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2 BvR 571/20 ECLI:DE:BVerfG:2020:rk20200401.2bvr057120 KI-generiert

Constitutional complaint against denial of trial date cancellation due to pandemic health risks: failure to substantively challenge implemented protective measures

Geschäftsnummer 2 BvR 571/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court (BVerfG) rejected the applicant’s request for a preliminary injunction (einstweilige Anordnung) seeking the cancellation of two scheduled main hearing dates, thereby upholding the lower courts' confirmation of the trial schedule. The dispute involved a criminal defendant alleging a violation of the right to life and physical integrity (Art. 2(2) GG) and the right to a fair public trial due to the risk of coronavirus infection during the in-person proceedings. The Court held the application inadmissible on two grounds: first, regarding the fair procedure claim, the applicant failed to exhaust legal remedies, as the trial date notice constitutes an interlocutory order subject to review by the specialized courts; second, regarding the health risk claim, although subsidiarity was not a bar since subsequent remedies could not eliminate the immediate health danger, the application failed to meet the substantive pleading requirements of §§ 23(1) 2, 92 BVerfGG because the applicant made only generic assertions about the virus without specifically demonstrating that the concrete protective measures implemented by the court were objectively unsuitable, inadequate, or significantly insufficient relative to the protective goal.

Legislator-Regeste

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§ 92 BVerfGG, § 23 Absatz 1 Satz 2, § 92 BVerfGG; Constitutional complaint against denial of trial date cancellation due to pandemic health risks: failure to substantively challenge implemented protective measures: The dispute involved a criminal defendant alleging a violation of the right to life and physical integrity (Art. 2(2) GG) and the right to a fair public trial due to the risk of coronavirus infection during the in-person proceedings. The Court held the application inadmissible on two grounds: first, regarding the fair procedure claim, the applicant failed to exhaust legal remedies, as the trial date notice constitutes an interlocutory order subject to review by the specialized courts; second, regarding the health risk claim, although subsidiarity was not a bar since subsequent remedies could not eliminate the immediate health danger, the application failed to meet the substantive pleading requirements of §§ 23(1) 2, 92 BVerfGG because the applicant made only generic assertions about the virus without specifically demonstrating that the concrete protective measures implemented by the court were objectively unsuitable, inadequate, or significantly insufficient relative to the protective goal.

Schlagwörter

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ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Vorverfahren Anfechtung der Löschung gesundheitliche Risiken materielle Voraussetzungen Anspruch auf ein faires Verfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 21, 139
BVerfGE 51, 324
BVerfGE 105, 252
BVerfGE 105, 252 ; BVerfGK 14, 402 ), sondern behauptet pauschal und ohne hinreichenden Beleg, nur ein "absolutes Kontaktverbot" könne eine Infektion verhindern.
BVerfGE 77, 170
BVerfGE 77, 170 ; 92, 26 ; 125, 39 ; 142, 313 ).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 23 Absatz 1 Satz 2, § 92 BVerfGG

Cited in the dispositive as the procedural standard for substantive pleading requirements, which the applicant failed to meet, rendering the application inadmissible.

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Volltext

Ablehnung des Erlasses einer eA zur Aufhebung zweier Hauptverhandlungstermine wegen der Gefahr einer Corona-Infektion - Tenorbegründung: teils Subsidiarität gegenüber nachgelagertem fachgerichtlichem Rechtsschutz, teils derzeit unzureichende Beschwerdebegründung - unzureichende Auseinandersetzung mit im Ausgangsverfahren durchgeführten Schutzvorkehrungen

[TENOR]

1. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt, da die zugleich erhobene Verfassungsbeschwerde gegen die Ablehnung der Aufhebung zweier Hauptverhandlungstermine - nach derzeitigem Stand - unzulässig ist.

2. Soweit eine Verletzung des Grundsatzes des fairen Verfahrens und der Öffentlichkeit der Hauptverhandlung geltend gemacht wird, ist die Verfassungsbeschwerde wegen des Verstoßes gegen den Grundsatz der Subsidiarität unzulässig. Insoweit ist der Beschwerdeführer auf das fachgerichtliche Verfahren zu verweisen; eine Überprüfung der Terminsladung als gerichtliche Zwischenentscheidung durch das Bundesverfassungsgericht kommt nicht in Betracht (vgl. BVerfGE 21, 139 ).

3. Soweit der Beschwerdeführer sich mit der Rüge, ihm drohe im Rahmen der Hauptverhandlung eine gegen Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 GG verstoßende Gesundheitsgefahr durch die Infektion mit dem Corona-Virus, gegen die Bestätigung der Terminsladung und die im Beschwerdeweg ergangenen Entscheidungen des Landgerichts München II und des Oberlandesgerichts München wendet, steht dem der Grundsatz der Subsidiarität zwar nicht entgegen, weil die behaupteten Gesundheitsgefahren im Wege des nachgelagerten fachgerichtlichen Rechtsschutzes nicht mehr behoben werden könnten (vgl. BVerfGE 51, 324 ).

Jedoch genügt die Antragsschrift des Beschwerdeführers - nach derzeitigem Stand - den Begründungs- und Substantiierungserfordernissen der § 23 Absatz 1 Satz 2, § 92 BVerfGG nicht. Sie setzt sich weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht mit den vom Landgericht durchgeführten Schutzvorkehrungen auseinander (vgl. BVerfGE 105, 252 ; BVerfGK 14, 402 ), sondern behauptet pauschal und ohne hinreichenden Beleg, nur ein "absolutes Kontaktverbot" könne eine Infektion verhindern. Insbesondere hat der Beschwerdeführer nicht hinreichend substantiiert dargelegt, dass die getroffenen Schutzmaßnahmen für einen Infektionsschutz offensichtlich ungeeignet oder völlig unzulänglich sind oder erheblich hinter dem Schutzziel zurückbleiben (vgl. BVerfGE 77, 170 ; 92, 26 ; 125, 39 ; 142, 313 ).

[GRUENDE]

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.