Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 BvR 3436/13 KI-generiert

Fixed-Term Employment Contract Validity Under § 14(2) TzBfG: Judicial Law-Making Exceeding Interpretive Limits

Geschäftsnummer 1 BvR 3436/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court granted the constitutional complaint, finding that the challenged regional and state labor court judgments violated the complainant's fundamental right to work under Article 2(1) in conjunction with Article 20(3) of the Basic Law. The Court quashed the Landesarbeitsgericht Nürnberg's 2013 decision and remanded the case to that court, thereby rendering the prior stay of proceedings by the Federal Labor Court moot, while also ordering the State of Bavaria to reimburse the complainant's necessary legal expenses. The dispute concerned the interpretation of § 14(2) sentence 2 of the Part-Time and Fixed-Term Employment Act (TzBfG), specifically the validity of fixed-term employment contracts. The decisive legal basis for the ruling was the precedent established by the First Senate of the Federal Constitutional Court in its June 2018 decision, which determined that the Federal Labor Court's existing jurisprudence on this statutory provision exceeded the limits of permissible interpretation and judicial law development.

Legislator-Regeste

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Art. 20 Abs. 3 GG; Fixed-Term Employment Contract Validity Under § 14(2) TzBfG: Judicial Law-Making Exceeding Interpretive Limits: Die Verfassungsbeschwerde wird zur Entscheidung angenommen (§ 93c Abs. 1, § 93a Abs. 2 b BVerfGG). Sie hat Erfolg, weil die angegriffenen Entscheidungen die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG verletzen. Die angegriffenen Entscheidungen beruhen auf der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zur Auslegung von § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG (vgl. dazu BAG, Urteil vom 6. April 2011 - 7 AZR 716/09 -, BAGE 137, 275 ; Urteil vom 21. September 2011 - 7 AZR 375/10 -, BAGE 139, 213 ). Nach dem Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juni 2018 - 1 BvL 7/14, 1 BvR 1375/14 - überschreitet diese Rechtsprechung die Grenzen vertretbarer Auslegung und zulässiger richterlicher Rechtsfortbildung.

Schlagwörter

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Gültigkeit der Befristung Prozessrecht gesetzliche Arbeitszeit Recht auf Arbeit verfassungsmässige Schranken Auslegung von Urteilen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Stattgebender Kammerbeschluss: Parallelentscheidung

[TENOR]

1. Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Nürnberg vom 27. Juni 2013 - 1 Sa 500/12 - und das Endurteil des Arbeitsgerichts Bamberg vom 19. Juli 2012 - 1 Ca 1108/11 - verletzen die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht aus Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 20 Absatz 3des Grundgesetzes.

2. Das Urteil des Landesarbeitsgerichts Nürnberg vom 27. Juni 2013 - 1 Sa 500/12 - wird aufgehoben. Die Sache wird an das Landesarbeitsgericht Nürnberg zurückverwiesen. Damit wird der Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 6. November 2013 - 7 AZN 885/13 - gegenstandslos.

3. Der Freistaat Bayern hat der Beschwerdeführerin ihre notwendigen Auslagen zu erstatten.

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde wird zur Entscheidung angenommen (§ 93c Abs. 1, § 93a Abs. 2 b BVerfGG). Sie hat Erfolg, weil die angegriffenen Entscheidungen die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG verletzen. Die angegriffenen Entscheidungen beruhen auf der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zur Auslegung von § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG (vgl. dazu BAG, Urteil vom 6. April 2011 - 7 AZR 716/09 -, BAGE 137, 275 ; Urteil vom 21. September 2011 - 7 AZR 375/10 -, BAGE 139, 213 ). Nach dem Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juni 2018 - 1 BvL 7/14, 1 BvR 1375/14 - überschreitet diese Rechtsprechung die Grenzen vertretbarer Auslegung und zulässiger richterlicher Rechtsfortbildung.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.