Unconstitutionality of extradition to Turkey: Inadmissibility of constitutional complaint due to peremption and failure to substantiate exhaustion of legal remedies
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court of Germany rejected the applicant's constitutional complaint, thereby upholding the lower court's extradition approval for the Republic of Turkey and rendering the pending request for interim relief moot. The dispute concerned the admissibility of a challenge against the authorization of extradition, where the applicant argued the extradition violated constitutional standards despite binding international assurances. The court dismissed the complaint on two independent grounds: first, the objection against the Higher Regional Court's order was filed outside the statutory one-month deadline, as a prior application to the public prosecutor did not toll the limitation period under § 93 Abs 1 BVerfGG, and no grounds for reinstatement were established; second, the applicant failed to meet the substantial pleading requirements of §§ 23, 92 BVerfGG by not demonstrating the exhaustion of regular legal remedies or addressing available avenues for judicial review regarding the extradition approval.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 93 Abs. 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Unconstitutionality of extradition to Turkey: Inadmissibility of constitutional complaint due to peremption and failure to substantiate exhaustion of legal remedies: The dispute concerned the admissibility of a challenge against the authorization of extradition, where the applicant argued the extradition violated constitutional standards despite binding international assurances. The court dismissed the complaint on two independent grounds: first, the objection against the Higher Regional Court's order was filed outside the statutory one-month deadline, as a prior application to the public prosecutor did not toll the limitation period under § 93 Abs 1 BVerfGG, and no grounds for reinstatement were established; second, the applicant failed to meet the substantial pleading requirements of §§ 23, 92 BVerfGG by not demonstrating the exhaustion of regular legal remedies or addressing available avenues for judicial review regarding the extradition approval.
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KI-generiertCited in the dispositive to establish that the request for interim relief became moot and objectless as a direct consequence of the non-acceptance of the constitutional complaint.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Unzulässigkeit einer gegen die Auslieferung des Beschwerdeführers an die Türkei gerichteten Verfassungsbeschwerde wegen Verfristung (§ 93 Abs 1 S 1 BVerfGG) sowie wegen mangelnder Darlegung der Rechtswegerschöpfung
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor, weil die Verfassungsbeschwerde keine Aussicht auf Erfolg hat. Sie ist unzulässig.
1. Soweit sich die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 6. Juni 2017, dem Beistand des Beschwerdeführers zugegangen am 15. Juni 2017, richtet, ist sie verfristet. Die Frist zur Erhebung der Verfassungsbeschwerde endete am 17. Juli 2017. Die Verfassungsbeschwerde ging allerdings erst am 24. Juli 2017 beim Bundesverfassungsgericht ein. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist der Antrag vom 29. Juni 2017 an die Generalstaatsanwaltschaft Hamm auf Ablehnung der Bewilligung nicht geeignet, die Frist zur Erhebung der Verfassungsbeschwerde offen zu halten. Er gehörte nicht zum Rechtsweg, § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand von Amts wegen (§ 93 Abs. 2 BVerfGG) kommt nicht in Betracht, weil Tatsachen für ein fehlendes Verschulden des Fristversäumnisses nicht ersichtlich sind.
2. Soweit sich die Verfassungsbeschwerde gegen die Entscheidung über die Bewilligung der Auslieferung richtet, genügt sie den Substantiierungsanforderungen nach § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG nicht. Zu den Voraussetzungen der Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde gehört die Darlegung, dass dem Erfordernis der Erschöpfung des Rechtswegs genügt ist (vgl. BVerfGE 112, 304 ; BVerfGK 18, 152 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 25. Februar 2016 - 1 BvR 1042/15 -, juris, Rn. 13). Die Beschwerdebegründung lässt dies nicht erkennen. Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat es jedenfalls versäumt, sich mit der Möglichkeit fachgerichtlichen Rechtsschutzes gegen die Entscheidung über die Bewilligung der Auslieferung und den hierzu vertretenen Auffassungen auseinanderzusetzen (vgl. BVerfGE 113, 273 ; BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 16. März 1983 - 2 BvR 429/83 -, EuGRZ 1983, S. 262 f.; BVerwGE 137, 52; Vogel/Burchard, in: Grützner/Pötz/Kreß, IRG, § 13 Rn. 9 m.w.N.).
3. Infolge der Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde kann die Kammer nicht prüfen, ob die Auslieferung des Beschwerdeführers zur Strafverfolgung in die Republik Türkei trotz bestehender völkerrechtlich verbindlicher Zusicherungen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet.
4. Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (vgl. § 40 Abs. 3 GOBVerfG).
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.