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2 BvR 1349/16 - Vz 12/17, 1 BvR 1332/16 - Vz 16/17, 1 BvR 1336/16 - Vz 20/17 ECLI:DE:BVerfG:2017:vb20170621.vz001217 KI-generiert

Filing deadline for complaints regarding procedural delay expiring despite submission to an intermediate court

Geschäftsnummer 2 BvR 1349/16 - Vz 12/17, 1 BvR 1332/16 - Vz 16/17, 1 BvR 1336/16 - Vz 20/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Constitutional Court (BVerfG) rejected multiple complaints regarding procedural delay as inadmissible, denying the petitioners' request for litigation cost assistance. The dispute centered on whether the constitutional complaint proceedings, which had been concluded by court decisions in July 2016, suffered from an unreasonably long duration. The Court held that the delay complaints were time-barred under § 97b Abs. 2 BVerfGG, which mandates a three-month filing period; although the initial submission to an incompetent intermediate court did not inherently invalidate the filing, the risk of delay during onward transmission fell on the complainant, resulting in the deadline being exceeded by several months. The Court further found no merit in the claim of unreasonable delay, as the underlying proceedings were resolved within two months, and consequently dismissed the application for legal aid due to the lack of reasonable prospects of success under § 114 ZPO.

Legislator-Regeste

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§ 23 Abs. 1 BVerfGG, § 114 ZPO, § 97b Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz BVerfGG; Filing deadline for complaints regarding procedural delay expiring despite submission to an intermediate court: The dispute centered on whether the constitutional complaint proceedings, which had been concluded by court decisions in July 2016, suffered from an unreasonably long duration. The Court held that the delay complaints were time-barred under § 97b Abs. 2 BVerfGG, which mandates a three-month filing period; although the initial submission to an incompetent intermediate court did not inherently invalidate the filing, the risk of delay during onward transmission fell on the complainant, resulting in the deadline being exceeded by several months. The Court further found no merit in the claim of unreasonable delay, as the underlying proceedings were resolved within two months, and consequently dismissed the application for legal aid due to the lack of reasonable prospects of success under § 114 ZPO.

Schlagwörter

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gesetzliche Verfahrensfrist Forderungseingabe Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Verspätungsausschluss ungerechtfertigte Verzögerung der Strafverfolgung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97b Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz BVerfGG

Serves as the main ground for the verdict by establishing the three-month filing deadline that rendered the complaints inadmissible due to expiry.

§ 114 ZPO

Cited as the legal basis for denying legal aid because the complaints lacked reasonable prospects of success.

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Volltext

Beschwerdekammerbeschluss: Verwerfung mehrerer wegen Verfristung unzulässiger Verzögerungsbeschwerden - Einreichung der Verzögerungsbeschwerde bei unzuständigem Gericht unschädlich, wenn von dort mit Wissen und Willen des Beschwerdeführers an BVerfG weitergeleitet - wegen Maßgeblichkeit des Eingangs beim BVerfG jedoch Risiko der Verfristung

[GRUENDE]

Die Verzögerungsbeschwerden sind unzulässig.

Allerdings steht der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihre Verzögerungsbeschwerden beim Oberlandesgericht Karlsruhe eingereicht hat, der Zulässigkeit der Verzögerungsbeschwerden nicht entgegen. Gemäß § 23 Abs. 1 BVerfGG sind Anträge, die das Verfahren einleiten, schriftlich beim Bundesverfassungsgericht einzureichen. Wird - wie hier - die Verzögerungsbeschwerde bei einem unzuständigen Gericht erhoben und von dort aus mit Wissen und Willen des Beschwerdeführers an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet, schadet diese Zwischenschaltung grundsätzlich nicht; der Beschwerdeführer trägt in diesem Fall allenfalls das Risiko der Verfristung durch Verzögerung des für die Erhebung maßgeblichen Eingangs beim Bundesverfassungsgericht (vgl. zum Verfassungsbeschwerdeverfahren BVerfGE 1, 430 ; von Coelln, in:

Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge, BVerfGG, § 23 Rn. 18 (Mai 2009); Lenz/Hansel, BVerfGG, 2. Aufl. 2015, § 23 Rn. 11; vgl. auch Puttler, in: Burkiczak/Dollinger/Schorkopf, BVerfGG, 2015, § 23 Rn. 11; dies., in: Umbach/Clemens/Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl. 2005, § 23 Rn. 9).

Unabhängig davon, welchen Erhebungszeitpunkt man vorliegend zugrunde legt, sind die Verzögerungsbeschwerden verfristet. Gemäß § 97b Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz BVerfGG ist die Verzögerungsbeschwerde binnen drei Monaten zu erheben, wenn eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ergangen ist. Die beanstandeten Verfahren sind mit Beschlüssen vom 5., 21. beziehungsweise 28. Juli 2016 erledigt worden. Selbst wenn man hinsichtlich der Frist auf den Eingang beim Oberlandesgericht am 10. Januar 2017 abstellt, ist sie hier um mehrere Monate überschritten.

Im Übrigen ist für eine unangemessene Verfahrensdauer auch in der Sache nichts ersichtlich. Die Verfassungsbeschwerdeverfahren sind binnen nicht einmal zwei Monaten erledigt worden.

Die Gewährung von Prozesskostenhilfe scheidet ungeachtet der Frage, ob sie für das Verfahren der Verzögerungsbeschwerde überhaupt in Betracht kommt, wegen der mangelnden Erfolgsaussichten der Verzögerungsbeschwerden aus (vgl. § 114 ZPO; hierzu auch BVerfG, Beschluss der Beschwerdekammer vom 3. April 2013 - 1 BvR 2256/10 - Vz 32/12 -, NJW 2013, S. 2341 ).