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1 BvR 2102/12 ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20121012.1bvr210212 KI-generiert

Interim relief against compulsory enforcement of counter-statement order denied for lack of exhaustion of legal remedies and severe disadvantage

Geschäftsnummer 1 BvR 2102/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court rejected the applicant's request for interim relief, effectively allowing the enforcement proceedings to continue. The dispute involved a mandatory obligation to publish a counter-statement, which the applicant failed to fulfill in the required size, prompting the opposing party to initiate compulsory enforcement measures that remain pending before the specialized courts. The application was deemed inadmissible due to the lack of exhaustion of specialized legal remedies, and the Court found that even assuming the merits of the constitutional complaint were favorable, the strict standards for interim injunctions were not met. The decisive legal basis was Section 32(1) of the Federal Constitutional Court Act, which requires a severe disadvantage for the applicant that significantly outweighs the disadvantages to the opposing party, a threshold the Court determined was not satisfied under the applicable consequences balancing doctrine.

Legislator-Regeste

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§ 32 Abs 1 BVerfGG; Interim relief against compulsory enforcement of counter-statement order denied for lack of exhaustion of legal remedies and severe disadvantage: Die Beschwerdeführerin wurde durch die angegriffenen Entscheidungen zum Abdruck einer Gegendarstellung verpflichtet. Dieser Verpflichtung kam sie hinsichtlich der Größe der Gegendarstellung nicht nach, so dass der Gegner des Ausgangsverfahrens die Zwangsvollstreckung beantragte. Das Zwangsvollstreckungsverfahren ist derzeit noch anhängig vor den Fachgerichten.

Schlagwörter

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Vorläufiger Rechtsschutz Vollstreckungsverfahren Erschöpfung des Instanzenzuges Gegenleistung Rüge verfassungsmässiger Rechte Verpflichtungsgrund

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 71, 158
BVerfGE 71, 158 ; 88, 185 ; 91, 252 ; 111, 147 ; stRspr) strenge Maßstäbe.
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Volltext

Ablehnung des Erlasses einer einstweiligen Anordnung: Mangelnde Rechtswegerschöpfung bzgl drohender Zwangsvollstreckungsmaßnahmen aus einem Gegendarstellungsanspruch - zudem kein schwerer Nachteil iSd § 32 Abs 1 BVerfGG

[TENOR]

Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.

[GRUENDE]

1. Die Beschwerdeführerin wurde durch die angegriffenen Entscheidungen zum Abdruck einer Gegendarstellung verpflichtet. Dieser Verpflichtung kam sie hinsichtlich der Größe der Gegendarstellung nicht nach, so dass der Gegner des Ausgangsverfahrens die Zwangsvollstreckung beantragte. Das Zwangsvollstreckungsverfahren ist derzeit noch anhängig vor den Fachgerichten.

2. Der auf das Unterbleiben von Vollstreckungsmaßnahmen aus dem angegriffenen Urteil gerichtete Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung hat keinen Erfolg.

Mangels Erschöpfung des fachgerichtlichen Rechtsschutzes ist der Antrag unzulässig. Im Übrigen gelten, selbst wenn eine Verfassungsbeschwerde in der Sache Aussicht auf Erfolg hat, für den Erlass einer einstweiligen Anordnung durch das Bundesverfassungsgericht im Rahmen der insoweit grundsätzlich maßgeblichen Folgenabwägung (vgl. BVerfGE 71, 158 ; 88, 185 ; 91, 252 ; 111, 147 ; stRspr) strenge Maßstäbe. Bei der Entscheidung über den Eilantrag ist zudem zu berücksichtigen, dass das Bundesverfassungsgericht nicht eine weitere Rechtsschutzinstanz des fachgerichtlichen Eilrechtsschutzverfahrens ist. Es ist insoweit, unabhängig von den vorliegend zur Zeit nicht auszuschließenden Erfolgsaussichten in Bezug auf die Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde selbst, nicht erkennbar, dass die Nachteile der Beschwerdeführerin im Verhältnis zu den drohenden Nachteilen des Gegners des Ausgangsverfahrens so schwer wiegen, dass das Bundesverfassungsgericht im Wege der einstweiligen Anordnung zwingend einschreiten müsste.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.