Insufficiency of substantive reasoning for constitutional complaint due to missing prior procedural decisions and unexcused delay in filing required documents
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court rejected the applicant’s motion for reinstatement and declined to accept the constitutional complaint for decision, leaving the challenged decision of the Federal Court of Justice in force. The case involved a constitutional complaint against a final court judgment issued solely with a formal justification, where the applicant submitted only the judgment itself within the statutory one-month deadline but failed to provide or summarize the necessary preceding procedural decisions required for substantive review, submitting the missing materials only after the deadline had expired. The Court held the complaint inadmissible and the reinstatement request unfounded because the applicant’s claimed ignorance regarding the scope of documents required for the reasoning failed to demonstrate an unculpable violation of the deadline under § 93 Abs. 2 BVerfGG, and the subsequent submission of documents could not cure the procedural defect; furthermore, the complaint lacked sufficient substantiation to demonstrate a possible violation of fundamental rights under §§ 23 Abs. 1 Satz 2 and 92 BVerfGG.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 93 Abs. 2 BVerfGG, § 93 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Insufficiency of substantive reasoning for constitutional complaint due to missing prior procedural decisions and unexcused delay in filing required documents: The case involved a constitutional complaint against a final court judgment issued solely with a formal justification, where the applicant submitted only the judgment itself within the statutory one-month deadline but failed to provide or summarize the necessary preceding procedural decisions required for substantive review, submitting the missing materials only after the deadline had expired. The Court held the complaint inadmissible and the reinstatement request unfounded because the applicant’s claimed ignorance regarding the scope of documents required for the reasoning failed to demonstrate an unculpable violation of the deadline under § 93 Abs. 2 BVerfGG, and the subsequent submission of documents could not cure the procedural defect; furthermore, the complaint lacked sufficient substantiation to demonstrate a possible violation of fundamental rights under §§ 23 Abs. 1 Satz 2 and 92 BVerfGG.
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KI-generiertEstablishes the one-month deadline for filing and substantiating the constitutional complaint, which was violated.
Governs the request for reinstatement, which was rejected because the delay was not shown to be without fault.
Defines the substantive requirements for the written reasoning of the complaint, which were not met.
Specifies the content requirements for the substantiation of the constitutional complaint, which were insufficient.
Permits the court to omit a detailed justification for the decision in accordance with statutory procedure.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Schuldhafte Fristversäumung auch bei Unkenntnis über Umfang der innerhalb der Begründungsfrist des § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG vorzulegenden Unterlagen - hier: Vorlage von zum Verständnis des angegriffenen Beschlusses unabdingbaren Unterlagen erst nach Ablauf der Monatsfrist des § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG - zudem unzureichende Substantiierung der Verfassungsbeschwerde
[TENOR]
Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wird abgelehnt.
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Annahmegründe im Sinne von § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Jedenfalls innerhalb der einmonatigen Frist zur Erhebung und Begründung der Verfassungsbeschwerde (§ 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG) hat die Beschwerdeführerin eine den Anforderungen aus § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genügende Begründung, zu der auch die genaue Darlegung der angegriffenen Entscheidung gehört, nicht vorgelegt. Gründe für eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 93 Abs. 2 BVerfGG) sind nicht glaubhaft gemacht.
Das am 18. April 2017 als solches rechtzeitig eingegangene Fax genügt diesen Anforderungen nicht. Mit dem Fax hat die Beschwerdeführerin lediglich den angegriffenen Beschluss des Bundesgerichtshofs selbst, aber weder die zum Verständnis dieses Beschlusses unabdingbaren vorangegangenen Entscheidungen vorgelegt noch deren wesentlichen Inhalt wiedergegeben (vgl. zu diesem Erfordernis für viele BVerfGE 88, 40 ; 93, 266 ). Da die angegriffene Entscheidung lediglich mit einer Formbegründung versehen ist, lässt sich auf dieser Grundlage ohne Rückgriff auf die Akten des Ausgangsverfahrens nicht beurteilen, ob die gerügten Verfassungsverstöße zumindest als möglich erscheinen.
Die nachträglich am 11. Mai 2017 eingegangenen Unterlagen können angesichts der von der Beschwerdeführerin mitgeteilten Zustellung des Beschlusses über die Rechtsbeschwerde am 17. März 2017 schon aus Fristgründen nicht zur hinreichenden Substantiierung beitragen. Der Wiedereinsetzungsantrag kann keinen Erfolg haben. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Unkenntnis vom Umfang der innerhalb der Monatsfrist vorzulegenden Unterlagen beziehungsweise der in diesem Zeitraum anzubringenden Begründung stellt keinen Umstand dar, auf Grund dessen das Fristversäumnis als unverschuldet im Sinne des § 93 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG qualifiziert werden könnte (vgl. BVerfG; Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 3. März 2017 - 1 BvR 2597/16 -, juris, Rn. 3).
Darüber hinaus ist die Verfassungsbeschwerde auch deshalb unzulässig, weil die Begründung der Verfassungsbeschwerdeschrift nicht den hieran zu stellenden Anforderungen (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) genügt. Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin lässt sich die Möglichkeit einer Verletzung der Beschwerdeführerin in ihren als verletzt gerügten verfassungsmäßigen Rechten nicht entnehmen.
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.