Unchallengeability of constitutional court misuse fee and requirement to prove fault for reinstatement
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Constitutional Court dismissed the appellant’s objection to a cost assessment and denied his application for reinstatement to the previous status, ruling that the original non-admission decision and the imposition of a 500 € misuse fee remain in force. The dispute arose after the Court refused to accept the appellant’s constitutional complaint and levied a misuse fee under § 34 Abs. 2 BVerfGG, which the appellant contested on the grounds that constitutional proceedings are fee-free and that he was without fault hindered from properly challenging the decision within the statutory deadline. The Court held that the misuse fee, despite its sanctioning character, constitutes a judicial fee classified as "court costs" under § 1 Abs. 1 Nr. 4 JBeitrO, but the objection was not a permissible objection to the claim itself under § 8 Abs. 1 JBeitrO in conjunction with § 66 GKG because it challenged the imposition of the fee itself, which is legally unchallengeable; furthermore, the reinstatement request was deemed manifestly inadmissible because the appellant failed to present any facts proving he was prevented from meeting the filing deadline without his fault.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 267 AEUV, § 34 Abs. 2 BVerfGG, § 66 GKG, § 8 Abs. 1 Satz 1 Var. 1 JBeitrO, § 66 Abs. 1 Satz 1 GKG; Unchallengeability of constitutional court misuse fee and requirement to prove fault for reinstatement: The dispute arose after the Court refused to accept the appellant’s constitutional complaint and levied a misuse fee under § 34 Abs. 2 BVerfGG, which the appellant contested on the grounds that constitutional proceedings are fee-free and that he was without fault hindered from properly challenging the decision within the statutory deadline. The Court held that the misuse fee, despite its sanctioning character, constitutes a judicial fee classified as "court costs" under § 1 Abs. 1 Nr. 4 JBeitrO, but the objection was not a permissible objection to the claim itself under § 8 Abs. 1 JBeitrO in conjunction with § 66 GKG because it challenged the imposition of the fee itself, which is legally unchallengeable; furthermore, the reinstatement request was deemed manifestly inadmissible because the appellant failed to present any facts proving he was prevented from meeting the filing deadline without his fault.
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KI-generiertThis provision underlies the imposition of the misuse fee, which the court held to be unchallengeable, forming the basis for dismissing the objection and rejecting reinstatement.
Applied in conjunction with § 66 Abs. 1 GKG to determine that the appellant’s objection did not constitute a permissible challenge to the claim itself, justifying the rejection of the objection.
Cited as the procedural rule governing the form and admissibility of objections to cost assessments in enforcement proceedings, supporting the dismissal of the objection.
Volltext
Unanfechtbarkeit der Verhängung einer Missbrauchsgebühr - Wiedereinsetzungsantrag mangels Vortrags von Hinderungsgründen offensichtlich unzulässig
[TENOR]
1. Die Erinnerung wird verworfen.
2. Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wird abgelehnt.
[GRUENDE]
I. 1. Mit Beschluss vom 13. Dezember 2016 wurde eine Verfassungsbeschwerde des Beschwerdeführers nicht zur Entscheidung angenommen und dem Beschwerdeführer eine Missbrauchsgebühr von 500 € auferlegt. Hiergegen und gegen die Kostenrechnung vom 19. Dezember 2016 - 1068 2000 0262 BEW 03027774 - wendet sich der Beschwerdeführer. Das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht sei kostenfrei.
2. Zudem stellte der Beschwerdeführer einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Er habe "gem. Art. 267 AEUV Fragen über die Auslegung der EU-Verträge gestellt". Die Voraussetzungen einer Vorlage hätten hier vorgelegen. Der ihm am 19. Januar 2017 zugestellte Nichtannahmebeschluss berücksichtige dies nicht. Er sei ohne sein Verschulden gehindert gewesen, die Verfassungsbeschwerde nach ihrer fehlerhaften Nichtannahme innerhalb der Monatsfrist erneut einzureichen.
II. 1. Nach § 8 Abs. 1 Satz 1 Var. 1 Justizbeitreibungsordnung (JBeitrO) in Verbindung mit § 66 Abs. 1 Satz 1 Gerichtskostengesetz (GKG) sind Einwendungen, die den beizutreibenden Anspruch selbst, die Haftung für den Anspruch oder die Verpflichtung zur Duldung der Vollstreckung betreffen, vom Schuldner bei Ansprüchen auf "Gerichtskosten" nach § 1 Abs. 1 Nr. 4 JBeitrO gerichtlich nach den Vorschriften über Erinnerungen gegen den Kostenansatz geltend zu machen.
Zwar gehört die Missbrauchsgebühr nach § 34 Abs. 2 BVerfGG zu den "Gerichtskosten" im Sinne von § 1 Abs. 1 Nr. 4 JBeitrO. Dies ergibt sich schon daraus, dass das Bundesverfassungsgericht in § 2 Abs. 2 JBeitrO als möglicher Anspruchsinhaber genannt wird, für den das Bundesamt für Justiz als Vollstreckungsbehörde tätig werden soll. Die Missbrauchsgebühr entsteht als gerichtliche Gebühr mit ihrer Auferlegung durch die Entscheidung des Senats oder der Kammer. Ihrer Einordnung als gerichtliche Gebühr steht nicht entgegen, dass sie Sanktionscharakter hat (vgl. BVerfGE 50, 217 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 9. Oktober 2008 - 1 BvR 1356/03 - juris, Rn. 4; BVerfG, Beschlüsse der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 31. Mai 2012 - 2 BvR 611/12 -, juris, Rn. 4 und vom 28. Oktober 2015 - 2 BvR 740/15 -, juris, Rn. 8). § 34 Abs. 1 und 2 BVerfGG stehen in einem Regel-Ausnahme-Verhältnis zueinander. Absatz 2 regelt, unter welchen Voraussetzungen der Grundsatz der Kostenfreiheit verfassungsgerichtlicher Verfahren durchbrochen werden kann. Die auf dieser Grundlage verhängte Gebühr ist eine Gegenleistung für die missbräuchliche Inanspruchnahme des Bundesverfassungsgerichts und mithin eine Gebühr im Rechtssinne (BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 9. Oktober 2008 - 1 BvR 1356/03 - juris, Rn. 4; BVerfG, Beschlüsse der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 31. Mai 2012 - 2 BvR 611/12 -, juris, Rn. 4 und vom 28. Oktober 2015 - 2 BvR 740/15 -, juris, Rn. 8). Das Bundesverfassungsgericht hat demgemäß eine auf den Gesichtspunkt der Verjährung der Gebührenforderung gestützte Erinnerung gegen den Kostenansatz einer Missbrauchsgebühr für zulässig gehalten; die Einrede der Verjährung zähle zu den Einwendungen, die gemäß § 8 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 JBeitrVO in Verbindung mit § 66 GKG mit der Erinnerung geltend gemacht werden können (BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 9. Oktober 2008 - 1 BvR 1356/03 - juris).
Im vorliegenden Fall handelt es sich jedoch nicht um eine solche Einwendung. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Verhängung der Missbrauchsgebühr als solche. Diese ist - wie der Beschluss vom 13. Dezember 2016 insgesamt - unanfechtbar.
2. Auch der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist offensichtlich unzulässig. Der Beschwerdeführer trägt keinerlei Tatsachen vor, aufgrund derer er ohne sein Verschulden gehindert gewesen wäre, innerhalb der Verfassungsbeschwerdefrist substantiiert vorzutragen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.