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1 BvR 1547/17 ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170816.1bvr154717 KI-generiert

Denial of special representative appointment in social security proceedings and violation of right to legal protection

Geschäftsnummer 1 BvR 1547/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Constitutional Court declined to admit the constitutional complaint for decision and rejected the applicant’s request for legal aid, rendering the interim measure application moot, thereby upholding the lower courts' denial of her petition. The dispute concerned a social security case regarding basic security benefits (SGB II), where the applicant challenged decisions by social courts that refused her application for legal aid and denied the appointment of a special representative, alleging that the courts had improperly assumed her procedural incapacity and violated her right to legal protection and hearing. Although the Court noted concerns regarding whether the exception to appoint a special representative under § 72 Abs. 1 SGG was met without disproportionately affecting Article 19 Abs. 4 GG, it found that the threshold for admission under § 93a Abs. 2 BVerfGG was not met, as the complaint lacked fundamental significance and did not present a particularly serious disadvantage warranting constitutional intervention.

Legislator-Regeste

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§ 72 Abs. 1 SGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Denial of special representative appointment in social security proceedings and violation of right to legal protection: The dispute concerned a social security case regarding basic security benefits (SGB II), where the applicant challenged decisions by social courts that refused her application for legal aid and denied the appointment of a special representative, alleging that the courts had improperly assumed her procedural incapacity and violated her right to legal protection and hearing. Although the Court noted concerns regarding whether the exception to appoint a special representative under § 72 Abs. 1 SGG was met without disproportionately affecting Article 19 Abs. 4 GG, it found that the threshold for admission under § 93a Abs. 2 BVerfGG was not met, as the complaint lacked fundamental significance and did not present a particularly serious disadvantage warranting constitutional intervention.

Schlagwörter

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Bestellung eines Vertreters Sozialversicherungsleistungen Verletzung von Verfahrensrechten Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege Petitionsrecht Gesetzlicher Schutz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 72 Abs. 1 SGG
§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG
Von einer Begründung im Übrigen wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
§ 40 Abs. 3 GOBVerfG
Procedural rule applied in the dispositive to declare the request for interim relief moot.

Zitierte Rechtsprechung

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BSGE 5, 176
Gegen die Annahme, dass die Voraussetzungen vorlagen, unter denen nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSGE 5, 176 ; BSG, Urteil vom 15.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 40 Abs. 3 GOBVerfG

Procedural rule applied in the dispositive to declare the request for interim relief moot.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Teilweise Parallelentscheidung

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird, ohne dass über den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand entschieden zu werden braucht, nicht zur Entscheidung angenommen.

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.

Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

[GRUENDE]

I. Mit ihrer Verfassungsbeschwerde wendet sich die Beschwerdeführerin gegen Beschlüsse von Sozialgerichten, mit denen ihr Prozesskostenhilfebegehren in einer grundsicherungsrechtlichen Angelegenheit nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch abgelehnt wurde.

II. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes nicht vorliegen. Ihr kommt weder grundsätzliche Bedeutung zu, noch ist ihre Annahme zur Durchsetzung der Grundrechte der Beschwerdeführerin angezeigt, insbesondere droht ihr kein besonders schwerer Nachteil.

Auf die Frage, ob das Sozialgericht und das Landessozialgericht - ausgehend von der angenommenen Prozessunfähigkeit der Beschwerdeführerin - die Bestellung eines besonderen Vertreters nach § 72 Abs. 1 SGG unter Überspannung der für eine Ausnahme hiervon geltenden Anforderungen und damit unter Beeinträchtigung von Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG verneint haben, kommt es danach nicht an. Gegen die Annahme, dass die Voraussetzungen vorlagen, unter denen nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSGE 5, 176 ; BSG, Urteil vom 15. November 2012 - B 8 SO 23/11 R -, SozR 4-1500 § 72 Nr. 2 Rn. 9 f.) ausnahmsweise von der Bestellung eines besonderen Vertreters abgesehen werden durfte, bestehen allerdings Bedenken.

Die weiterhin mit der Verfassungsbeschwerde aufgeworfene Frage, ob die angegriffenen Entscheidungen auf Erwägungen gegründet werden durften, zu denen die Beschwerdeführerin mangels Prozessfähigkeit möglicherweise nicht in einer ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör genügenden Weise Stellung nehmen konnte, braucht damit ebenfalls nicht entschieden zu werden.

Von einer Begründung im Übrigen wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.