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1 BvR 2740/16 ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170306.1bvr274016 KI-generiert

Exclusion of non-EU child-rearing periods from German pension benefits: constitutional limit of EU free movement law under Art. 21 TFEU

Geschäftsnummer 1 BvR 2740/16
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint for decision, leaving the lower court judgments in force; the complainant, who challenged the pension-law exclusion of child-rearing periods performed outside the European Union, did not prevail. The dispute concerned whether the statutory pension system’s failure to credit benefit points or allowances for child-rearing periods under § 56 and § 307d of the Sixth Book of the Social Code (SGB VI) for children residing in third countries violated fundamental rights or procedural guarantees. Relying on its established case law that domestic residence is the constitutionally valid criterion for inclusion in national social security systems, the Court held that the European Court of Justice’s ruling in Case C-522/10 regarding free movement within the EU did not create a constitutional right to pension credit for child-rearing in third countries, and found the procedural arguments regarding legal hearing rights insufficiently substantiated under § 93a and § 23 BVerfGG.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 307d SGB VI, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Exclusion of non-EU child-rearing periods from German pension benefits: constitutional limit of EU free movement law under Art. 21 TFEU: The dispute concerned whether the statutory pension system’s failure to credit benefit points or allowances for child-rearing periods under § 56 and § 307d of the Sixth Book of the Social Code (SGB VI) for children residing in third countries violated fundamental rights or procedural guarantees. Relying on its established case law that domestic residence is the constitutionally valid criterion for inclusion in national social security systems, the Court held that the European Court of Justice’s ruling in Case C-522/10 regarding free movement within the EU did not create a constitutional right to pension credit for child-rearing in third countries, and found the procedural arguments regarding legal hearing rights insufficiently substantiated under § 93a and § 23 BVerfGG.

Schlagwörter

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Ruhegehaltsansprüche soziale Sicherheit Europäische Länder Rechte des Kindes Kinderzulagen verfassungsmässige Schranken

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 BvR 810/90
Juli 1998 - 1 BvR 810/90 -, NJW 1998, S.
1 BvR 809/95
Dezember 1999 - 1 BvR 809/95 -, NZA 2000, S.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Procedural basis cited to waive a further legal justification in the decision.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Zum Ausschluß der rentenrechtlichen Anrechnung von Kindererziehungszeiten im Ausland (Festhaltung am Kammerbeschluss vom 02.07.1998, 1 BvR 810/90, NJW 1998, 2963) - kein Anlass zur Abweichung aufgrund des Urteils des EuGH vom 19.07.2012 (C-522/10 - Reichel-Albert -) - zudem keine Verletzung von Verfahrensgrundrechten

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde betrifft die Berücksichtigung von Entgeltpunkten in der gesetzlichen Rentenversicherung wegen der Erziehung von Kindern außerhalb der Europäischen Union.

Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Annahmegründe im Sinne von § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor; die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Die behaupteten Grundrechtsverletzungen sind nicht hinreichend substantiiert und damit nicht den Anforderungen aus § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG entsprechend dargetan.

Soweit die Beschwerdeführerin es in der Sache als verfassungswidrig beanstandet, dass eine Kindererziehungszeit nach § 56 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch (SGB VI) beziehungsweise der Zuschlag nach § 307d SGB VI, also die sogenannte Mütterrente, nicht gewährt wird, fehlt es namentlich an einer Auseinandersetzung mit den vom Bundesverfassungsgericht zur Berücksichtigung von im Ausland zurückgelegten Kindererziehungszeiten bereits entwickelten und von den Fachgerichten zutreffend herangezogenen Maßstäben. So hat es das Bundesverfassungsgericht in einer Entscheidung der 2. Kammer des Ersten Senats (Beschluss vom 2. Juli 1998 - 1 BvR 810/90 -, NJW 1998, S. 2963 ) ausdrücklich gebilligt, dass grundsätzlich nur die Kindererziehung im Inland rentenrechtlich relevant ist, da der gewöhnliche Aufenthalt einer Person im jeweiligen Staatsgebiet systemgerechter Anknüpfungspunkt für die mitgliedschaftliche Einbeziehung in nationale Sozialversicherungssysteme ist (vgl. außerdem Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 30. Dezember 1999 - 1 BvR 809/95 -, NZA 2000, S. 391 , und BVerfGK 13, 406 ).

Die europarechtlich fundierte und namentlich mit Blick auf die in Art. 21 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union verbürgte Personenfreizügigkeit begründete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes in der Rechtssache Reichel-Albert (EuGH, Urteil vom 19. Juli 2012 - C-522/10 -, ZESAR 2012, S. 483), auf die sich die Beschwerdeführerin bezieht, gibt keinen Anlass, von dieser Rechtsprechung abzuweichen; ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf die rentenrechtliche Berücksichtigung der Erziehung in einem Drittstaat besteht nicht.

Daher stellen sich auch die fachgerichtlichen Entscheidungen keineswegs als willkürlich oder unverständlich dar; auch die behaupteten Verletzungen von Verfahrensgrundrechten sind nicht hinreichend dargetan.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.