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2 BvF 1/15 ECLI:DE:BVerfG:2017:fs20171201.2bvf000115 KI-generiert

Repetition of interim injunction suspending Census Act § 19; distinct procedural identity of main case and interim proceedings under BVerfGG

Geschäftsnummer 2 BvF 1/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court (Second Senate) ordered the repetition of its interim injunction dated August 26, 2015, for an additional six months, keeping § 19 of the 2011 Census Act suspended from execution until a decision is rendered in the main case. The dispute arose from an abstract review proceeding challenging the constitutionality of the census law provision regarding data processing. The Court held that the statutory prerequisites for the initial injunction remained valid because a final resolution of the legal issues was not expected within the period of the previously repeated order expiring in December 2017. The decision clarified that the main case proceeding and the interim injunction proceedings constitute distinct matters under § 15(3) sentence 1 of the Federal Constitutional Court Act, thereby allowing a judge involved in the prior consultation to participate in this procedural decision despite the change in panel composition for the main case.

Legislator-Regeste

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§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG, § 15 Abs. 3 Satz 1 BVerfGG, § 32 Abs. 6 Satz 1 BVerfGG; Repetition of interim injunction suspending Census Act § 19; distinct procedural identity of main case and interim proceedings under BVerfGG: The dispute arose from an abstract review proceeding challenging the constitutionality of the census law provision regarding data processing. The Court held that the statutory prerequisites for the initial injunction remained valid because a final resolution of the legal issues was not expected within the period of the previously repeated order expiring in December 2017. The decision clarified that the main case proceeding and the interim injunction proceedings constitute distinct matters under § 15(3) sentence 1 of the Federal Constitutional Court Act, thereby allowing a judge involved in the prior consultation to participate in this procedural decision despite the change in panel composition for the main case.

Schlagwörter

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Datenschutzbelange Verfassungsmässigkeit Streitgegenstand prozessleitende Verfügungen Gesetzlicher Schutz bedingter Strafvollzug

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG

The procedural basis cited in the dispositive for the order repeating the interim injunction for an additional six months.

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Volltext

Erneute Wiederholung einer eA im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle: Vorläufige Außervollzugsetzung des § 19 ZensG 2011 - Hauptsache- und eA-Verfahren als eigenständige Sachen iSd § 5 Abs 3 S 1 BVerfGG

[TENOR]

Die einstweilige Anordnung vom 26. August 2015 wird für die Dauer von weiteren sechs Monaten, längstens jedoch bis zur Entscheidung in der Hauptsache, wiederholt (§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG).

[GRUENDE]

I. Das Bundesverfassungsgericht hat durch einstweilige Anordnung vom 26. August 2015 § 19 des Gesetzes über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (Zensusgesetz 2011) vom 8. Juli 2009 (BGBl I S. 1781) bis zur Entscheidung in der Hauptsache, längstens für die Dauer von sechs Monaten, außer Vollzug gesetzt. Mit Beschlüssen vom 15. Februar 2016, 20. Juli 2016, 22. Dezember 2016 und 13. Juni 2017 wurde die einstweilige Anordnung vom 26. August 2015 jeweils für die Dauer von weiteren sechs Monaten, längstens jedoch bis zur Entscheidung in der Hauptsache, wiederholt (§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG).

II. Der Senat hat über die Wiederholung der einstweiligen Anordnung aufgrund des Neubeginns der Beratung für den Beschluss vom 22. Dezember 2016 in seiner aktuellen Besetzung zu entscheiden. Dass die Beratung in der Hauptsache bereits in anderer Besetzung begonnen hat, hindert die fortgesetzte Mitwirkung des Richters Maidowski nicht, da die Entscheidung im Hauptsacheverfahren und über den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung eigenständige Sachen im Sinne des § 15 Abs. 3 Satz 1 BVerfGG darstellen (vgl. BVerfGE 142, 5 ).

III. Das Bundesverfassungsgericht kann eine einstweilige Anordnung dann wiederholen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für den erstmaligen Erlass einer solchen Anordnung noch gegeben sind (vgl. BVerfGE 21, 50 ; 89, 113 ; 97, 102 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 9. Juni 2004 - 2 BvQ 70/03 -, juris, Rn. 3; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 11. November 2013 - 2 BvR 547/13 -, juris, Rn. 6). Dies ist vorliegend der Fall. Zur Begründung wird auf den Beschluss vom 26. August 2015 verwiesen.

Die mit Beschluss vom 13. Juni 2017 wiederholte einstweilige Anordnung vom 26. August 2015 tritt mit Ablauf des 13. Dezember 2017 außer Kraft (§ 32 Abs. 6 Satz 1 BVerfGG). Da mit der Verkündung der Entscheidung in der Hauptsache bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu rechnen ist und die gesetzlichen Voraussetzungen für den erstmaligen Erlass einer einstweiligen Anordnung vor der abschließenden Klärung der Rechtslage durch die anstehende Entscheidung unverändert gegeben sind, ist eine weitere Wiederholung der einstweiligen Anordnung vom 26. August 2015 (§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG) spätestens zum 13. Dezember 2017 angezeigt. Insoweit wird ebenfalls auf den Beschluss vom 26. August 2015 Bezug genommen.