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2 BvR 262/19 ECLI:DE:BVerfG:2019:rk20190327.2bvr026219 KI-generiert

Denial of litigation expense reimbursement due to failure to exhaust legal remedies before filing constitutional complaint

Geschäftsnummer 2 BvR 262/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court dismissed the complainant's request for reimbursement of necessary costs. The dispute concerned a motion for reimbursement of litigation expenses following the complainant's declaration that their constitutional complaint was resolved, leaving the reimbursement claim as the sole procedural issue. The Court held that reimbursement was not justified under bill of equity principles because the original constitutional complaint was inadmissible due to a failure to exhaust the legal remedies; specifically, the complaint was filed prior to the lower court's decision on a hearing objection (Anhorungsruege), and the complainant failed to demonstrate a severe and unavoidable disadvantage that would justify bypassing the requirement for finality under § 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG.

Legislator-Regeste

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§ 93d Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 34a Abs. 3 BVerfGG, § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG; Denial of litigation expense reimbursement due to failure to exhaust legal remedies before filing constitutional complaint: The dispute concerned a motion for reimbursement of litigation expenses following the complainant's declaration that their constitutional complaint was resolved, leaving the reimbursement claim as the sole procedural issue. The Court held that reimbursement was not justified under bill of equity principles because the original constitutional complaint was inadmissible due to a failure to exhaust the legal remedies; specifically, the complaint was filed prior to the lower court's decision on a hearing objection (Anhorungsruege), and the complainant failed to demonstrate a severe and unavoidable disadvantage that would justify bypassing the requirement for finality under § 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG.

Schlagwörter

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Kostenersatz Forderungseingabe ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Verfahrensrügen ungenügender Nachweis der Gesundheitsverschlechterung Vorherige Verwaltungsbeschwerde

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 34a Abs. 3 BVerfGG

This provision is the main ground for the decision, as it defines the statutory basis for ordering the reimbursement of necessary costs after the exhaustion of the constitutional complaint.

§ 93d Abs. 2 Satz 1 BVerfGG

This procedural rule establishes the competence of the Chamber to decide on the reimbursement of costs after the main complaint has been declared resolved.

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Volltext

Kammerbeschluss: Ablehnung eines Antrags auf Auslagenerstattung nach Erledigterklärung der Verfassungsbeschwerde - Unzulässigkeit mangels Rechtswegerschöpfung bei Beschwerdeerhebung vor fachgerichtlicher Entscheidung über Anhörungsrüge

[TENOR]

Der Antrag des Beschwerdeführers auf Anordnung der Erstattung seiner notwendigen Auslagen wird abgelehnt.

[GRUENDE]

Über die Verfassungsbeschwerde ist aufgrund der Erledigungserklärung des Beschwerdeführers vom 6. Februar 2019 nicht mehr zu entscheiden (vgl. BVerfGE 7, 75 ; 85, 109 ). Verfahrensgegenstand ist lediglich noch der Antrag des Beschwerdeführers auf Erstattung seiner notwendigen Auslagen. Die Entscheidung darüber obliegt der Kammer (§ 93d Abs. 2 Satz 1 BVerfGG). Der Antrag hat keinen Erfolg.

Gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht nach Erledigung der Verfassungsbeschwerde die volle oder teilweise Erstattung der dem Beschwerdeführer entstandenen Auslagen anordnen. Über die Erstattung ist unter Gesamtwürdigung aller bekannten Umstände nach Billigkeitsgesichtspunkten zu entscheiden. Dabei kommt mit Blick auf die Funktion und Tragweite verfassungsgerichtlicher Entscheidungen eine summarische Prüfung der Erfolgsaussicht der Verfassungsbeschwerde regelmäßig nicht in Betracht (vgl. BVerfGE 85, 109 ; 87, 394 ; 133, 37 ;

BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 9. Februar 2017 - 1 BvR 309/11 -, juris, Rn. 2; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 2. Mai 2017 - 2 BvR 572/17 -, juris, Rn. 2). Eine Erstattung kann aus Billigkeitsgesichtspunkten allerdings dann angeordnet werden, wenn die Verfassungsbeschwerde bei überschlägiger Beurteilung offensichtlich Aussicht auf Erfolg gehabt hätte und im Rahmen der lediglich kursorischen Prüfung zu verfassungsrechtlichen Zweifelsfragen nicht Stellung genommen zu werden braucht (vgl. BVerfGE 85, 109 ; 133, 37 ;

BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 21. September 2017 - 2 BvQ 40/17 -, juris, Rn. 3; Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 19. Dezember 2016 - 2 BvR 1490/16 -, juris, Rn. 9; Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 25. Januar 2018 - 2 BvQ 49/17 -, juris, Rn. 3).

Nach diesen Maßstäben scheidet die Anordnung einer Auslagenerstattung vorliegend aus. Die Verfassungsbeschwerde war bereits unzulässig, weil der Rechtsweg nicht erschöpft war (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG). Der Beschwerdeführer erhob die Verfassungsbeschwerde vor der Entscheidung des Landgerichts Gera über die eingelegte Anhörungsrüge. Er hat keine Gründe dafür vorgetragen, dass ihm bei Erschöpfung des Rechtswegs ein schwerer und unabwendbarer Nachteil entstünde (§ 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG).

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.