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1 BvR 2710/16 ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170131.1bvr271016 KI-generiert

Civil litigation cost allocation, physical disability accommodation, and necessity for constitutional review

Geschäftsnummer 1 BvR 2710/16
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Constitutional Court rejected the constitution of a constitutional complaint, declining to admit it for decision on the merits, thereby allowing the lower court's ruling on cost allocation to remain in force. The dispute concerned whether a civil court properly accounted for the potential physical disability of a tenant when determining necessary litigation costs incurred during a multi-year rental dispute against a landlord; while the Court acknowledged that the Landgericht's failure to address the disability in the immediate appeal and hearing complaint proceedings raised constitutional concerns regarding discrimination and mobility rights, it ultimately found no indication of a particularly severe disadvantage or significant fundamental right violation. The decision relied on Section 93a(2) of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), denying admission because the complainant failed to concretely demonstrate specific economic hardships or repeat danger, and because the contested costs would have largely arisen regardless of the disability claim, failing to meet the threshold for acceptance under Section 93a(2)(b) BVerfGG.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 90 Abs. 1 BVerfGG, § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG; Civil litigation cost allocation, physical disability accommodation, and necessity for constitutional review: The dispute concerned whether a civil court properly accounted for the potential physical disability of a tenant when determining necessary litigation costs incurred during a multi-year rental dispute against a landlord; while the Court acknowledged that the Landgericht's failure to address the disability in the immediate appeal and hearing complaint proceedings raised constitutional concerns regarding discrimination and mobility rights, it ultimately found no indication of a particularly severe disadvantage or significant fundamental right violation. The decision relied on Section 93a(2) of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), denying admission because the complainant failed to concretely demonstrate specific economic hardships or repeat danger, and because the contested costs would have largely arisen regardless of the disability claim, failing to meet the threshold for acceptance under Section 93a(2)(b) BVerfGG.

Schlagwörter

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Zivilprozessverfahren Rechte des Mieters Kostenverlegung einzelne Grundrechte Verfassung Demonstrationsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Used to justify the omission of a further reasoned decision on the merits in the final order.

§ 93d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG

Cited to establish that the decision is final and not subject to appeal.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Berücksichtigung einer evtl körperlichen Behinderung des Betroffenen bei der Kostenentscheidung im Zivilprozess mit Blick auf die Zweckentsprechung der Rechtsverfolgung in einer Mietsache - vorliegend jedoch kein schwerer Nachteil bei Nichtannahme ersichtlich (§ 93a Abs 2 Buchst b Halbs 2 BVerfGG)

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

Die gegen den Umfang der Kostenfestsetzung in einem Zivilprozess gerichtete Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen (§ 93b Satz 1, Alternative 1 BVerfGG). Ihre Annahme ist insbesondere nicht zur Durchsetzung der in § 90 Abs. 1 BVerfGG genannten Rechte des Beschwerdeführers angezeigt (§ 93a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG).

1. Es erscheint zwar verfassungsrechtlich bedenklich, dass das Landgericht weder bei der Entscheidung über die sofortige Beschwerde noch im Anhörungsrügeverfahren auf die besondere Situation des Beschwerdeführers im Hinblick auf eine möglicherweise bestehende körperliche Behinderung eingegangen ist. Im Rahmen der Prüfung, welche Kosten im Sinne von § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung in dem gegen seine Vermieterin über mehrere Jahre geführten Rechtsstreit notwendig waren, könnte das Landgericht gehalten gewesen sein, die Ausstrahlungswirkung des besonderen Diskriminierungsverbots aus Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG und des Rechts auf persönliche Mobilität aus Art. 20 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) zu berücksichtigen (vgl. BVerfGE 99, 341 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 24. März 2016 - 1 BvR 2012/13 -, NJW 2016, S. 3013, Rn. 11; Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 10. Juni 2016 - 1 BvR 742/16 -, NJW 2016, S. 3014, Rn. 10, jeweils m.w.N.).

2. Ungeachtet dessen erscheint die Annahme der Verfassungsbeschwerde nicht angezeigt, weil der Beschwerdeführer weder dargelegt hat noch sonst ersichtlich ist, dass die geltend gemachte Grundrechtsverletzung besonderes Gewicht hat oder ihm durch die Versagung einer Sachentscheidung im Sinne von § 93a Abs. 2 Buchstabe b, Halbsatz 2 BVerfGG ein besonders schwerer Nachteil entsteht (vgl. BVerfGE 90, 22 ; 96, 245 ; stRspr).

Insofern ist zunächst zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen keine konkreten Angaben gemacht hat. Auch die behauptete Wiederholungsgefahr der angegriffenen Entscheidungen hat er lediglich behauptet und nicht konkretisiert. Hinzu kommt, dass die geltend gemachten Kosten schon nach den Angaben des Beschwerdeführers nur zu einem Teil auf seiner eingeschränkten Bewegungsfreiheit beruhen und ihm im Übrigen auch dann entstanden wären, wenn er sich nicht auf den Schutz des besonderen Gleichheitsrechts aus Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG berufen könnte.

3. Von einer weitergehenden Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar (§ 93d Abs. 1 Satz 2 BVerfGG).