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1 BvR 2555/16 ECLI:DE:BVerfG:2016:rk20161123.1bvr255516 KI-generiert

Constitutional complaint against inheritance certificate: admissibility and subsidiarity of heir establishment action before civil courts.

Geschäftsnummer 1 BvR 2555/16
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court declined to admit the constitutional complaint, resulting in a non-acceptance decision that rendered the pending application for interim relief moot, effectively upholding the lower court's final inheritance certificate order. The dispute concerned the applicants' challenge to their exclusion from the inheritance certificate following the completion of probate proceedings, where they alleged fundamental rights violations due to the probate court's failure to consider their arguments and evidence. The Court held the complaint inadmissible for lack of prospects of success, primarily because it failed to satisfy the subsidiarity requirement under § 90 Abs. 2 BVerfGG, as the applicants had not exhausted all available procedural remedies by failing to file a declaratory action for heir establishment (Erbenfeststellungsklage) before the civil courts, which remains open and allows for a fresh assessment of facts independent of the probate court's findings.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 90 Abs. 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 40 Abs. 3 GOBVerfG; Constitutional complaint against inheritance certificate: admissibility and subsidiarity of heir establishment action before civil courts: The dispute concerned the applicants' challenge to their exclusion from the inheritance certificate following the completion of probate proceedings, where they alleged fundamental rights violations due to the probate court's failure to consider their arguments and evidence. The Court held the complaint inadmissible for lack of prospects of success, primarily because it failed to satisfy the subsidiarity requirement under § 90 Abs. 2 BVerfGG, as the applicants had not exhausted all available procedural remedies by failing to file a declaratory action for heir establishment (Erbenfeststellungsklage) before the civil courts, which remains open and allows for a fresh assessment of facts independent of the probate court's findings.

Schlagwörter

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Erbbescheinigung verfassungsmässige Anforderung Zivilrechtsstreitigkeit Verfassungsbeschwerde im Ausland Grundrechte hängiges Verfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 73, 322
BVerfGE 73, 322 ; 81, 22 ; 95, 163 ; stRspr).
1 BvR 219/05
August 2005 - 1 BvR 219/05 -, NJW-RR 2005, S.
IV ZR 135/08
Admissibility of co-heir declaratory suit against rival heir-claimant; non-binding effect of probate certificate on civil inheritance disputes
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 40 Abs. 3 GOBVerfG

Procedural rule applied in the dispositive to declare the pending application for interim relief moot following the non-acceptance of the constitutional complaint.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Zur Feststellung der Miterbenstellung nach rechtskräftigem Abschluss des Erbscheinsverfahrens - Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde gegenüber der Erbenfeststellungsklage

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde wird der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

[GRUENDE]

Die Beschwerdeführer wenden sich gegen gerichtliche Entscheidungen eines abgeschlossenen Erbscheinsverfahrens.

Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil sie die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht erfüllt. Sie hat keine Aussicht auf Erfolg, da sie offensichtlich unzulässig ist.

Die Verfassungsbeschwerde wird dem Grundsatz der Subsidiarität (vgl. § 90 Abs. 2 BVerfGG) nicht gerecht. Dieser erfordert, dass ein Beschwerdeführer über das Gebot der Erschöpfung des Rechtswegs im engeren Sinne hinaus alle nach Lage der Sache zur Verfügung stehenden prozessualen Möglichkeiten ergreift, um die Korrektur der geltend gemachten Grundrechtsverletzung durch die Fachgerichte zu erwirken oder eine Grundrechtsverletzung zu verhindern (vgl. BVerfGE 73, 322 ; 81, 22 ; 95, 163 ; stRspr).

Eine derartige Möglichkeit besteht hier. Für das Rechtsschutzziel, als Miterben festgestellt zu werden, können die Beschwerdeführer trotz fehlender weiterer statthafter Rechtsmittel im Erbscheinsverfahren immer noch vor den Zivilgerichten eine Erbenfeststellungsklage gegen die Antragsteller des Erbscheinsverfahrens erheben (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 29. August 2005 - 1 BvR 219/05 -, NJW-RR 2005, S. 1600 ). Das Prozessgericht ist dabei nicht gehindert, von den Feststellungen des Nachlassgerichts abzuweichen (vgl. BGH, Urteil vom 14. April 2010 - IV ZR 135/08 -, FamRZ 2010, S. 1068 ). In diesem Rahmen können die Beschwerdeführer dem als übergangen gerügten Vortrag und der Durchführung einer Beweisaufnahme nochmals Nachdruck verleihen und sich so der gerügten Verletzung von Grundrechten und grundrechtsgleichen Rechten Abhilfe verschaffen.

Gegen die Zumutbarkeit der Durchführung eines Erbenfeststellungsverfahrens spricht nicht, dass den Antragstellern des Ausgangsverfahrens der Erbschein bereits erteilt wurde. Es ist bereits nicht substantiiert (vgl. § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) dargetan, dass und wann diese vom Erbschein Gebrauch machen werden. Zudem kommt vor dem Prozessgericht auch vorläufiger Rechtsschutz hinsichtlich des bereits erteilten Erbscheins oder im Hinblick auf die Nachlassgegenstände in Betracht.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.