Denial of post-completion expense reimbursement where constitutional complaint was originally inadmissible for insufficient reasoning
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court rejected the applicant's motion for an order of expense reimbursement, resulting in the applicant's defeat on the procedural cost issue. The dispute arose after the applicant submitted a declaration of completion (*Erledigungserklärung*) regarding a constitutional complaint, leaving only the request for the reimbursement of necessary expenses as the remaining subject of the court's review. The complaint concerned an alleged violation of rights related to professional secrecy and the inclusion of unrelated mandate information in criminal investigation records. Applying § 34a(3) of the Federal Constitutional Court Act, the Court denied reimbursement because the constitutional complaint was originally inadmissible due to a failure to meet the statutory requirements for substantive reasoning under §§ 23(1) Sentence 2 and 92 of the same Act; specifically, the applicant did not sufficiently demonstrate that the lower courts had disregarded her protected interests or concretely identified which confidential information had improperly entered the criminal file, thereby failing to establish the requisite prospect of success needed for a *ex aequo et bono* expense award.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 34a Abs 3 BVerfGG, § 93d Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG; Denial of post-completion expense reimbursement where constitutional complaint was originally inadmissible for insufficient reasoning: The dispute arose after the applicant submitted a declaration of completion (*Erledigungserklärung*) regarding a constitutional complaint, leaving only the request for the reimbursement of necessary expenses as the remaining subject of the court's review. The complaint concerned an alleged violation of rights related to professional secrecy and the inclusion of unrelated mandate information in criminal investigation records. Applying § 34a(3) of the Federal Constitutional Court Act, the Court denied reimbursement because the constitutional complaint was originally inadmissible due to a failure to meet the statutory requirements for substantive reasoning under §§ 23(1) Sentence 2 and 92 of the same Act; specifically, the applicant did not sufficiently demonstrate that the lower courts had disregarded her protected interests or concretely identified which confidential information had improperly entered the criminal file, thereby failing to establish the requisite prospect of success needed for a *ex aequo et bono* expense award.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertLegal basis cited to reject the applicant's motion for the reimbursement of necessary expenses following the declaration of completion.
Procedural provision cited to establish the chamber's jurisdiction to decide on the expense reimbursement request.
Volltext
Keine Auslagenerstattung aus Billigkeitsgründen (§ 34a Abs 3 BVerfGG) nach Erledigterklärung, wenn die Verfassungsbeschwerde ursprünglich mangels hinreichender Begründung (§ 23 Abs 1 S 2, 92 BVerfGG) unzulässig war
[TENOR]
Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Anordnung der Erstattung ihrer notwendigen Auslagen wird abgelehnt.
[GRUENDE]
Über die Verfassungsbeschwerde ist aufgrund der Erledigungserklärung der Beschwerdeführerin vom 31. Januar 2018 nicht mehr zu entscheiden (vgl. BVerfGE 7, 75 ; 85, 109 ). Verfahrensgegenstand ist lediglich noch der - in der Erledigungserklärung enthaltene - Antrag der Beschwerdeführerin auf Erstattung ihrer notwendigen Auslagen. Die Entscheidung darüber obliegt der Kammer (§ 93d Abs. 2 Satz 1 BVerfGG). Der Antrag hat keinen Erfolg.
Gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht nach Erledigung der Verfassungsbeschwerde die volle oder teilweise Erstattung der der Beschwerdeführerin entstandenen Auslagen anordnen. Über die Erstattung ist unter Gesamtwürdigung aller bekannten Umstände nach Billigkeitsgesichtspunkten zu entscheiden. Dabei kommt mit Blick auf die Funktion und Tragweite verfassungsgerichtlicher Entscheidungen eine summarische Prüfung der Erfolgsaussicht der Verfassungsbeschwerde regelmäßig nicht in Betracht (vgl. BVerfGE 85, 109 ; 87, 394 ; 133, 37 ;
BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 9. Februar 2017 - 1 BvR 309/11 -, juris, Rn. 2; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 2. Mai 2017 - 2 BvR 572/17 -, juris, Rn. 2). Eine Erstattung kann aus Billigkeitsgesichtspunkten allerdings dann angeordnet werden, wenn die Verfassungsbeschwerde bei überschlägiger Beurteilung offensichtlich Aussicht auf Erfolg gehabt hätte und im Rahmen der lediglich kursorischen Prüfung zu verfassungsrechtlichen Zweifelsfragen nicht Stellung genommen zu werden braucht (vgl. BVerfGE 85, 109 ; 133, 37 ;
BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 21. September 2017 - 2 BvQ 40/17 -, juris, Rn. 3; Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 19. Dezember 2016 - 2 BvR 1490/16 -, juris, Rn. 9; Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 25. Januar 2018 - 2 BvQ 49/17 -, juris, Rn. 3).
Nach diesen Maßstäben scheidet die Anordnung einer Auslagenerstattung vorliegend aus. Die Verfassungsbeschwerde war bereits unzulässig, weil sie die gesetzlichen Begründungsanforderungen (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) nicht erfüllte. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht substantiiert und schlüssig auf, dass die Fachgerichte ihre berechtigten Schutzinteressen in verfassungsrechtlich zu beanstandender Weise unberücksichtigt gelassen haben. Insbesondere ist nicht konkret dargetan, welche Geschäftsgeheimnisse oder Informationen aus durch das Strafverfahren nicht betroffenen Mandaten Gegenstand der Strafakten und der Akteneinsicht sind. Das Vorliegen einer bloß abstrakten Gefahr, dass solche Informationen zu den Akten gelangt sind, kann jedenfalls dann nicht ausreichen, wenn die Beschwerdeführerin - wie hier - den Auswahlprozess, welche Unterlagen zu den Akten genommen werden, selbst (mit-)steuern konnte und ihr daher konkreter Vortrag ohne weiteres möglich ist (vgl. bereits BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 27. November 2017 - 2 BvQ 72/17 -).
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.