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1 BvR 3087/14 ECLI:DE:BVerfG:2020:rk20200316.1bvr308714 KI-generiert

Matter value for fees in constitutional complaint: equal treatment of registered partnerships in public service survivor pensions and procedural discrimination complexity

Geschäftsnummer 1 BvR 3087/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court set the matter value at €35,000 for the purpose of attorney fee determination in a constitutional complaint proceeding. The dispute concerned the equal treatment of marriage and registered partnerships regarding survivor benefits for public sector employees, specifically whether a complainant was discriminated against by the delayed application of a more favorable tax class for supplemental pension calculations that only took effect upon notification of the partnership. The decision was based on the Federal Lawyers' Fees Act (§§ 14, 37 RVG), which mandates that the matter value in constitutional complaint proceedings be determined based on reasonable discretion, considering the complexity and significance of the legal issues, the scope of professional activity, and the complainant’s income and assets, with a statutory minimum of €5,000.

Legislator-Regeste

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§ 37 Abs. 2 Satz 2 RVG, § 14 Abs. 1 RVG, § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG; Matter value for fees in constitutional complaint: equal treatment of registered partnerships in public service survivor pensions and procedural discrimination complexity: The dispute concerned the equal treatment of marriage and registered partnerships regarding survivor benefits for public sector employees, specifically whether a complainant was discriminated against by the delayed application of a more favorable tax class for supplemental pension calculations that only took effect upon notification of the partnership. The decision was based on the Federal Lawyers' Fees Act (§§ 14, 37 RVG), which mandates that the matter value in constitutional complaint proceedings be determined based on reasonable discretion, considering the complexity and significance of the legal issues, the scope of professional activity, and the complainant’s income and assets, with a statutory minimum of €5,000.

Schlagwörter

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Anwaltskosten Streitwert Komplexität des Verfahrens statutarische Leistung Mindestrente registrierte Partnerschaft

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 79, 365
d) Zu den Vermögens- und Einkommensverhältnissen des Beschwerdeführers sind keine Besonderheiten vorgetragen worden, die eine weitere Anhebung des Wertes unter sozialen Aspekten rechtfertigen würde (vgl. BVerfGE 79, 365 ).
1 BvR 1884/17
Public service supplementary pension transitional rules: Effectiveness of judicial protection versus collective bargaining discretion and alleged gender-based discrimination in retirement calculation
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 37 Abs. 2 Satz 2 RVG

Statutory basis explicitly cited to determine the matter value (Gegenstandswert) of €35,000 for attorney fees in the constitutional complaint procedure.

§ 14 Abs. 1 RVG

Provision cited in conjunction with the fee determination to account for the scope and complexity of the attorney's activity and the significance of the case.

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Volltext

Gegenstandswertfestsetzung im Verfassungsbeschwerdeverfahren

[GRUENDE]

I. Die Verfassungsbeschwerde betraf die Gleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft im Bereich der betrieblichen Hinterbliebenenversorgung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes nach der Satzung der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder und insbesondere die Frage, ob Personen, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, dadurch diskriminiert werden, dass die zur Berechnung der Zusatzrente heranzuziehende günstigere Steuerklasse - in entsprechender Anwendung einer nach dem Wortlaut für Verheiratete geltenden Regelung - erst ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe der Verpartnerung berücksichtigt wird.

II. Auf Antrag des Beschwerdeführers wird der Gegenstandswert auf 35.000 Euro festgesetzt.

1. Nach § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG ist der Gegenstandswert im Verfassungsbeschwerdeverfahren unter Berücksichtigung der in § 14 Abs. 1 RVG genannten Umstände nach billigem Ermessen zu bestimmen; er beträgt jedoch mindestens 5.000 Euro. Maßgebliche Kriterien sind vor allem der Umfang und die Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, die Bedeutung der Angelegenheit für Beschwerdeführer und Allgemeinheit sowie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Beauftragenden (§ 14 Abs. 1 Satz 1 RVG; vgl. BVerfGE 79, 365 ).

2. In Anwendung dieser Maßstäbe ist der Gegenstandswert der Tätigkeit des Verfahrensbevollmächtigten des Beschwerdeführers in Orientierung an dem materiellen Interesse und unter Berücksichtigung der darüber hinausreichenden Bedeutung und Komplexität zu bemessen.

a) Das subjektive Interesse liegt in der Rentendifferenz, auf die das Ausgangsverfahren des Beschwerdeführers zielt. Diese liegt bei 26.577,78 Euro.

b) Die objektive Bedeutung des Falles reicht über diese subjektive materielle Beschwer hinaus. Zwar ist die Auswirkung der konkreten Entscheidung der Kammer ausweislich der Angaben der Versicherungsanstalt von Bund und Ländern (VBL) auf den vorliegenden Fall beschränkt. Gegenstand des Verfahrens sind jedoch sich immer wieder stellende grundsätzliche Fragen.

c) Dazu kommen Umfang und Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit. Die einfachrechtliche Materie ist von hoher Komplexität (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 9. Mai 2018 - 1 BvR 1884/17 -, Rn. 12). Zudem sind Fragen der verfahrensbezogenen Diskriminierung bislang selten und damit wenig dogmatisiert. Das bedingt einen erhöhten Bearbeitungsaufwand der Verfassungsbeschwerde.

d) Zu den Vermögens- und Einkommensverhältnissen des Beschwerdeführers sind keine Besonderheiten vorgetragen worden, die eine weitere Anhebung des Wertes unter sozialen Aspekten rechtfertigen würde (vgl. BVerfGE 79, 365 ).