Constitutional complaint for failure to substantiate financial inability to pay civil litigation cost advance despite association freedom claim
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint for decision, rendering the applicant’s request for interim relief moot. The dispute involved a registered association, acting as a defendant in civil proceedings, which challenged the district court’s denial of legal aid (Prozesskostenhilfe) and refusal to waive an expert witness cost advance under § 116(1) No. 2 ZPO, alleging a violation of its right to freedom of association under Article 9(1) of the Basic Law. The Court found the complaint inadmissible under § 93a(2) BVerfGG because it failed to meet the substantive pleading requirements of § 23(1) and § 92 BVerfGG; specifically, the applicant did not sufficiently substantiate its inability to pay the cost advance or provide details regarding its financial assets, merely making a general claim that its existence depended on the legal aid award.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt 9 Abs 1 GG, § 116 Abs. 1 Nr. 2 ZPO, § 93a Abs. 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint for failure to substantiate financial inability to pay civil litigation cost advance despite association freedom claim: The dispute involved a registered association, acting as a defendant in civil proceedings, which challenged the district court’s denial of legal aid (Prozesskostenhilfe) and refusal to waive an expert witness cost advance under § 116(1) No. 2 ZPO, alleging a violation of its right to freedom of association under Article 9(1) of the Basic Law. The Court found the complaint inadmissible under § 93a(2) BVerfGG because it failed to meet the substantive pleading requirements of § 23(1) and § 92 BVerfGG; specifically, the applicant did not sufficiently substantiate its inability to pay the cost advance or provide details regarding its financial assets, merely making a general claim that its existence depended on the legal aid award.
Schlagwörter
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KI-generiertProcedural rule applied in the dispositive to declare the request for interim relief moot upon the non-acceptance of the constitutional complaint.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Zur hinreichenden Substantiierung einer gegen die Versagung von PKH in einem Zivilverfahren gerichteten Verfassungsbeschwerde ist Vortrag zu Vermögensverhältnissen des Beschwerdeführers erforderlich - hier: Vereinigungsfreiheit (Art 9 Abs 1 GG) und Anwendung des § 116 S 1 Nr 2 ZPO
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
[GRUENDE]
1. Der Beschwerdeführer ist ein eingetragener Verein und Beklagter in einem zivilrechtlichen Rechtsstreit. Das Landgericht hat ihn zur Zahlung eines Kostenvorschusses zur Einholung eines Sachverständigengutachtens aufgefordert. Dafür beantragte er Prozesskostenhilfe. Das Gericht lehnte dies unter Hinweis auf § 116 Abs. 1 Nr. 2 ZPO ab. Mit der Verfassungsbeschwerde rügt der Beschwerdeführer unter anderem eine Verletzung des Grundrechts der Vereinigungsfreiheit (Art. 9 Abs. 1 GG)
2. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist. Sie genügt insbesondere nicht den Begründungsanforderungen nach § 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG.
Ungeachtet der Frage, ob die Annahme des Landgerichts, allein die Sicherung der Existenz eines Vereins könne kein allgemeines Interesse nach § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO begründen, den Gewährleistungsgehalt von Art. 9 Abs. 1 GG hinreichend berücksichtigt, hat der Beschwerdeführer nicht dargelegt, ob und warum er tatsächlich nicht in der Lage sein soll, den Kostenvorschuss zu zahlen. Er hat lediglich pauschal behauptet, sein Bestand sei von der Bewilligung von Prozesskostenhilfe abhängig und zu den Vermögensverhältnissen nichts vorgetragen. Das genügt den Anforderungen an die Darlegungen zur Substantiierung einer Verfassungsbeschwerde ebenso wenig wie denjenigen an einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung, der mit der Entscheidung gegenstandslos wird.
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.