Constitutional complaint over statutory health insurance drug coverage barred by expired filing period and inapt hearing complaint
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint for decision, leaving the lower court judgments in force. The dispute involved a claim for statutory health insurance coverage for a specific pharmaceutical, challenging both the substantive judgment and the procedural dismissal of an "Hearing Complaint" (Anhörungsrüge) against the Landessozialgericht's ruling. The Court held the complaint inadmissible primarily due to procedural violations: the complaint against the 2009 interim relief decisions was filed far beyond the one-month statutory limitation period, and the complaint against the final judgment was also time-barred because the prior filing of an inapt Hearing Complaint did not toll the limitation period, as that remedy was explicitly prohibited when the Non-Admission Complaint remained available. The decisive legal bases were § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG regarding the strict one-month limitation for constitutional complaints and § 178a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGG, which establishes that an Anhörungsrüge is only permissible if no other legal remedy exists, a condition not met here since the Non-Admission Complaint was still available under § 160a Abs. 1 Satz 1 SGG.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 160a Abs. 1 Satz 1 SGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint over statutory health insurance drug coverage barred by expired filing period and inapt hearing complaint: The dispute involved a claim for statutory health insurance coverage for a specific pharmaceutical, challenging both the substantive judgment and the procedural dismissal of an "Hearing Complaint" (Anhörungsrüge) against the Landessozialgericht's ruling. The Court held the complaint inadmissible primarily due to procedural violations: the complaint against the 2009 interim relief decisions was filed far beyond the one-month statutory limitation period, and the complaint against the final judgment was also time-barred because the prior filing of an inapt Hearing Complaint did not toll the limitation period, as that remedy was explicitly prohibited when the Non-Admission Complaint remained available. The decisive legal bases were § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG regarding the strict one-month limitation for constitutional complaints and § 178a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGG, which establishes that an Anhörungsrüge is only permissible if no other legal remedy exists, a condition not met here since the Non-Admission Complaint was still available under § 160a Abs. 1 Satz 1 SGG.
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KI-generiertCited as the legal standard for determining that grounds for accepting the constitutional complaint were absent, justifying the non-acceptance.
Cited to establish that the constitutional complaint was filed outside the mandatory one-month time limit, rendering it inadmissible.
Cited as the procedural basis for omitting a further detailed justification in the decision.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Versorgung mit dem Arzneimittel Alvesco aus der gesetzlichen Krankenversicherung - Urteilsverfassungsbeschwerde mangels Fristwahrung unzulässig - offensichtlich unzulässiger Rechtsbehelf (hier: Anhörungsrüge gem § 178a Abs 1 S 1 SGG trotz Statthaftigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde) hält Beschwerdefrist nicht offen
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde, die einen Anspruch auf Versorgung mit dem Arzneimittel Alvesco aus der gesetzlichen Krankenversicherung betrifft, ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Annahmegründe im Sinne von § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde ist - ungeachtet von Mängeln bei der Substantiierung einer möglichen Grundrechtsverletzung - unzulässig.
1. Das gilt zunächst für die Verfassungsbeschwerde gegen die im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes ergangenen Beschlüsse, da die einmonatige Frist zur Erhebung und Begründung der Verfassungsbeschwerde (§ 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG) nicht eingehalten ist. Der das prozessual eigenständige Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes abschließende Beschluss des Landessozialgerichts ist bereits im Jahre 2009 ergangen, so dass die im Jahre 2017 erhobene Verfassungsbeschwerde weit verspätet ist; Gründe, die die Frist hätten offenhalten können, sind nicht ersichtlich. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass die Beschlüsse nach Abschluss des Verfahrens in der Hauptsache noch eine eigenständige verfassungsrechtlich relevante Beschwer entfalten könnten.
2. Weiter ist auch die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Landessozialgerichts über die Anhörungsrüge gegen dessen Urteil in der Hauptsache offensichtlich unzulässig. Eine Anhörungsrüge ist - verfassungsrechtlich unbedenklich - nach § 178a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sozialgerichtsgesetz (SGG) nur statthaft, wenn ein Rechtsmittel oder ein anderer Rechtsbehelf gegen die angegriffene Entscheidung nicht gegeben ist. Da auch die Nichtzulassungsbeschwerde einen Rechtsbehelf in diesem Sinne darstellt (vgl. BVerfGK 11, 390 ), kann Anhörungsrüge gegen Urteile des Landessozialgerichts grundsätzlich nicht zulässig erhoben werden: Hat das Landessozialgericht die Revision nicht ohnehin zugelassen, können diese nämlich mit der Nichtzulassungsbeschwerde angegriffen werden, nachdem § 160a Abs. 1 Satz 1 SGG diesbezüglich keine Beschränkungen vorsieht. Das Landessozialgericht hatte die Anhörungsrüge daher - wie geschehen - zwingend als unzulässig zu verwerfen, so dass kein Raum für einen entscheidungserheblichen Verstoß gegen Grund- oder grundrechtsgleiche Rechte war.
3. Vor diesem Hintergrund ist schließlich die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Landessozialgerichts und das vorangegangene Urteil des Sozialgerichts nicht fristgerecht erhoben. Die Anhörungsrüge gegen das Urteil des Landessozialgerichts war nicht geeignet, die Monatsfrist aus § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG offenzuhalten, nachdem sie aus den oben genannten Gründen offensichtlich nicht statthaft und dieser Zusammenhang für einen Beschwerdeführer unschwer zu erkennen war (vgl. BVerfGE 91, 93 ).
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.