Inadmissibility of recusal motion based on prior political activities and rejection of election challenge without further justification
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court of Germany dismissed the applicant's recusal motion against a judge as manifestly inadmissible and rejected his election challenge by reference to a prior reporter's letter. The dispute arose from the applicant's attempt to exclude a judge from an election validity proceeding on the grounds of the judge's previous official political activities and public statements on current political topics, which the applicant alleged created a suspicion of bias. The Court held that a recusal motion is manifestly inadmissible if the allegations are wholly unsuited to establish a suspicion of bias, citing the doctrine that a judge's prior official activities or mere political statements on general topics, absent special circumstances, do not constitute grounds for bias, and that no official statement by the challenged judge is required in such cases. Furthermore, the election challenge failed for the reasons set forth in the reporter's letter, with the Court dispensing with further justification under § 24 Sentence 2 of the Federal Constitutional Court Act.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 24 Satz 2 BVerfGG; Inadmissibility of recusal motion based on prior political activities and rejection of election challenge without further justification: The dispute arose from the applicant's attempt to exclude a judge from an election validity proceeding on the grounds of the judge's previous official political activities and public statements on current political topics, which the applicant alleged created a suspicion of bias. The Court held that a recusal motion is manifestly inadmissible if the allegations are wholly unsuited to establish a suspicion of bias, citing the doctrine that a judge's prior official activities or mere political statements on general topics, absent special circumstances, do not constitute grounds for bias, and that no official statement by the challenged judge is required in such cases. Furthermore, the election challenge failed for the reasons set forth in the reporter's letter, with the Court dispensing with further justification under § 24 Sentence 2 of the Federal Constitutional Court Act.
Schlagwörter
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KI-generiertProcedural rule applied to dispense with a further written justification for the rejection of the election challenge.
Volltext
Verwerfung einer Wahlprüfungsbeschwerde unter Hinweis auf das Berichterstatterschreiben - Zurückweisung eines offensichtlich unzulässigen Ablehnungsgesuchs - vorhergehende amtliche Tätigkeit eines Richters bzw Äußerungen zu aktuellen politischen Themen begründen grds keine Besorgnis der Befangenheit
[TENOR]
Das Ablehnungsgesuch gegen den Richter Müller wird als unzulässig verworfen.
Die Wahlprüfungsbeschwerde wird verworfen.
[GRUENDE]
1. Das Ablehnungsgesuch des Beschwerdeführers gegen den Richter Müller ist offensichtlich unzulässig.
a) Ein Ablehnungsgesuch, das lediglich Ausführungen enthält, die zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeignet sind, ist offensichtlich unzulässig. Bei offensichtlicher Unzulässigkeit bedarf es keiner dienstlichen Stellungnahme des abgelehnten Richters; dieser ist auch von der Entscheidung über das offensichtlich unzulässige Ablehnungsgesuch nicht ausgeschlossen (vgl. BVerfGE 11, 1 ; BVerfGK 8, 59 ).
b) So liegt der Fall hier. Der Beschwerdeführer begründet sein Ablehnungsgesuch vorliegend vor allem mit früheren politischen Ämtern und Tätigkeiten des Richters Müller. Aus der bloßen vorhergehenden amtlichen Tätigkeit eines Richters kann eine Besorgnis der Befangenheit jedoch nicht abgeleitet werden (vgl. BVerfGE 42, 88 ; vgl. BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 15. August 2017 - 2 BvC 67/14 -, Rn. 3). Weitere Umstände, die vorliegend zu einer anderen Bewertung führen könnten, sind aus dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht ersichtlich. Insbesondere vermögen seine Ausführungen zu einer Nähebeziehung des Richters Müller zum Streitgegenstand, die er vor allem mit einem Interesse der CDU am Ausgang des Verfahrens begründet, solche nicht zu belegen. Auch ist nicht erkennbar, inwieweit die vom Beschwerdeführer benannten Aussagen im Rahmen von Veranstaltungen, die thematisch in keinem Zusammenhang mit dem Gegenstand dieses Verfahrens stehen, dazu geeignet sein könnten, die Besorgnis der Befangenheit zu begründen. Bloße politische Äußerungen zu aktuellen politischen Themen stellen, wenn nicht besondere Umstände hinzutreten, keinen Anlass dar, eine Besorgnis der Befangenheit zu hegen (vgl. BVerfGE 35, 246 ; 73, 330 ). Schließlich führen auch die Einwände des Beschwerdeführers gegen das vom Richter Müller verfasste Berichterstatterschreiben vom 13. März 2019 zu keinem anderen Ergebnis.
2. Der Wahlprüfungsbeschwerde bleibt aus den in dem Schreiben des Berichterstatters vom 13. März 2019 genannten Gründen der Erfolg versagt. Gemäß § 24 Satz 2 BVerfGG wird von einer weiteren Begründung abgesehen.