicht den Anforderungen an die Begründung einer Verfassungsbeschwerde (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG).
1. Es kann dahinstehen, dass, anders als das Arbeitsgericht Eberswalde annahm, der einmal gegebene Gerichtsstand auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses fortbesteht (vgl. BAG, Beschluss vom 26. September 2000 - 3 AZN 181/00 -, juris, Rn. 6; dazu Koch, in: ErfK, 20. Aufl. 2020, § 48 ArbGG Rn. 20; Germelmann/Künzl, in: Germelmann/Matthes/Prütting, ArbGG, 9. Aufl. 2017, § 48 Rn. 38). Ob eine solche Fehleinschätzung auch Verfassungsrecht verletzt, war hier nicht zu prüfen.
2. Soweit sich der Beschwerdeführer gegen den Verweisungsbeschluss des Arbeitsgerichts Eberswalde wendet, hat er jedenfalls nicht dargelegt, die Frist zur Einlegung einer Verfassungsbeschwerde nach § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG gewahrt zu haben.
Eine Verfassungsbeschwerde ist innerhalb der Monatsfrist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG nicht nur einzulegen, sondern auch zu begründen (vgl. BVerfGE 21, 359 ; stRspr). In Fällen, in denen - wie hier - die Einhaltung der Beschwerdefrist des § 93 Abs. 1 BVerfGG nicht offensichtlich ist, muss der Beschwerdeführer unaufgefordert mitteilen, wann ihm die Entscheidung zugegangen ist. Ohne einen solchen Vortrag ist es dem Bundesverfassungsgericht nicht möglich, die Einhaltung der Monatsfrist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG zu prüfen.
Der Beschwerdeführer hat diesen Anforderungen nicht genügt. Der angegriffene Beschluss des Arbeitsgerichts Eberswalde datiert vom 15. Oktober 2019, die Verfassungsbeschwerde ist aber mehr als zwei Monate später, nämlich am 18. Dezember 2019, beim Bundesverfassungsgericht eingegangen. Wann dem Beschwerdeführer der angegriffene Beschluss zugegangen ist, wird nicht mitgeteilt.
3. Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.